SZ 16.06.2026
14:56 Uhr

(+) Medien: Ohne Social Media wäre er einfach ein Schwerverbrecher


Andrew Tate ist Incel-Influencer, Zuhälter und mutmaßlicher Vergewaltiger. Anhand rumänischer Gerichtsakten zeigt eine Recherche im „New Yorker“: Das ist auch eine Geschichte über die Abgründe der algorithmischen Medienrealität.

(+) Medien: Ohne Social Media wäre er einfach ein Schwerverbrecher
Andrew Tate (vorne) und sein Bruder Tristan beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Bukarest im Januar vor einem Jahr. Vadim Ghirda/picture alliance / ASSOCIATED PR

Die Geschichte geht im Jahr 2014 los, als der Kickboxer Andrew Tate zwar regelmäßig große Titel in seiner Sportart gewinnt, aber trotzdem praktisch mittellos ist. Er wohnt mit seinem Bruder Tristan in einer kleinen Wohnung, in der kaum Möbel stehen, und zahlt ansonsten sein Auto ab. Auf der Haben-Seite hat er eigentlich nur Frauen. Für die Wettbewerbe reist er dauernd durch die Welt und hat Freundinnen in mehreren Städten, und jetzt überlegt er, wie er dieses Kapital zu Geld machen könnte. Daraus entsteht dann die Idee, die Frauen zu drängen, pornografische Livestreams anzubieten und die Erlöse zu teilen. Er beginnt zunächst mit drei Frauen in einem Studio in England, und die Geschäfte laufen so gut, dass er das Kickboxen bald sein lässt und hauptberuflich Zuhälter wird. Er kauft sich einen Aston Martin. Eine der Frauen, die er in der Slowakei kennengelernt hatte, als sie gerade 15 wurde, ist auch zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht volljährig.

Hinter dem Influencer und mutmaßlichen Zuhälter soll ein „Zauberer“ mit Rauschebart stehen, der von Gedankenkontrolle schwafelt. Eine Doku gibt Einblicke in die Sekte um Andrew Tate.

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