SZ 21.06.2026
15:12 Uhr

(+) Linken-Parteitag in Potsdam: „Verdammt noch mal, wir sind das Bollwerk“


Einen ihrer beiden neuen Vorsitzenden wählt die Linke mit nur 53 Prozent, und auch in vielen anderen Fragen ist die Partei gespalten. Doch der Vorstand versucht, alle Differenzen durch weitgehende Kompromisse zu übertünchen.

(+) Linken-Parteitag in Potsdam: „Verdammt noch mal, wir sind das Bollwerk“
Das neue Spitzenduo der Linken, Luigi Pantisano und Ines Schwerdtner, muss sich direkt mit komplizierten Mehrheitsverhältnissen in der Partei beschäftigen. IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Sollte Luigi Pantisano in absehbarer Zeit keine Lust mehr haben auf seinen neuen Job als Vorsitzender der Linkspartei, wird eine späte Karriere als Schauspieler eher nicht infrage kommen. Soeben war er mit dem miserablen Ergebnis von 53,3 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden, obwohl er keine Gegenkandidaten hatte, und er versuchte, das strahlende Lächeln eines Sonnenkönigs zu lächeln. Doch er wusste, was das Ergebnis bedeutete, und so sehr er sich auch um einen heiteren Ausdruck mühte – man sah es ihm an. Als Pantisanos Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die ebenfalls gerade gewählt worden war, ihn lange an sich drückte, schien das fast eine therapeutische Umarmung zu sein. Schwerdtner war auf 85,7 Prozent der Stimmen gekommen.

Die Linke hadert mit dem Rücktritt von Parteichef Jan van Aken – und fragt sich, wer sie sein will.

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