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29.04.2026
15:52 Uhr
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Dass der scheidende Oberbürgermeister Nebentätigkeiten nicht hatte genehmigen lassen, muss nun die Regierung von Oberbayern aufarbeiten. Die Stadträte lassen ihm eine besondere Ehrung zuteil werden.

Der Stadtrat will die Affäre des scheidenden Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) um nicht genehmigte Nebentätigkeiten beim FC Bayern nicht weiter aufklären. Mit einer Beschlussvorlage im nichtöffentlichen Teil der Sitzung sind alle offenen Anträge und Anfragen für erledigt erklärt worden. Die ÖDP und die Linke fanden keine Mitstreiter, die mit ihnen die noch offenen Fragen hätten aufarbeiten wollen. Nach der Abwahl von Reiter gab es daran in weiten Teilen des Stadtrats kein Interesse mehr.
Noch vor der Kommunalwahl hatte Reiter in einer öffentlichen Stadtratssitzung angekündigt, alle Fragen rund um seine Nebentätigkeiten vollständig und in öffentlicher Sitzung persönlich zu beantworten. Damals ging er wohl noch davon aus, dass er die Wahl gewinnen und sich vor weiteren sechs Jahren Amtszeit würde erklären müssen. Der nur noch bis zu diesem Donnerstag amtierende Oberbürgermeister erschien jedoch nicht zur Sitzung.
Damit liegt es allein an der Regierung von Oberbayern, den Sachverhalt umfassend zu klären. Sie überprüft als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde für die Stadt die Nebentätigkeiten von Reiter beim FC Bayern. Dieser hatte seit 2016 dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern angehört. Nach eigenen Angaben erhielt er dafür von Ende 2021 an jährlich 20 000 Euro, in Summe 90 000 Euro. Reiter rückte Anfang Februar 2026 an die Spitze des Beirats und wurde danach auch in den Aufsichtsrat der FC Bayern AG gewählt.
Für keine dieser beiden Nebentätigkeiten holte Reiter die nötige Erlaubnis des Stadtrats ein. Kurz vor der Stichwahl gegen Dominik Krause (Grüne) legte Reiter beide Ämter nieder und kündigte an, die 90 000 Euro an zwei soziale Projekte spenden zu wollen. Das ist inzwischen geschehen. Das Amt gerettet haben ihm diese Gesten nicht mehr, er unterlag in der Stichwahl wohl vor allem wegen der Affäre.
ÖDP und Linke hatten schon vor der Kommunalwahl in Anträgen und in einer Sitzung die transparente und vollständige Aufklärung gefordert und mit ihrem Nachhaken im Stadtrat den völlig unerwarteten Wechsel an der Stadtspitze mit ausgelöst. Reiter hatte sich noch über sie lustig gemacht, danach aber immer nur so weit reagiert, wie er es als nötig erachtete und sich am Ende in eine Situation gebracht, die ihn die dritte Amtszeit gekostet haben dürfte.
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Unmittelbar nach seiner Niederlage ließ Reiter mitteilen, er sei schwer erkrankt. Am 21. April meldete er sich zurück, nahm jedoch umgehend frei. Mit Verweis auf seine Krankheit beantwortete er Fragen in der Beschlussvorlage für die politische Aufarbeitung nicht. Auch bei der Regierung von Oberbayern hat er bisher keine Angaben gemacht. „Die angekündigte Stellungnahme von Herrn Oberbürgermeister Reiter ist bislang noch nicht eingegangen“, erklärte ein Sprecher. Ob ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde, könne die Behörde „erst im Anschluss entscheiden“.
Offen blieb bisher vor allem, ob Reiter schon früher Zuwendungen möglicherweise in Form von Freikarten erhalten und deshalb seine nicht genehmigte Nebentätigkeit schon vor Ende 2021 begonnen hat. Denn die Notwendigkeit für eine Zustimmung des Stadtrats hängt stark von der Vergütung ab.
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschloss der Stadtrat am Mittwoch auch, dass Dieter Reiter sich von 1. Mai an Altoberbürgermeister nennen darf. Es handelt sich dabei um eine Ehrenbezeichnung; Privilegien sind damit aber nicht verbunden.
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