SZ 28.08.2026
09:50 Uhr

(+) Katastrophe in Nepal und Tibet: Vier vermisste Deutsche sind Pilger


Eine Pilgergruppe mit 77 Teilnehmern und 15 Begleitern wird nach der Sturzflut im Himalaja vermisst. Darunter sind auch vier Deutsche.

(+) Katastrophe in Nepal und Tibet: Vier vermisste Deutsche sind Pilger
Die Rettungskräfte suchen mit Helikoptern und Spürhunden nach Vermissten.
Niranjan Shrestha/Niranjan Shrestha/AP/dpa

Vier der acht im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet vermissten Deutschen gehörten zu einer Gruppe von ausländischen Pilgern. Sie waren auf dem Rückweg von einer Pilgerreise zum heiligen Berg Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet, als der Kontakt zu ihnen abriss, wie die nepalesische Reiseagentur Trekkers’ Society mitteilte. Von den insgesamt 77 Reisenden und den 15 nepalesischen Begleitern der Gruppe fehlt seit der verheerenden Sturzflut am Mittwoch jede Spur.

Den Angaben zufolge sollte die Gruppe am Morgen des 26. August die Grenze nach Nepal überqueren. Zu dem Zeitpunkt raste eine Flut aus Wasser, Geröll und Eis durch die Region. Seitdem ist unklar, wo sich die Pilger befinden und ob sie die Katastrophe überlebt haben.

Bei den vier Deutschen handele es sich um zwei Männer und zwei Frauen, sagte Anish Bhujel, Manager der in Kathmandu ansässigen Trekkers’ Society. Die anderen Reisenden stammen demnach aus mehr als zehn Ländern, darunter aus den USA, Großbritannien, Australien, Spanien, Südafrika, Israel und Kanada. Begleitet wurde die Gruppe zudem von 15 nepalesischen Guides und Fahrern.

Die Suche nach Überlebenden läuft auf Hochtouren. Doch das Wetter und ein Dammbruch in Tibet erschweren die Rettungsarbeiten.

Laut Bhujel war die Gruppe am 16. August von der nepalesischen Hauptstadt in Richtung Timure aufgebrochen. Der Ort, der Augenzeugen zufolge bei der Sturzflut fast völlig zerstört wurde, liegt nahe der Grenze zu China und ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Reisen nach Tibet. Die Pilgerreise wurde von der Isha Foundation des indischen spirituellen Lehrers Jaggi Vasudev, weltweit bekannt als Sadhguru, organisiert.

Sadhguru sprach in einer Mitteilung auf der Plattform X von „absolutem Schmerz“ über das Unglück und das Schicksal der Gruppe. Er betonte, es gebe seit der Flut keine Informationen zu den Pilgern mehr.

Insgesamt werde eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger vermisst, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin mitteilte. Die deutschen Botschaften in Kathmandu und Peking stünden mit den Familien der Betroffenen sowie den örtlichen Behörden in engem Kontakt, um deren Verbleib aufzuklären.

Unterdessen ist eine vierköpfige deutsche Familie gerettet worden. Sie sei per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Suche nach den auf beiden Seiten der Grenze vermissten Menschen gestaltet sich wegen der Zerstörungen schwierig. Straßen sind teilweise unpassierbar, Kommunikationsverbindungen wurden unterbrochen. Tausende Rettungskräfte sind im Einsatz. Die nepalesische Armee hat bereits Hunderte Menschen mit Hubschraubern aus dem Katastrophengebiet ausgeflogen.

Ein Fels- und Eissturz soll die Katastrophe ausgelöst haben. Wie konnte die Flut eine solche Kraft entwickeln – und warum gab es keine Warnungen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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