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30.07.2026
21:20 Uhr
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Der FC Bayern beendet sein dreitägiges Trainingslager am Tegernsee mit einem lockeren 15:0 gegen den FC Rottach-Egern. Für deftige Folklore ist Uli Hoeneß zuständig, der ein paar Gedanken zu Fifa, Uefa und Transfergerüchten preisgibt.

Uli Hoeneß hat sich zur Lage der Welt im Fußball geäußert – und wie so oft, steckt einiges drin in seinen Aussagen. Peter Kneffel/dpa
Der FC Bayern München hat beim Debüt von Nationalspieler Nathaniel Brown den Fans ein Tor-Festival geboten. Zum Abschluss des Trainingslagers am Tegernsee gewann das mit einigen WM-Spielern bestückte Ensemble vor den Augen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß beim Kreisklassenklub FC Rottach-Egern 15:0 (6:0). Bei hochsommerlichen Temperaturen freuten sich vor allem die vielen Kinder unter den 2500 Zuschauern über Tore, Autogramme und Selfies.
Bei deutlich über 30 Grad versuchte sich Hoeneß, der eine weiße Kappe trug, während des schweißtreibenden Fußballspiels lieber im Schatten aufzuhalten, gab aber nach der Partie noch einige Gedanken zu den jüngsten Geschehnissen preis. Die geschlossene WM-Boykottdrohung der europäischen Fußballverbände begrüßte der 74-Jährige ausdrücklich: „Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten.“ Die 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union hatten geschlossen einen Boykott angedroht, falls die Fifa um Präsident Gianni Infantino nicht von ihrem geplanten Investorendeal abrücke. „Wenn die Europäer wirklich einig sind, wenn sie konsequent daran arbeiten, dann wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen.“
Der außerordentlich vielseitige Konrad Laimer ist ein Schlüsselspieler im System des FC Bayern. Nun hat er verlängert – nachdem sich sogar Uli Hoeneß dazwischengeschaltet hatte.
Zum Fifa-Boss wollte sich Hoeneß nicht dezidiert äußern. „Ich habe ja eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben“, sagte der Bayern-Patron. Die Meinung sei „auf jeden Fall“ gegen Infantino, bestätigte Hoeneß auf Nachfrage. Es sei auch zu früh, über mögliche Nachfolger im Amt des Fifa-Präsidenten zu sprechen.
Auch zu Sportvorstand Max Eberl hatte Hoeneß etwas mitzuteilen: Die Chancen, dass Eberl über seinen bis 2027 laufenden Vertrag hinaus beim deutschen Fußball-Rekordmeister arbeiten darf, würde er „im Moment auf 100“ Prozent beziffern. Im Mai hatte Hoeneß die Chancen auf einen Eberl-Verbleib in einem Spiegel-Podcast noch mit „60 zu 40“ angegeben. Er habe sich im Anschluss „unheimlich über mich selbst geärgert“, gab er am Donnerstag zu: „Dass ich so naiv und der Meinung war, dass dieses Interview, das am Freitagabend in Berlin stattgefunden hat, die Woche drauf am Freitag herauskommt, weil der Spiegel ja normalerweise eine Woche Vorlauf hat.“ Das Gespräch sei aber bereits am Samstagmorgen veröffentlicht worden, wodurch er „Max vor dem Pokalfinale nicht gut behandelt habe“. Er habe sich bei Eberl entschuldigt, ergänzte Hoeneß. Eberl selbst hatte am Mittwoch von einer Aussprache berichtet, das Verhältnis zu Ehrenpräsident Hoeneß sei sehr gut.
Auch zu den jüngsten Transfergerüchten hatte Hoeneß ein paar markige Worte beizutragen. Das gefürchtete Offensiv-Trio Michael Olise, Harry Kane und Luis Díaz werde definitiv beim FC Bayern bleiben. Olise, der angeblich von Real Madrid umworben wird, habe drei Jahre Vertrag: „Das ist für mich überhaupt kein Thema. Da könnte jetzt der Kaiser von China kommen, und wir würden mit ihm nicht mehr reden.“ Dasselbe gelte für den Kolumbianer Díaz und generell für alle Spieler. „Wir müssten doch bescheuert sein. Du gibst 60 oder 70 Millionen aus, kriegst vielleicht 120. Und dann rennst du den anderen hinterher, von denen du nicht weißt, wie sie bei uns einschlagen.“ Der Rekordmeister sei in der „glücklichen Lage, mit Díaz, Kane und Olise das beste Trio der Welt zu haben“, betonte Hoeneß. Die Münchner müssten „ja mit dem Klingelbeutel geschlagen sein, wenn man auch nur darüber nachdenken würde, einen von ihnen zu verkaufen“.
Das Spiel zuvor war weniger spektakulär gewesen als die Einlassungen des FCB-Ehrenpräsidenten: In der ersten Hälfte, als die Bayern mit dem WM-Rückkehrer Kim Min-jae sowie den Verkaufskandidaten João Palhinha und Sacha Boey aufliefen, trafen Arijon Ibrahimovic (2), Felipe Chávez (2), Filip Pavic und Maycon Cardozo. Nach und nach brachte Bayern-Trainer Vincent Kompany in der zweiten Spielhälfte neue Spieler. Cardozo, Armindo Sieb (2), Palhinha, Bastian Assomo, Bara Ndiaye, Aleksandar Pavlovic, Joshua Kimmich und Skender Nuraj schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe.
Die Aussagekraft der Testpartie war angemessen überschaubar, belastbare Aufschlüsse dürften Kompany die beiden Testspiele auf der Asienreise bringen, am Dienstag in Südkorea geht es gegen den Jeju SK Football Club und drei Tage später in Hongkong gegen Europa-League-Gewinner Aston Villa.
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