SZ 25.06.2026
12:25 Uhr

(+) Halle (Saale): Ein Badesee, nicht mehr für alle?


Ein Strandbad in Halle an der Saale will nur noch Personen mit Deutschkenntnissen Zutritt geben. Nach Kritik sagt der Betreiber, er habe es nicht so gemeint. Am See spürt man die Verunsicherung.

(+) Halle (Saale): Ein Badesee, nicht mehr für alle?

Ganz hinten, dort, wo der Sandstrand in die Kiefernwurzeln übergeht, wo kein Sonnenschirm mehr steht, sitzt ein Vater mit seinen zwei Kindern im Schatten. Leise spielen sie auf ihren Handtüchern. Ihre Tupperdosen sind noch voll. Der Vater schaut aufs Wasser. Spricht man ihn an diesem Mittwochnachmittag auf das Strandbad an, schwärmt er von der Wasserqualität, von der Nähe zur Wohnung. Fragt man ihn aber nach der neuen Regel, die hier seit ein paar Tagen gelten soll, zögert er. Leise sagt er dann: „Blödsinn.“ Seine Frau sei Ukrainerin, ihr Deutsch nicht perfekt. „Wir sind eine ukrainische Familie.“ Heute ist sie nicht dabei. Die Kinder schauen ihren Vater an. Mehr möchte er nicht sagen. Er signalisiert, dass er sich jetzt wieder um seine Kinder kümmern will.

Die Mitglieder werden weniger, die Instandhaltung ist teuer. Also hatte Kirchenmann Sebastian Ulbrich eine Idee: Er stellte die Erfurter Crucis-Kirche bei einem Kleinanzeigen-Portal ein. Nun bekommt er Post. Viel Post.

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