SZ 15.05.2026
09:03 Uhr

(+) Film: Will ich ein Deutscher sein?


Preisverdächtig: Sandra Hüller und Hanns Zischler zeigen in Cannes ihr bewegendes Drama „Vaterland“. Es handelt von Thomas Manns Reise durchs zerbombte Nachkriegsdeutschland und der Frage, ob das Land der KZs je wieder Heimat sein kann.

(+) Film: Will ich ein Deutscher sein?
Das erste große Highlight des Cannes-Wettbewerbs: Sandra Hüller und Hanns Zischler als Erika und Thomas Mann in „Vaterland“. Festival de Cannes/Mubi

Beginnen wir diese Geschichte aus Cannes nicht im Kino, sondern auf dem Friedhof. Der Cimetière du Grand Jas liegt etwas oberhalb der Altstadt, eine knappe halbe Stunde Spaziergang vom Zentrum entfernt. Hier findet man nicht nur die letzte Ruhe, sondern auch eine kurze Ruhe vom Festivaltrubel, wenn die Stadt wieder oktoberfestvoll ist. Es ist ein prachtvoller, gepflegter Friedhof, halb mit Blick aufs Meer, halb mit Blick auf die Hügellandschaft entlang der Côte d’Azur. Ganz hinten, im Carré 16, das man am besten über den Seiteneingang erreicht, liegt das Grab des Schriftstellers Klaus Mann. Er hat sich 1949, im Alter von 42 Jahren, in Cannes das Leben genommen. Und damit wären wir dann doch wieder im Kino und beim ersten großen Highlight des Festivals.

Der „Herr der Ringe“-Regisseur erhält in Cannes den Preis für sein Lebenswerk. Ein spontanes Treffen im Salon – und die Frage: Warum wurde er bei seinem ersten Besuch rausgeschmissen?

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