SZ 24.07.2026
11:17 Uhr

(+) Europäische Zentralbank: Bürger dürfen über Design der neuen Geldscheine abstimmen


Es sei der Notenbank wichtig, die Stimme des Volkes zu hören, sagt EZB-Chefin Christine Lagarde. Bis Ende September läuft eine Umfrage.

(+) Europäische Zentralbank: Bürger dürfen über Design der neuen Geldscheine abstimmen
Seit Mai 2019 sind sämtliche Euro-Scheine der zweiten Generation im Umlauf. Die erste Serie wurde mit Start der Gemeinschaftswährung 2002 ausgegeben. Jetzt werden Motive für die dritte Serie gesucht. Hendrik Schmidt/dpa

Wie sollen die Euro-Scheine künftig aussehen? Die Europäische Zentralbank hat zehn Entwürfe für die geplante neue Banknotenserie präsentiert und befragt nun die Bürgerinnen und Bürger. Bis zum 21. September können sie sich an einer Online-Umfrage beteiligen

Euro-Banknoten seien mehr als ein Zahlungsmittel, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Vorstellung der von Grafikdesignern gestalteten Vorschläge. Es sei der Notenbank wichtig, die Stimme des Volkes dazu zu hören: „Die Banknoten gehören ihnen.“ Mit dem Euro bezahlen etwa 360 Millionen Menschen in 21 EU-Ländern. Je mehr Menschen abstimmten, „desto besser spiegeln die Euro-Banknoten künftig die Vielfalt und die Werte Europas wider“, sagt Bundesbank-Chef Joachim Nagel.

In einer Vorauswahl für die Motive der neuen Banknoten hatte die EZB bereits Anfang vergangenen Jahres zwei Themen festgelegt – europäische Kultur sowie Flüsse und Vögel.  Für jedes Thema liegen jetzt je fünf Umsetzungsvorschläge vor.

Die vorgeschlagenen Motive für die Vorderseiten der Scheine sind zum einen berühmte Europäer wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci, zum anderen Tiere wie Eisvogel und Weißstorch.

Auf der Rückseite der Banknoten sollen zum Beispiel Darstellungen von Straßenkünstlern oder einem Sängerfest zu sehen sein, aber auch EU-Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission oder die EZB.

Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der Geldscheine angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig neue Banknotenserien, um Kriminellen das Handwerk zu erschweren. „Mit verbesserten und innovativen Sicherheitsmerkmalen wollen wir den Fälschern immer einen Schritt voraus sein“, sagt Bundesbank-Präsident Nagel.

Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der Produktion verringern: Ziel ist, dass die Scheine länger halten. Ein weiterer Aspekt: Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten besser erkennbar sein.

Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett. Die Motive auf den aktuellen Euro-Banknoten sind – anders als bei den früheren nationalen Währungen wie der D-Mark – eher nüchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Bleibt sie an der Spitze der EZB – oder geht sie? Christine Lagarde mischt im französischen Präsidentschaftswahlkampf mit. Ihre Ambitionen auf andere Jobs verunsichern die Belegschaft.

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