SZ 11.08.2026
09:10 Uhr

(+) Drohnenabwehr an Flughäfen: „Viel Zeit haben wir in solchen Fällen nicht“


Eine mit Sprengstoff gespickte Drohne am Leipziger Flughafen hat gezeigt, wie unsicher deutsche Airports sind. Wer kann sie schützen – und wie? Ein Blick nach London zeigt, wie es gehen könnte.

(+) Drohnenabwehr an Flughäfen: „Viel Zeit haben wir in solchen Fällen nicht“
Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden an den bundesweit 15 offiziell als international deklarierten Verkehrsflughäfen 166 Drohnensichtungen gemeldet. dpa (2)

Stephan Kraschansky sagt, dass er seit einigen Tagen viele Anrufe aus ganz Europa bekomme. Meistens seien dies Leute aus Sicherheitsbehörden, Experten, die sich von Kraschansky beraten lassen wollen. Der 35-Jährige ist ehemaliger Offizier und Experte für Drohnenabwehr beim Österreichischen Bundesheer, deswegen kennt er sich mit Drohnengefahren aus. Zum Beispiel eine mit dem Plastiksprengstoff Semtex geladene Drohne in Leipzig? Ist für ihn jetzt erst mal nicht ganz so überraschend. Kraschansky arbeitet für ein Hightech-Unternehmen aus Strickscheid in der Eifel, das seit einigen Jahren gefragt ist: Bei Aaronia geht es um elektronische Aufklärung, Drohnenerkennung und -abwehr mithilfe von Störsendern. Da gehören anfliegende Drohnen mit Sprengstoff dazu. Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Das Geschäft von Kraschanskys Unternehmen ist umso erfolgreicher, je gefährlicher die Welt wird. Und je öfter Flughäfen von Drohnen heimgesucht werden, desto spannender werden die Telefonate in den Tagen danach.

Bisher ist nicht klar, ob wirklich Russland hinter der Attacke auf den Flughafen in Leipzig steckt. Doch die Folgen eines solchen Befundes wären weitreichend.

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