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13.05.2026
14:57 Uhr
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Die digitale Brieftasche gehört zu den wichtigsten digitalpolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Eine neue Umfrage zeigt: Vor allem Jüngere und höher Gebildete sind offen, doch ein Großteil muss noch überzeugt werden.

In der sogenannten Eudi-Wallet sollen digitale Ausweise, Nachweise und Verträge gespeichert werden. Soeren Stache/dpa
Die Einführung der digitalen Brieftasche zählt zu den wichtigsten Vorhaben von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). Sie ist europäisch vorgeschrieben und soll zum Jahreswechsel in nationalen Varianten in allen Mitgliedstaaten starten, in Deutschland am 2. Januar.
In der sogenannten Eudi-Wallet sollen künftig digitale Ausweise, Nachweise und Verträge gespeichert werden können. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für die Digitalisierung von Verwaltungs- und Identitätsprozessen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Die Wallet sollen zum digitalen Schlüssel bei vielen Services werden: Mit ihr sollten Nutzerinnen und Nutzer etwa Konten eröffnen, Versicherungen abschließen oder Carsharing-Angebote nutzen.
Fast die Hälfte der Deutschen kann sich vorstellen, die geplante digitale Brieftasche zu nutzen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von SZ Dossier hervor. Demnach können sich 47 Prozent der Befragten vorstellen, die sogenannte Eudi-Wallet künftig zu nutzen. 41 Prozent lehnen eine Nutzung ab, zwölf Prozent machten keine Angabe.
Die Bereitschaft zur Nutzung unterscheidet sich deutlich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen – und auch die Parteipräferenz beeinflusst die Haltung zur digitalen Brieftasche. Besonders hoch ist die Zustimmung unter Anhängerinnen und Anhängern der Grünen mit 64 Prozent. Es folgen Wählerinnen und Wähler der Union mit 58 Prozent, der Linken mit 52 Prozent sowie der SPD mit 48 Prozent. Deutlich geringer fällt die Akzeptanz unter AfD-Anhängern aus. Dort können sich lediglich 27 Prozent eine Nutzung vorstellen.
Karsten Wildberger ist seit einem Jahr Deutschlands Chefdigitalisierer. Auf dem SZ-Digitalgipfel mahnt er zu mehr Tempo bei künstlicher Intelligenz, betont aber, dass digitale Souveränität auch Partner braucht.
Markus Reichel, der zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion im Bundestag, sagte im Interview mit SZ Dossier, dass die Kommunikation bei dem Vorhaben zentral werde. Dabei verwies er auf die Beispiele Schweiz und Großbritannien, wo es im vergangenen Jahr zu polarisierten Debatten zum Thema digitale Ausweise kam. „Es gibt Verschwörungstheorien von rechts beim Thema Wallet, zum Teil auch von links“, sagte Reichel.
„Rechte wollen eine Analogie zum Impfpass und Corona ziehen“, sagte der CDU-Abgeordnete. Die Geschichte werde lauten, man dürfe bestimmte Dinge nur tun, wenn die Wallet genutzt werde. „Das ist aber nicht so, die Wallet ist und bleibt freiwillig. Gegen dieses Stigma müssen wir auch dagegenhalten.“
Besonders hoch ist die Zustimmung unter jüngeren Menschen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen können sich 57 Prozent eine Nutzung vorstellen. Bei den über 70-Jährigen liegt der Anteil dagegen nur noch bei 40 Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: Männer stehen der Wallet deutlich offener gegenüber als Frauen. 52 Prozent der Männer können sich eine Nutzung vorstellen, bei Frauen sind es 43 Prozent.
Zudem zeigt sich den Zahlen zufolge ein Zusammenhang mit dem Bildungsstand. Unter Menschen mit hoher formaler Bildung können sich 56 Prozent vorstellen, die Wallet zu nutzen. Bei mittlerer Bildung liegt der Anteil bei 45 Prozent, bei niedriger Bildung bei 38 Prozent.
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Um die Wallet bekannter zu machen, plant das Bundesdigitalministerium (BMDS) eine Werbekampagne, die im Herbst starten soll. „Erstens brauchen wir einen schicken Namen, daran arbeitet das Ministerium schon. Eudi-Wallet versteht niemand“, sagte Reichel. Zudem sollen Anwendungsbeispiele in den Vordergrund gestellt werden. Kommende Woche soll das Digitale-Identitäten-Gesetz ins Bundeskabinett, die rechtliche Basis für den Wallet-Start.
„Es darf nicht nur um den Personalausweis auf dem Smartphone gehen, sondern viele Beispiele aus dem Alltag“, sagte er. Zudem sollen IT-Sicherheit und Datenschutz entsprechend adressiert werden. Richtig sei etwa, dass die Wallet vor dem Start proaktiv „gehackt“ werden soll, um mögliche Schwachstellen zu schließen. „Das Schlimmste, was uns passieren kann, wäre, dass die Wallet startet und an Tag eins geknackt wird“, sagte Reichel.
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