SZ 22.04.2026
09:14 Uhr

(+) Debatte: Wieso lassen wir das zu?


Seit 1972 gehörte ich ganz und gar diesem Verlag hier in meinem Paris, jetzt bin ich weg: Warum ich nach der brutalen Absetzung des Grasset-Verlegers Olivier Nora durch den rechten Milliardär Vincent Bolloré keine Sekunde zögere zu gehen. Zu einem beispiellosen Skandal.

(+) Debatte: Wieso lassen wir das zu?
„Ich werde Olivier folgen, wohin er auch geht.“ Bernard-Henri Lévy, französischer Schirftsteller und Philosoph. Basso Cannarsa/Imago

Es ist ein sehr eigentümliches Verhältnis, das einen Schriftsteller mit seinem Verleger verbindet. Eine Vertrautheit im Text – mit Dingen, die der Text selbst noch nicht über sich weiß. Der Mann oder, lange Zeit in meinem Fall, die Frau Françoise Verny, die, weil sie einem beim Schreiben zusieht, mehr weiß als man selbst über den eigenen Schattenanteil, die Windungen der Imagination, das Labyrinth der Gedanken. Die Person, die einen dazu bringt, etwas zu wagen, standzuhalten, wenn der Zweifel einen überfällt, weiterzumachen, wenn ringsum alles darauf hinausläuft, einen zu entmutigen.

Skandalautor? Wrack? Nein: Supermann. Michel Houellebecq brilliert in Frankreich als sehr besonderer Experte in dunklen Zeiten. Sein Credo: Es lebe die Literatur, es lebe das Chanson!

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