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10.05.2026
19:27 Uhr
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Welch eine Spannung im Rennen um den Klassenerhalt: Ein 3:1 des FCH in Köln führt am letzten Spieltag zu einem Dreikampf mit Wolfsburg und St. Pauli um den begehrten Platz in der Relegation.

Trainer Frank Schmidt und seine Heidenheimer haben jetzt wieder eine reele Chance auf die Relegation. Ulrich Hufnagel/dpa
Frank Schmidt huschte nach dem überlebenswichtigen Sieg ein kurzes Lächeln über das Gesicht, dann schwor der Trainer des 1. FC Heidenheim seine Mannschaft auf den Showdown um den Klassenerhalt ein. Noch ist nichts gewonnen, doch der schon abgeschriebene Außenseiter von der Ostalb hofft mehr denn je auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga.
Mit dem hart erkämpften 3:1 (1:1)-Sieg beim 1. FC Köln sorgten die Heidenheimer für ein Saisonfinale, das an Spannung kaum zu überbieten ist. Erstmals seit dem 18. Spieltag ist der FCH nicht mehr Schlusslicht, durch den Dreier in der Domstadt gab die Schmidt-Elf die Rote Laterne an den FC St. Pauli ab. Mit den Hamburgern und dem VfL Wolfsburg liegt Heidenheim nach Punkten nun gleichauf. Mit einem Sieg gegen den FSV Mainz 05 am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) ist der Sprung in die Relegation noch möglich – abhängig vom Ausgang des Duells zwischen St. Pauli und Wolfsburg.
Der Ehrenpräsident des FC Bayern spricht laut aus, was Fußballdeutschland umtreibt: War eine deutsche WM-Elf vier Wochen vor Turnierstart jemals so undefiniert? Die Frage ist: Kommt die Warnung nicht viel zu spät?
„Das ist wirklich unglaublich. Vor Ostern hat keiner mehr einen Cent auf uns gewettet“, sagte Geschäftsführer Holger Sanwald bei DAZN: „Intern haben wir immer an uns geglaubt, dass wir es schaffen können.“ Doppelpacker Jan Schöppner (8./72.) und ein Eigentor des Kölner Verteidigers Kristoffer Lund (28.) lassen den FCH weiter auf die vierte Bundesliga-Saison hoffen. Köln war trotz eines über weite Strecken dominanten Auftritts zu ineffizient. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Marius Bülter war zu wenig (10.). „Wir sind von den Ergebnissen der anderen abhängig, aber das sind wir schon länger. Wir brauchen Glück, es braucht immer noch viel“, erklärte Sanwald.
Die erneuten Patzer von St. Pauli und Wolfsburg hatten dem FCH weiterhin die Möglichkeit zur Rettung gelassen. Dafür forderte Trainer Schmidt einen Sieg in Köln, schließlich sei am letzten Spieltag „alles möglich“. Der Auftakt gelang. Nach einem Fehler im Kölner Aufbauspiel nickte der vorgerückte Schöppner ein. Die Gastgeber, die am Samstag auf der Couch auch rechnerisch den Klassenerhalt verbucht hatten, reagierten allerdings prompt.
Zunächst verpasste Sebastian Sebulonsen noch den Ausgleich, einen Neuaufbau und keine 30 Sekunden später jagte Bülter den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. FCH-Keeper Frank Feller, dem Schmidt überraschend anstelle von Stammtorhüter Diant Ramaj das Vertrauen geschenkt hatte, war machtlos. Danach war Köln dominanter – verhalf aber Heidenheim wieder in die Spur. Einen Abschluss von Arijon Ibrahimovic versuchte FC-Verteidiger Lund kurz vor der Linie zu klären – doch der vermeintliche Befreiungsschlag landete im eigenen Netz.
Nach dem Seitenwechsel hielt Heidenheim die FC-Offensive mit großem Einsatz im Griff und erarbeitete sich aussichtsreiche Konterchancen. Schöppner verpasste aus zehn Metern zunächst noch den Doppelpack und eine mögliche Vorentscheidung (62.). Zehn Minuten später machte er es besser und schob überlegt ein.
Seit 2007 ist Frank Schmidt Trainer in Heidenheim. Er erklärt, warum er noch Hoffnung auf den Klassenerhalt hat, weshalb sein Klub einen Hang zum Drama verspürt – und warum er seinen Vertrag wohl nicht mehr verlängern wird.
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