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30.04.2026
11:52 Uhr
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Der Gewinn bei VW bricht erneut ein. Auch deshalb will das Unternehmen die Fabriken in Europa weiter verkleinern. Eine Option: Chinesische Partner mit ins Boot holen.

Der VW-Konzern hat im ersten Quartal 2026 erneut weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. In den Monaten Januar bis März ging das Konzernergebnis nach Steuern um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autohersteller am Donnerstag mitteilte. Der Rückgang war zu erwarten, denn VW hat im ersten Quartal auch etwa vier Prozent weniger Autos verkauft.
Der Umsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag mit 3,3 Prozent noch einmal niedriger als vor einem Jahr, als es 3,7 Prozent waren. „Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und ein harter Wettbewerb sorgen für Gegenwind“, sagte Konzernchef Oliver Blume der Konzernmitteilung zufolge. Und auch wenn die Zahlen im ersten Moment dramatisch wirken – es gibt auch kleine Lichtblicke.
Da sind zum einen sogenannte „Sondereffekte“, die das Ergebnis nach unten drückten. Dazu gehört zum Beispiel eine halbe Milliarde Euro, die VW für Investitionen in sein US-Werk abschreibt. Der Konzern hatte kürzlich angekündigt, die Produktion des elektrischen ID4 in Chattanooga zu beenden. 2019 hatte der Autohersteller 800 Millionen Euro in seine Elektrostrategie in den USA gesteckt. Doch da Donald Trump das Land wieder zurück zum Verbrenner drängt und Subventionen für E-Autos gestrichen hat, hatte VW dort zuletzt ohnehin kaum Batteriefahrzeuge verkauft.
Außerdem belasten bei der Truck-Sparte Traton einmalige Ausgaben das Konzernergebnis. Dort ist der Gewinn im ersten Quartal von 640 auf 40 Millionen Euro abgesackt. Laut Konzernmitteilung sind dafür ebenfalls Korrekturen bei der Elektrostrategie und der Verkauf eines Werkes in den USA verantwortlich. Rechnet man alle Sondereffekte aus den Konzernzahlen heraus, sehen sie nicht ganz so düster aus.
Zudem gibt es bei den einzelnen Marken durchaus Fortschritte. Die Markengruppe „Core“, zu der Škoda, Seat/Cupra und VW gehören, hat ihr Ergebnis und auch ihre Gewinnmarge verbessert, genau wie die Gruppe „Progressive“ rund um Audi. Größter Gewinnbringer ist weiterhin Škoda, das mit einer Gewinnmarge von 8,3 Prozent profitabler ist als Porsche (sieben Prozent). Der Sportwagenhersteller belastet weiterhin den Konzern. Von Januar bis März ging dort der Gewinn nach Steuern um fast ein Viertel zurück.
Für VW-Finanzchef Arno Antlitz zahlt sich das Sparprogramm im gesamten Unternehmen langsam aus. Um etwa eine Milliarde Euro seien die Kosten im ersten Quartal gesenkt worden. Unter anderem ist die Belegschaft des VW-Konzerns allein in ersten drei Monaten 2026 um rund 5000 Menschen geschrumpft. Bis 2030 sollen konzernweit etwa 50 000 Jobs wegfallen.
Doch VW will die Sparprogramme noch fortsetzen. VW-Chef Oliver Blume bekräftigte in einem Call mit Analysten und Medienvertretern, dass in „Europa und Deutschland“ weitere 500 000 Fahrzeuge als Kapazität aus den Fabriken herausgenommen werden sollen. Das sei Teil des neuen Zielbildes, das das Konzernmanagement gerade für 2030 erarbeitet. Doch wie soll das gehen, ohne Werke zu schließen oder weitere Jobs zu streichen? Eine bevorzugte Option ist laut Blume, Firmen aus der Verteidigungsbranche in bestehende VW-Fabriken zu holen. Für Osnabrück sei man bereits in konstruktiven Gesprächen für eine solche Lösung.
Doch der VW-Chef hält es auch für denkbar, dass chinesische Autos in europäischen Werken des Konzerns gebaut werden. Das werde geprüft, sagte Blume bei der Vorlage der Geschäftszahlen. Dabei könne es etwa darum gehen, chinesische VW-Fahrzeuge zu bauen, auch die Fertigung von Autos chinesischer Partner wie SAIC, FAW oder Xpeng sei denkbar. Erst als letzten Schritt würde man in Erwägung ziehen, andere chinesische Firmen in den VW-Fabriken produzieren zu lassen. Allerdings würden zu all diesen Optionen bisher noch keine Gespräche geführt.
Zudem sprach sich Blume für Vorgaben für ausländische Firmen aus, die ihre Fahrzeuge in Europa verkaufen wollen. „Unternehmen, die hier Geschäfte machen, sollten hier auch Werke haben“, sagte Blume. Volkswagen sei dazu in Kontakt mit der EU-Kommission.
Der VW-Konzern leidet unter schwachen Verkaufszahlen vor allem in China und den USA. Weltweit drückte das die Zahl der Auslieferungen im Konzern in den Monaten Januar bis März auf noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zuwächse in Europa konnten das nicht ausgleichen. „Die Volkswagen Group hat eine starke Substanz“, wird Oliver Blume in der Konzernmitteilung zitiert. „Allerdings verdienen wir heute nicht genügend Geld mit unseren Fahrzeugen, um unsere Zukunft nachhaltig zu finanzieren.“
Überkapazitäten seien für den Konzern „langfristig nicht tragfähig“, sagt der Manager in einem Interview. Die Strategie: deutlich weniger Autos produzieren. Zieht da bald das große Sparprogramm auf?
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