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07.10.2026
12:36 Uhr
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Die Forscher Henri Kagan, 95, und Kenso Soai, 76, haben einen Weg gefunden, wie man Moleküle in der gewünschten Struktur herstellen kann.

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften (KVA) hat dem Franzosen Henri Kagan, 95, und dem Japaner Kenso Soai, 76, den Nobelpreis in der Kategorie Chemie verliehen. Sie erhalten den wichtigsten Preis in der Wissenschaft für die „Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese“. Vereinfacht ausgedrückt haben die Forscher einen Weg gefunden, wie man Moleküle in der gewünschten Struktur herstellen kann. Das dient unter anderem der Entwicklung neuer Arzneimittel.
„Der diesjährige Preis befasst sich mit der Grundlagenchemie“, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees für Chemie, Heiner Linke. Viele Moleküle kämen in zwei verschiedenen Versionen vor. „Wie meine Hände. Sie sind das Spiegelbild des anderen, sie sehen gleich aus, sind jedoch nicht identisch. Ich kann meine Hände nicht deckungsgleich aufeinanderlegen.“ Solche Moleküle werden als chiral bezeichnet, abgeleitet vom griechischen Wort für Hand. Kagan und Soai trugen dazu bei, ihre Entstehung zu entschlüsseln.
Die Chemie stellt die dritte von insgesamt sechs Preiskategorien dar, in denen stets Anfang Oktober nach und nach die Nobelpreisträger ausgerufen werden. In dieser Woche war zuvor bereits den beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel zusammen mit dem Amerikaner Karl Deisseroth der Medizin-Nobelpreis zugesprochen worden, ehe der Physik-Nobelpreis an den belgisch-amerikanischen Forscher Francis Halzen ging. In den kommenden Tagen folgen noch die Bekanntgaben in Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften.
Im vergangenen Jahr waren Susumu Kitagawa (Japan), Richard Robson (Australien) und Omar Yaghi (USA) für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt worden.
Die Nobelpreise gehen bis auf denjenigen für Wirtschaftswissenschaften allesamt auf das Testament des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833–1896) zurück. Demzufolge solle ausgezeichnet werden, wer im zurückliegenden Jahr „der Menschheit den größten Nutzen“ geleistet habe. Feierlich verliehen werden sie stets an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Die Preise wurden erstmals im Jahr 1901 vergeben und feiern damit in diesem Jahr ihr 125. Bestehen. Aus diesem Anlass wurde das Preisgeld um eine Million schwedische Kronen auf nun zwölf Millionen Kronen (1,06 Millionen Euro) pro Preiskategorie angehoben.
Der belgisch-amerikanische Astrophysiker Francis Halzen hat der Astronomie neue Augen gegeben – Neutrinos. Diese kosmischen Elementarteilchen sind Boten aus dem fernen Universum.
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