Als das „Mittagsmagazin“ („Mima“) der ARD Anfang 2024 vom RBB zum MDR wechselte, war das in jeder Hinsicht eine emotionale Angelegenheit. Im RBB blieb eine erbitterte Redaktion zurück, die als hoch qualifiziert anerkannt war, deren Sender aber praktisch pleite war und Prioritäten setzte. Die Priorität war nur eben nicht, das „Mittagsmagazin“, das die ARD im wöchentlichen Wechsel mit dem ZDF produziert, mit anspruchsvollem Hauptstadtjournalismus zu bespielen, der noch dazu in räumlichen Synergien mit dem ZDF produziert wurde, nämlich aus dessen Hauptstadtstudio im Berliner Zollernhof. Im MDR dagegen rief man große Pläne aus. Sendezeiterweiterung für das ARD-Mima wurde angekündigt, „die bundesweite Sichtbarkeit ostdeutscher Lebenswirklichkeiten“ wollte die damalige MDR-Chefin Karola Wille stärken und befand sich damit im Einklang mit den Forderungen der beitragsstörrischen MDR-Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
