|
09.05.2026
17:50 Uhr
|
Der VfB Stuttgart dominiert das direkte Duell um die Champions-League-Teilnahme gegen Leverkusen und sichert sich mit dem 3:1 die Pole-Position für den letzten Spieltag. Hoffenheim siegt im Fernduell, Augsburg hofft noch ein bisschen auf Europa.

Immer wieder im Mittelpunkt: Stuttgarts Ermedin Demirovic (links). Thomas Kienzle/AFP
Im Mittelpunkt des Bundesligasamstags stand das direkte Duell um die Champions-League-Teilnahme zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen. Und die Spieler taten sofort ihr Möglichstes, um alle Blicke auf sich zu lenken. Wer in der Champions League mitmachen will, dachten sie wohl, sollte heutzutage viele Tore schießen und viele kassieren.
Nur 34 Sekunden waren jedenfalls gespielt, als Stuttgarts Ramon Hendriks ein Ballverlust an der Mittellinie unterlief, Leverkusens Christian Kofane bediente Aleix Garcia, der zur Gästeführung traf. Wiederum keine fünf Minuten waren rum, bis Stuttgart zum Ausgleich kam – durch Ermedin Demirovic nach Zusammenspiel mit Nikolas Nartey.
Wer nach dem Schnellstart dachte, Leverkusen würde im Champions-League-Rennen einen Konkurrenten wieder ähnlich überrollen wie zuletzt die Leipziger, sah sich allerdings getäuscht. Das Gegenteil war der Fall. Der VfB dominierte die erste Halbzeit und hatte drei große Chancen durch Demirovic zur Führung. Nach ewiger VAR-Prüfung kamen die Stuttgarter dann doch noch zum verdienten 2:1: unnötiges Foulspiel von Edmond Tapsoba an, natürlich, Demirovic, Strafstoß, lässiger Lupfer von Maximilian Mittelstädt in die Mitte (45.+7).
Und das 150. Spiel von Sebastian Hoeneß als VfB-Trainer bot auch in der zweiten Hälfte passende schwäbische Feierstimmung: Deniz Undav erzielte nach einer knappen Stunde den dritten Treffer, der dem Spielverlauf vollkommen angemessen war. Der letzte Champions-League-Qualifikationsplatz vier steht für Stuttgart nun zu Buche – und die Pole-Position für den letzten Spieltag. Da muss der VfB zu den kriselnden Frankfurtern. Leverkusen empfängt Hamburg, steht auf Rang sechs und hat auf Stuttgart drei Zähler Rückstand bei einer nur einen Treffer schlechteren Tordifferenz.
So gut wie gerettet war Werder Bremen in Sachen Klassenverbleib schon vor dem Spiel in Hoffenheim. Das kann aber kein Grund für Yukinari Sugawara gewesen sein, seinen Arbeitstag schon nach zwei Minuten zu beenden. Ein übler Tritt auf die Wade von Bazoumana Touré, ein VAR-Check, Rot – was den Japaner da geritten hatte, wusste er wohl selbst nicht. Die Hoffenheimer waren im Fernduell mit dem VfB und Bayern um die Champions League nun ein ganzes Spiel lang in Überzahl.
Und es dauerte nicht sehr lange, bis sie sie nutzten, Touré revanchierte sich für den Tritt im Anschluss an einen Eckball (26.). Durch den Sieg ist Hoffenheim punktgleich (61) und mit einer fünf Treffer schlechteren Tordifferenz erster Verfolger des Vierten VfB Stuttgart. Am letzten Spieltag reist die TSG nach Gladbach. Die Bremer tröstet nun die Gewissheit, relegationsfrei in der Liga zu bleiben. Durch den 1:0-Sieg der Bayern gegen Wolfsburg können sie nicht mehr absteigen.
Der FC Augsburg musste im Heimspiel gegen Mönchengladbach siegen, um seine Chance auf einen Europapokal-Platz zu wahren. Das 1:0 (24.) erzielte der Stürmer Gregerl, geliehen unter dem Namen Michael Gregoritsch von Bröndby IF aus Dänemark. Der 32-jährige Österreicher, der schon von 2017 bis 2022 für Augsburg gespielt hatte und in der Winterpause zurückkehrt war, hatte noch zwei weitere Chancen in der ersten Hälfte; einmal scheiterte er am VAR (Abseits), einmal am Borussia-Torwart Moritz Nicolas.
Stattdessen traf dann eben Robin Fellhauer (42.), die rechte Abwehrseite der Gladbacher wirkte zum wiederholten Mal, als seien alle schon in den Urlaub abgereist. Ebenso abwesend war die Borussia beim 3:0, diesmal wieder durch Gregerl (72.). Sie kam in der Nachspielzeit nur noch zum Ehrentreffer durch Giovanni Reyna. Eine Europareise durch die Conference League war damit für Augsburg weiter möglich – der Traum könnte allerdings am Sonntag enden, falls der SC Freiburg in Hamburg gewinnt. Denn bleibt der SCF auf Platz sieben und qualifiziert sich über das Europa-League-Finale für die Champions League, würde der Bundesliga-Platz in der Conference League an die Uefa zurückgehen. Alles viel komplizierter, als Tore gegen Gladbach zu schießen.
Seit 2007 ist Frank Schmidt Trainer in Heidenheim. Er erklärt, warum er noch Hoffnung auf den Klassenerhalt hat, weshalb sein Klub einen Hang zum Drama verspürt – und warum er seinen Vertrag wohl nicht mehr verlängern wird.
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: