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28.05.2026
07:48 Uhr
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YouTubes KI-Kennzeichen sollen durch prominente Platzierungen sichtbarer werden. Außerdem will die Videoplattform KI-Inhalte nun selbst erkennen.

YouTube verschiebt die Kennzeichnungen für KI-generierte Inhalte an prominentere Stellen. Die Videoplattform führt zudem eine automatische Erkennung ein, die Videos auch ohne die Selbstauskunft des Uploaders mit einem Label versehen kann – etwa dann, wenn der Einsatz von KI aus den C2PA-Metadaten hervorgeht. Das teilte YouTube in einem Blogeintrag mit.
Bisher erschien der KI-Hinweis unterhalb des Videos im aufgeklappten Beschreibungsbereich. Künftig taucht er bei normalen Horizontal-Videos direkt unterhalb des Players auf, sodass er ohne weiteres Scrollen sichtbar ist. Bei Shorts wird die Kennzeichnung als Overlay direkt im Video eingeblendet.
YouTube unterscheidet zwischen offensichtlich KI-generierten Videos und solchen KI-Clips, die durch ihr realistisches Aussehen Zuschauer täuschen könnten. Die prominenten Platzierungen des KI-Hinweises werden nur für KI-Videos umgesetzt, die fotorealistisch wirken oder maßgeblich durch KI geändert wurden, schreibt YouTube im Blogeintrag. Etwa bei animierten KI-Videos bleiben die Kennzeichnungen an der alten Stelle im aufgeklappten Beschreibungstext.
Bisher hat sich YouTube auf eine mehr oder weniger freiwillige Selbstauskunft von Uploadern verlassen, um KI-Videos zu kennzeichnen. Nun will YouTube KI-Clips auch eigenständig erkennen. Creator können eine falsch gesetzte Kennzeichnung in YouTube Studio anfechten. Wenn Inhalte mit Googles eigenen Tools wie Veo erstellt wurden oder KI-Marker in den Metadaten enthalten, ist eine solche KI-Kennzeichnung laut YouTube aber unumstößlich. C2PA steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity und ist ein offener Standard, der Informationen zur Inhaltsherkunft direkt in der Mediendatei verankert.
Laut YouTube soll das neue System ab Mai 2026 schrittweise umgesetzt werden. Die bestehende Offenlegungspflicht bleibt davon unberührt. Wer seinen KI-Einsatz nicht deklariert, muss damit rechnen, dass YouTube das Label selbst setzt.
Auf Empfehlungsalgorithmen und Werbung hat eine KI-Kennzeichnung laut YouTube keinen Einfluss. Das Unternehmen begründet die Änderungen mit Feedback aus der Community, das seit Einführung der Offenlegungspflicht im Jahr 2024 gesammelt wurde. Seit dem Frühjahr 2024 müssen Creator auf YouTube fotorealistische KI-Inhalte offenlegen.
(dahe)