Heise 19.05.2026
17:19 Uhr

Vor „letzter Schlacht“ mit Apple: Fortnite kehrt global zurück in den App Store


Knapp sechs Jahre nach dem Rauswurf durch Apple vertreibt Epic Games seinen Shooter fast überall wieder im App Store. Der Streit um Provisionen geht weiter.

Vor „letzter Schlacht“ mit Apple: Fortnite kehrt global zurück in den App Store

Eines der größten und längsten App-Store-Dramen nähert sich dem Ende. Epic Games hat Fortnite wieder (fast) global in Apples App Store gelistet, wie die Spielefirma am Dienstag mitteilte. Knapp sechs Jahre nach dem von Epic provozierten Rauswurf durch Apple ist der Shooter damit auch in Deutschland erneut in dem auf jedem iPhone und iPad vorinstallierten Vertriebskanal zum Download erhältlich.

Die „letzte Schlacht“ mit Apple stehe aber noch bevor, betonte Epic in einer Mitteilung und stellte zugleich in Aussicht, weiterhin gegen Apples „wettbewerbswidrige App-Store-Praktiken“ vorgehen zu wollen. Dennoch sei Fortnite jetzt bereits zurück im App Store, „weil wir zuversichtlich sind, dass Regierungen auf der ganzen Welt Apples Abzockgebühren nicht länger zulassen, sobald Apple gezwungen wird, seine Kosten offenzulegen“, schreibt Epic. Nur im australischen App Store ist das Spiel vorerst nicht zu finden. In den USA vertreibt Epic es wieder in Apples Laden, seit dem iPhone-Konzern dort gerichtlich untersagt wurde, eine Provision auf externe Käufe in Apps zu veranschlagen. Das Verfahren läuft noch (Epic Games vs. Apple, Aktenzeichen 25-2935, Court of Appeals for the Ninth Circuit).

Letztlich geht es um riesige Umsätze mit In-App-Käufen, besonders in Spielen: Dem Rechtsstreit zufolge hat Fortnite allein mit der iOS-Version in den zwei Jahren seiner App-Store-Verfügbarkeit über 700 Millionen US-Dollar eingenommen und Apple durch die Provision daran weit über 100 Millionen US-Dollar mitverdient.

Fortnite hat sich im Jahr 2020 an die Spitze großer App-Anbieter gestellt, die weniger oder keine Provision mehr für In-App-Käufe an Apple und Google zahlen wollen. Die beiden Plattformbetreiber haben auf In-App-Käufe lange bis zu 30 Prozent Provision einbehalten, inzwischen gibt es eine deutlich komplizierte Gebührenstruktur mit vielen Ausnahmen und Sonderregelungen.

Epic Games integrierte damals eine direkte Kaufmöglichkeit für seine In-Game-Währung V-Bucks in Fortnite, verstieß damit bewusst gegen Apples und Googles App-Regeln – und wurde prompt aus den zentralen App-Läden für iOS und Android geworfen. Epic zog daraufhin vor Gericht: Das Verfahren gegen Apple verlor der Spieleentwickler zwar haushoch, konnte aber ein Unterlassungsurteil erzielen, das Apps externe Kauflinks grundsätzlich erlaubt – auch darüber wird noch gestritten. In der EU musste Apple inzwischen bereits alternative App-Läden zulassen, dort war Fortnite im Epic Games Store schon verfügbar – allerdings installierte bislang wohl nur ein winziger Teil der iPhone-Nutzer solche Dritt-Läden.

(lbe)