|
01.06.2026
11:03 Uhr
|
Ein Brandenburger Schüler hat ein Sprachmodell trainiert, das Inhalte in Leichte Sprache übersetzt. Für "Jacob" erhielt er nun auch den KI-Sonderpreis im Bund.

Am vergangenen Wochenende feierte der Jugend-forscht-Wettbewerb 2026 seinen Abschluss mit der Verleihung der Bundespreise und zahlreicher Sonderpreise. In diesem Jahr hat die Internationale Hochschule (IU) 16 KI-Sonderpreise in den Ländern und einen KI-Sonderpreis auf Bundesebene gestiftet. Mit dem KI-Sonderpreisträger Magnus Schlinsog (18) aus Brandenburg konnte heise online kurz vor dem Bundesfinale ein Interview führen. Sein Projekt wurde von der IU schon nach Verleihung der Landespreise als besonderes Beispiel für digitale Teilhabe und Bildung für alle hervorgehoben und hat ihm nun auch den KI-Sonderpreis auf Bundesebene eingebracht. Schlinsog hat eine künstliche Intelligenz für „Leichte Sprache“ trainiert und ursprünglich gar nicht geplant, an Jugend forscht teilzunehmen.
Dass die IU den KI-Sonderpreis in Absprache mit Jugend forscht initiiert hat und stiftet, ist laut Prof. Dr. Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung & Transfer, Teil des eigenen Umgangs mit KI in der Hochschullehre. Gegenüber heise online erklärte er: „Wir schulen und fördern KI-Kompetenzen gezielt für Beschäftigte und Studierende“. Mit Jugend forscht wolle man junge Menschen unterstützen, „KI als Schlüsselkompetenz zu begreifen“.
Ob die IU auch im kommenden Jahr einen KI-Sonderpreis im Rahmen von Jugend forscht stiftet, ließ Bhattacharya indessen offen, verwies aber darauf, dass die IU weiterhin mit Jugend forscht im Gespräch sei. Ein ganz auf künstliche Intelligenz ausgelegter Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ist in Deutschland der Bundeswettbewerb KI (BWKI). Bhattacharya führte genauer aus, warum die IU Jugend forscht den Vorzug gegeben hat: „Jugend forscht ist, genau wie der Bundeswettbewerb KI, ein renommierter Preis zur Förderung junger Forschungstalente. Beide schätzen wir sehr. Bei Jugend forscht können die Teilnehmenden ihre Projekte in sieben Fachgebieten einreichen, die ein breites wissenschaftliches Spektrum – insbesondere in den Naturwissenschaften – abdecken. In vielen dieser Bereiche wird KI inzwischen gezielt eingesetzt, um Forschungsprozesse zu unterstützen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Für uns ist es wichtig, KI nicht als Spezialthema zu betrachten, sondern als Zukunftskompetenz, die in vielen Bereichen relevant ist: von Bildung, Arbeitswelt über MINT-Fächer bis hin zu gesellschaftlichen Fragestellungen.“
(kbe)