Heise 21.07.2026
20:00 Uhr

Top 10: Speicher für Balkonkraftwerk im Test – Zendure vor Anker


Welcher Speicher fürs Balkonkraftwerk lohnt sich? Wir zeigen die zehn besten Modelle aus zahlreichen Einzeltests. Der Testsieger funktioniert sogar ohne Cloud.

Top 10: Speicher für Balkonkraftwerk im Test – Zendure vor Anker

Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.

Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Welcher Speicher fürs Balkonkraftwerk lohnt sich? Wir zeigen die zehn besten Modelle aus zahlreichen Einzeltests. Der Testsieger arbeitet komplett ohne Cloud.

Ein Stromspeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote eines Balkonkraftwerks und senkt dadurch die Stromrechnung deutlich stärker als ein Betrieb ohne Akku, wie unser Ratgeber zeigt. Die folgende Bestenliste zeigt die besten Solarspeicher für Balkonkraftwerke.

Viele Hersteller setzen für den Betrieb eines Speichers nach wie vor eine Cloud-Verbindung voraus. Bei Internet- oder Serverstörungen sind die Geräte dann oft nur eingeschränkt nutzbar. Das ändert sich jedoch zunehmend: Immer mehr Hersteller ermöglichen eine lokale Ansteuerung, darunter Zendure, Solakon, Sun Energy XT, Marstek und Hoymiles.

Ein weiterer Entwicklungstrend betrifft die Einspeiseleistung: Während für Balkonkraftwerke weiterhin die Grenze von 800 W (Watt) gilt, überschreiten neuere Stromspeicher diesen Wert teils deutlich. In solchen Fällen sind jedoch eine fachgerechte Abnahme durch einen Elektriker sowie die offizielle Anmeldung der PV-Anlage zwingend erforderlich.

Ein prominentes Beispiel ist der Zendure Solarflow 2400 Pro, der eine Einspeiseleistung von bis zu 2400 W erreicht und PV-Eingangsleistungen von bis zu 3000 W ermöglicht. Im Dreiphasen-Verbundbetrieb – mit je einem Gerät pro Phase – sind sogar Gesamteinspeisungen von 7200 W und ein PV-Anschluss von bis zu 14,4 kWp realisierbar. Ebenfalls leistungsstark präsentiert sich der Sun Energy XT 500 Pro mit ebenfalls 2400 W Einspeiseleistung.

Einen neuen Spitzenwert setzt die Anker Solarbank 4 Pro: Mit einer PV-Eingangsleistung von bis zu 5000 W können daran bis zu zwölf 500-W-Module angeschlossen werden – ein klares Indiz dafür, dass dieses Gerät weit über eine reine Balkonkraftwerk-Lösung hinausgeht. Auch die maximale Einspeiseleistung von 2500 W unterstreicht diese Positionierung.

Damit verschwimmt die Grenze zwischen Balkonkraftwerk und klassischer Photovoltaikanlage zunehmend – für Nutzer ein klarer Vorteil: Der Einstieg bleibt mit einem 800-W-Balkonkraftwerk und maximal 2000 W PV-Leistung denkbar einfach, das System lässt sich bei Bedarf jedoch flexibel zu einer leistungsstarken PV-Anlage erweitern.

Die vorliegende Bestenliste umfasst Lösungen mit genau dieser Ausbaumöglichkeit, aber auch Varianten ausschließlich für den Betrieb eines klassischen Steckersolargeräts – so die offizielle Bezeichnung für Balkonkraftwerke.

Die Wahl des optimalen Speichers hängt – wie beim Balkonkraftwerk selbst – von individuellen Bedürfnissen, örtlichen Gegebenheiten und Preis ab. Wer möglichst viele Solarpanels anschließen und auch während der Dunkelflaute Strom nutzen will, fährt mit Lösungen mit mindestens vier MPP-Trackern und bidirektionalem Laden am besten. Anders als noch vor wenigen Jahren bringen moderne Speicher integrierte Anschlüsse für Solarpanels mit – ein externer Wechselrichter entfällt meist.

Der Zendure Solarflow 2400 Pro erfüllt als Testsieger genau diese Anforderungen: Er bietet vier integrierte MPP-Tracker und unterstützt dynamische Stromtarife (Ratgeber) von Rabot Energy, Tibber und weiteren Anbietern. So lässt sich der Speicher auch im Winter oder bei schlechtem Wetter wirtschaftlich laden und zur Senkung der Stromkosten nutzen. Bei einem Stromausfall versorgt er Verbraucher mit bis zu 2400 W. Aktuell ist Zendure Solarflow 2400 Pro inklusive Versand bei Ebay mit dem Code YDEFSINQWHJCDYCM für 753 Euro erhältlich. Mit einem Preis von 314 Euro pro kWh ist die Zendure-Lösung in der Standardausstattung mit 2,4 kWh nicht gerade günstig. Immerhin sinkt der Preis pro kWh im Set mit einer Zusatzbatterie AB3000L auf 236 Euro.

Als Technologiesieger überzeugt die neue Anker Solarbank 4 Pro mit 5 kWh Kapazität, 5000 W PV-Eingang und bis zu 2500 W Einspeiseleistung. Mit diesen Leistungsdaten ist sie für ein Balkonkraftwerk überdimensioniert. Wer aber ein kleine PV-Anlage mit bis zu zwölf 500-W-Panels plant, liegt mit der Solarbank 4 Pro genau richtig. Aktuell ist der neue Anker-Stromspeicher für 1599 Euro erhältlich, pro kWh sind das relativ teure 319 Euro.

Als Preis-Leistungs-Sieger verfügt der Zendure Solarflow 800 Pro über ähnliche Funktionen wie der Testsieger, ist bei der Leistungsausgabe der Notstromsteckdose jedoch auf 1000 W begrenzt. Inzwischen ist das Modell vom etwas effizienteren Nachfolger Solarflow 800 Pro 2 abgelöst. Die Preise starten bei 489 Euro, was einem kWh-Preis von 255 Euro entspricht. Und mit Zusatzakku AB2000X kostet das Set bei Ebay 849 Euro (221 Euro pro kWh).

Von den Top-Herstellern bietet Zendure damit den aktuell günstigsten Speicher. Beide Zendure-Lösungen bieten zudem eine lokale Ansteuerung über Home Assistant oder Homey Pro und lassen sich damit vollständig ohne Hersteller-Cloud betreiben. Allerdings zieht Anker in diesem Punkt mit Zendure gleich, denn für die neue Solarbank 4 gibt es ebenfalls eine Integration für Home Assistant.

Wer statt eines nachrüstbaren Akkus gleich ein komplettes Set sucht, bekommt die meisten Top-10-Speicher auch im Bundle mit Wechselrichter und Photovoltaik-Modulen. Einige Beispiele, geordnet nach Platzierung in der Bestenliste.

Alternativ gibt es derzeit einige ordentliche Angebote im Onlineshop von Yuma. Hier sind preislich besonders die Bundles mit Jackery-Speicher interessant. Für 999 Euro gibt es etwa das Set mit Solarvault 3 Pro mit 2,5 kWh und 2000 Wp (Test folgt).

Zendure liefert mit dem Solarflow 2400 Pro einen leistungsfähigen Speicher, der nicht nur für ein Balkonkraftwerk geeignet ist, sondern auch für herkömmliche PV-Anlagen. Aktuell ist Zendure Solarflow 2400 Pro inklusive Versand für 799 Euro erhältlich. Mit einem Preis von 333 Euro pro kWh ist die Zendure-Lösung relativ teuer. Immerhin sinkt der Preis pro kWh im Set mit einer Zusatzbatterie AB3000L auf 246 Euro. Damit ist die Zendure-Lösung günstiger als die Anker Solarbank 4, für die man pro kWh etwa 333 Euro zahlen muss.

Anker bietet mit der Solarbank 4 Pro einen Stromspeicher, der für ein klassisches Balkonkraftwerk mit zwei PV-Panels überdimensioniert ist. Wer sie voll ausreizen möchte, sollte sie als PV-Anlage anmelden. Dann kann man sie mit bis zu 12 Solarpanels betreiben und profitiert von der maximalen Einspeiseleistung von 2500 Watt. Für diesen Einsatzzweck gibt es derzeit kaum eine bessere Alternative.

Der Wechselrichter mit integriertem 1,92-kWh-Speicher Solarflow 800 Pro 2 kostet ohne Solarpanels regulär 849 Euro. Aktuell ist er bereits für 484 Euro erhältlich, was einem kWh-Preis von 252 Euro entspricht.