Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
|
28.05.2026 20:00 Uhr |
Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
E-Scooter müssen nicht teuer sein, ab 180 Euro gibt es ordentliche elektrische Tretroller. Wir zeigen die zehn besten, günstigen E-Scooter aus über 100 Tests.
Es ist nicht lange her, da waren E-Scooter unter 600 Euro kaum zu gebrauchen. Das hat sich geändert. Mittlerweile eignen sich die Elektroroller sogar im Einstiegs- und Mittelklassesegment gerade für Pendler und Fahrten in der Stadt. Sie sind qualitativ hochwertig, bieten einen passablen Motor, Luftreifen, zuverlässige Bremsen und ausreichend große Akkus. Sogar Premium-Features wie Blinker, gute Federung oder eine App-Anbindung sind im Einstiegssegment keine Seltenheit mehr. In dieser Bestenliste zeigen wir die 10 besten günstigen E-Scooter aus über 100 Tests.
Wer unabhängig vom Preis das beste Modell will, dem empfehlen wir einen Blick in unsere Top 10: Der beste E-Scooter im Test. Viel auf dem Land unterwegs? Dann hilft die Top 10: Der beste Offroad-E-Scooter.
Unser Testsieger ist der Navee N65i II für 559 Euro (Expert). Starker 1350-W-Motor, 150 kg Zuladung und bis zu 70 km Reichweite machen ihn vor allem für schwerere und größere Pendler attraktiv.
Der Egret Ey! 3 für nur 299 Euro (Amazon) ist unser Technologiesieger. Die hochwertige Verarbeitung, das clevere Design und die komfortable Vollfederung machen ihn zu einem der besten E-Scooter seiner Preisklasse.
Unser Preis-Leistungs-Sieger WQ-W4 Pro kostet 183 Euro (Amazon). Für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer, die hauptsächlich auf guten Straßen unterwegs sind, bietet er ein überzeugendes Gesamtpaket mit fast schon unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Navee N65i II liefert für 559 Euro bei Expert ein beeindruckendes Gesamtpaket. Starker 1350-W-Motor, 150 kg Zuladung und bis zu 70 km Reichweite machen ihn vor allem für schwerere und größere Pendler attraktiv. Kleinere Schwächen bei Federung und Wendigkeit fallen angesichts des Preises kaum ins Gewicht.
Der Egret Ey! 3 hinterlässt im Test einen positiven Eindruck. Die hochwertige Verarbeitung, das clevere Design und die komfortable Vollfederung machen ihn zu einem der besten E-Scooter in dieser Preisklasse. Die agilen Fahreigenschaften und das geringe Gewicht prädestinieren ihn besonders für den urbanen Einsatz und Pendler. Die cleveren Details am Lenker wie der Bremsgriff für die Motorbremse gefallen uns ebenfalls. Lediglich der etwas zu kleine Akku, der etwas schwachbrüstige Motor und die geringe maximale Zuladung stören uns.
Der Egret Ey! 3 ist für 299 Euro (Amazon) erhältlich.
Der WQ-W4 Pro beweist, dass ein brauchbarer E-Scooter mit Straßenzulassung nicht teuer sein muss. Mit pannensicheren Reifen, leichtem Gewicht und ordentlicher Verarbeitung eignet er sich perfekt für preisbewusste Pendler auf kurzen Strecken. Auf den Fahrkomfort einer Federung muss man allerdings verzichten – wer regelmäßig über holprige Wege fährt, sollte besser etwas mehr investieren.
Die von uns getestete Variante ohne Straßenzulassung kostet auf Banggood 219 Euro. Wir raten jedoch ausdrücklich zum Kauf der in Deutschland zugelassenen Version, die auf Amazon 183 Euro kostet.
Wer einen E-Scooter günstig sucht, muss heute kaum mehr Abstriche bei der Qualität machen. Unser Preis-Leistungs-Sieger WQ-W4 Pro zeigt, dass schon im Einstiegssegment ordentliche Modelle verfügbar sind. Wer etwas mehr investiert, bekommt mit dem Egret Ey! 3 für unter 300 Euro sogar Vollfederung und Luftreifen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in dieser Preisklasse oft besser als bei vielen Premium-Geräten.
Ein wichtiger Faktor für komfortables Fahrvergnügen sind luftgefüllte Reifen. Sie fangen Unebenheiten ab und geben sie nicht ungefiltert an Elektroscooter und Fahrer weiter. Zudem greifen Luftreifen gerade bei Feuchtigkeit besser. So rutscht der Roller weniger weg und bremst schneller. Ihr Nachteil: Sie müssen bei Druckverlust wieder aufgepumpt werden und sind nicht pannensicher. Ein Nagel kann die Luftkammer verletzen und zu einem Platten führen.
Ihnen gegenüberstehen Vollgummireifen oder Reifen mit festen, teilweise offenen Luftkammern. Die Hersteller nennen sie Honeycomb-Reifen. Auf ihnen fährt es sich härter als auf Luftreifen. E-Scooter mit Hartgummireifen kommen häufig mit einer Federung, die beim Fahren aber ein schwammiges Gefühl verursachen kann. Vollgummireifen sind dafür wartungsfrei, bieten aber spürbar weniger Komfort.
Wir empfehlen, beim Kauf auf Luftreifen zu achten. In der Vergangenheit gab es diese Luftreifen nur bei E-Scootern jenseits der 500-Euro-Marke. Dies hat sich erfreulicherweise geändert – auch günstige Modelle setzen mittlerweile auf Luftreifen mit ordentlichem Profil.
Die Motorleistung eines E-Scooters beeinflusst die Geschwindigkeit und die Fähigkeit, Steigungen zu bewältigen. Günstigere Modelle haben oft Motoren mit 250 bis 350 W Nennleistung. Ein Motor mit 250 W reicht üblicherweise, um Personen mit 80 kg oder weniger vernünftig eine leichte Steigung hinaufzubefördern. Wer 100 kg und mehr wiegt, sollte einen Motor mit mindestens 350 W wählen. Erlaubt sind maximale 500 W Nennleistung, bei der Spitzenleistung gibt es keine gesetzliche Begrenzung.
Die Höchstgeschwindigkeit ist gesetzlich klar geregelt: In Deutschland dürfen E-Scooter mit Straßenzulassung maximal 20 km/h mit einer Toleranz von 10 % fahren. Diese Geschwindigkeit reicht für die Stadt und kurze Pendelstrecken aus. Wer einen E-Scooter manipuliert, sodass er schneller als 20 km/h fährt, riskiert hohe Bußgelder und den Verlust der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE).
Außerdem gilt es, auf die Herstellerangaben zu achten: Einige E-Scooter erlauben nur eine maximale Zuladung von 100 kg, die meisten mittlerweile jedoch 120 kg. Robustere Modelle wie der Navee N65i II bieten Traglasten von bis zu 150 kg.
Bezüglich der Bremsen schreibt der deutsche Gesetzgeber zwei unabhängig voneinander funktionierende Systeme vor. Käufer von Billig-E-Scootern sollten darauf achten, dass nicht eine davon eine Schutzblechbremse am Hinterrad ist, die schlicht mit dem Fuß auf den Reifen gedrückt wird. Bewährt hat sich bei günstigen E-Tretrollern eine Scheibenbremse in Kombination mit einer Motorbremse. Bei der Motorbremse gibt es jedoch gehörige Qualitätsunterschiede. Einige bremsen fein dosierbar, andere deutlich zu abrupt.
Beim Klappmechanismus haben wir in unseren Tests keine wirklichen Ausfälle erlebt. Allerdings kann es vorkommen, dass das Klappscharnier nachjustiert oder geschmiert werden muss. Im Preissegment um die 500 Euro lassen sich alle E-Scooter zusammenklappen. In einigen Fällen ist es gar möglich, den Lenker anzulegen.
Wichtig fürs Pendeln: Wer den E-Scooter häufig tragen oder in Bus und Bahn mitnehmen muss, sollte auf das Gewicht achten, wobei die günstigen E-Scooter eher zu den leichten Vertretern gehören. Modelle unter 18 kg lassen sich noch komfortabel transportieren. Schwerere E-Scooter wie der Navee N65i II sind dafür stabiler und sie fahren weiter, eignen sich aber weniger für regelmäßiges Tragen.
Hochwertige und zuweilen teurere E-Scooter kommen mit sinnvollen Zusatzfunktionen wie einem Blinker. Gut, dass diese sicherheitsrelevanten Funktionen schrittweise auch im Einstiegssegment Einzug halten. In manchen Ländern, etwa in Österreich, dürfen nur noch E-Scooter mit Blinker verkauft werden. Wer einen E-Scooter ohne Blinker hat, kann diesen jedoch relativ einfach und günstig nachrüsten. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Der beste Blinker für E-Scooter zum Nachrüsten.
Zusätzliche Funktionen wie NFC und Apps zur Steuerung des Scooters sind ebenfalls oft nur in teureren Modellen zu finden. Wer Wert auf App-Anbindung legt, findet sie aber auch schon bei Modellen wie dem WQ-W4 Pro oder dem Ninebot Segway F2 Pro.
Der Akku ist eines der teuersten Bauteile an einem E-Scooter. Deswegen darf man im Einstiegssegment keine große Reichweite erwarten. Dabei ist die Akkukapazität ein entscheidender Faktor für die Reichweite.
Trotzdem sollten Käufer darauf achten, dass ihr günstiger E-Scooter mindestens einen 250-Wattstunden-Akku (Wh) bietet. Dieser sollte je nach Wetter, Fahrweise, Strecke und Fahrergewicht um die 20 km schaffen. Ein guter E-Scooter sollte eine Reichweite von mindestens 20 bis 30 km bieten, um den Ansprüchen der meisten urbanen Pendler zu genügen.
Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite wird unter Idealbedingungen ermittelt. Faktoren wie Fahrergewicht, Steigungen und Außentemperatur beeinflussen die tatsächliche km-Reichweite erheblich. Realistisch liegt die Reichweite eines E-Scooters zwischen 12 km und 40 km, größere Elektromobile schaffen teilweise bis zu 70 km.
Wer mehr Akkuleistung will, dem hilft unsere Top 10: E-Scooter mit dem größten Akku weiter.
Ja. In Deutschland dürfen E-Scooter im öffentlichen Raum nur mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) geführt werden. E-Scooter dürfen eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschreiten und müssen unter anderem über zwei voneinander unabhängige Bremsen sowie eine konforme Beleuchtungsanlage verfügen.
Für den Betrieb eines E-Scooters im Straßenverkehr ist zudem eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Den Nachweis liefert eine Klebeplakette am Heck des Scooters. Ohne diese Versicherungsplakette ist die Fahrt im öffentlichen Raum nicht erlaubt – unabhängig davon, ob es sich um einen günstigen oder teuren E-Scooter handelt.
Für E-Scooter gibt es eine Haftpflichtversicherungspflicht, aber auch andere Versicherungen können wichtig sein. Selbst die vorsichtigsten Fahrer können die Gefahr eines Unfalls nie zu 100 % ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.
Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen. Wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.
Die Preise für E-Scooter variieren stark: Einsteigermodelle kosten häufig unter 400 Euro, während Premium-Modelle über 800 Euro liegen können. E-Scooter im Preisbereich bis 400 Euro bieten meist grundlegende Funktionen, während Modelle über 800 Euro mit besseren Motoren, Federungen und größerer Akkuleistung ausgestattet sind. Wer auf unabhängige Tests und einen Preisvergleich setzt, vermeidet Fehlkäufe leichter. Auch Vorjahresmodelle etablierter Marken wie Ninebot, Xiaomi oder Segway sind oft stark reduziert und technisch weiterhin überzeugend.
Für den Stadtverkehr empfehlen wir den Egret Ey! 3 für unter 300 Euro. Er bietet Vollfederung, Luftreifen und eine solide Verarbeitung. Wer auf Vollfederung verzichten kann, fährt mit dem Joyor C10E ebenfalls gut. Alle Modelle sind als E-Scooter mit Straßenzulassung erhältlich und fahren die zulässigen 20 km/h.
Wichtig: Die Wahl des richtigen Elektro-Scooters sollte auf den individuellen Nutzungszweck abgestimmt sein – Pendelstrecke, Freizeitfahrten oder kombinierte Aktivitäten machen einen Unterschied.
Unglaublich, wie gut mittlerweile E-Scooter unter 600 Euro sind. Wer einen E-Scooter günstig kaufen möchte, muss nur noch wenige Kompromisse eingehen. Viele Modelle bieten bereits einen starken Motor, tolle Verarbeitung, Blinker und weitere Premium-Funktionen wie eine Federung und eine App. Lediglich wer die Extra-Prise Akkukapazität, extra-weiche Federung und bärenstarke Motoren bevorzugt, muss mehr Geld auf den Tisch legen.
Wer unabhängig vom Preis den besten E-Scooter will, dem empfehlen wir einen Blick in die Top 10: Die besten E-Scooter im Test. Echte Langläufer sammeln wir in unserer Bestenliste Top 10: E-Scooter mit dem größten Akku. Viel auf dem Land unterwegs? Dann hilft unsere Top 10: Der beste Offroad-E-Scooter.
Matthias Sternkopf von 20.05.2026
Der E-Scooter Navee N65i II verbessert den beliebten N65i. Er bietet nun 1350 W Spitzenleistung, üppige 150 kg Zuladung und eine hohe Reichweite.
Navee mischt den E-Scooter-Markt seit einigen Jahren auf. Der chinesische Hersteller gilt mittlerweile als ernstzunehmende Alternative zu den Platzhirschen Segway und Xiaomi. Bereits der Navee ST3 Pro (Testbericht) überzeugte uns mit exzellenter Federung und hochwertiger Verarbeitung.
Jetzt schickt Navee den Nachfolger des sehr beliebten N65i (Testbericht) ins Rennen. Achtung: Viele Online-Händler wie Amazon führen das Modell weiterhin unter der alten Bezeichnung, liefern aber tatsächlich schon die neue Version aus. Ein auffälliger Unterschied fällt schnell ins Auge – die Frontfederung ist beim N65i II verkleidet.
Mit einem Preis von 559 Euro bei Expert siedelt sich der N65i II im unteren Mittelfeld an. Wie sich der neue Navee schlägt, klärt unser Test.
Der Aufbau gelingt gewohnt zügig. Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert beim Käufer an, lediglich der Lenker will noch festgeschraubt werden. Die vier dafür nötigen Schrauben und ein Inbusschlüssel liegen bei. In wenigen Minuten ist der N65i II startklar – fast.
Denn vor der ersten Fahrt verlangt der Navee zwingend eine Aktivierung über die App. Wer das ignoriert, hört statt Fahrgeräuschen nur einen nervigen Piepton. Ein ähnliches Vorgehen kennen wir bereits vom Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht).
Optisch hinterlässt der N65i II einen sauber verarbeiteten Eindruck. Zwei robuste Stahlrohre verbinden die Lenkeinheit mit dem Basisrahmen. Die verkleidete Frontfederung wirkt wuchtig und verleiht dem E-Scooter einen individuellen Charakter. Das Trittbrett zeigt klare Kanten und misst 19 cm in der Breite, fällt aber nicht besonders lang aus. Schwarz und Grau bestimmen das Design, ein weißer Navee-Schriftzug auf der Lenkstange setzt einen dezenten Akzent. Display und Beleuchtung sind elegant integriert, damit bleibt das Kabelmanagement aufgeräumt.
Die großen 10,5-Zoll-Reifen mit grobem Profil unterstreichen den massiven Auftritt. Hier wirkt nichts nach Pendler-Spielzeug. Die Verarbeitung überzeugt mit hoher Steifigkeit, dicke Schweißnähte zeugen vom robusten Aufbau. Dank IPX5-Schutzklasse macht dem E-Scooter auch Regen nichts aus.
Praktisch im Alltag: Ein Haken an der Lenkstange nimmt Tüten oder einen Rucksack auf. Die maximale Zuladung von 150 kg sucht in dieser Preisklasse ihresgleichen und macht den N65i II auch für schwerere Fahrer interessant. Das Eigengewicht von knapp 24 kg fordert beim Transport jedoch Tribut – Treppensteigen oder ÖPNV-Nutzung werden zur Schwitzpartie.
Aufgeklappt misst der Navee N65i II 121 × 60 × 130 cm. Zusammengeklappt schrumpft die Höhe auf kompakte 61 cm, die anderen Maße bleiben gleich. So passt er in die meisten Kofferräume. Die Lenksäule klappt nach hinten und rastet zuverlässig ein. Der Mechanismus lässt sich mit einer Hand bedienen. Im Gelenk zeigt sich kaum Spiel. Tragen kann man den E-Scooter an der Lenkstange.
Das große LED-Display sitzt mittig am Lenker und ist leicht erhöht angebracht – eine elegante Lösung. Es zeigt Akkustand, gewählten Fahrmodus und Lichtstatus übersichtlich an. Das Layout bleibt schlicht und verzichtet auf überflüssige Spielereien. Bei direkter Sonne spiegelt das Display etwas, doch die Helligkeit reicht für eine gute Ablesbarkeit.
Das fest integrierte Frontlicht ist ein Highlight. Es leuchtet den Weg breit aus und eignet sich dank der hohen Helligkeit auch für Nachtfahrten. Der vertikale Abstrahlwinkel ist anpassbar, damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird. Bei Dämmerung schaltet sich die Beleuchtung automatisch ein – diese Komfortfunktion muss man allerdings erst in der App aktivieren. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.
Die Blinker thronen an den Enden des Lenkers und werden aus allen Richtungen gut wahrgenommen. Die Bedienelemente links wie rechts sind logisch angeordnet und sitzen in Reichweite der Daumen.
Die Navee-App verbindet sich per Bluetooth mit dem E-Scooter und zeichnet alle wichtigen Fahrdaten auf. Die Oberfläche ist funktional und übersichtlich, ohne mit Features überladen zu wirken. An die Tiefe der Segway-App reicht sie nicht heran. Alle wesentlichen Grundfunktionen sind aber an Bord.
Praktisch ist die Integration von Apples „Find My“-Netzwerk. Bei Verlust oder Diebstahl lässt sich der Standort über das iPhone orten. Die Rekuperationsstärke kann individuell angepasst werden. Ein am E-Scooter einzugebender PIN-Code schützt auf Wunsch vor unbefugtem Losfahren. Wer mag, aktiviert die automatische Bluetooth-Entriegelung. Die optionale Traktionskontrolle (TCS) verhindert das Durchdrehen des Hinterrads auf rutschigem Untergrund wie Schotter oder nassem Laub.
Das Fahrgefühl ist stabil und souverän. Die hohe Lenkerposition kommt großen Fahrern entgegen. Die breiten 10,5-Zoll-Luftreifen sorgen für entspannten Vortrieb und eine hohe Spurtreue. Auf schlechter Fahrbahn zeigt sich der N65i II komfortabel. Allerdings ist die vordere Federung etwas straff abgestimmt. Eine Heckfederung fehlt. Für längere Touren über Feldwege empfehlen wir daher Modelle mit Vollfederung wie den Egret Ey! 1 (Testbericht).
Bei niedrigem Tempo offenbart der N65i II eine kleine Schwäche. Der Lenkereinschlag ist begrenzt, was ihn in engen Kurven schwerfällig wirken lässt. Auch erschwert das hohe Gewicht das Rangieren im Stand. Einmal in Bewegung gesetzt, zeigt sich aber ein gutmütiges Handling.
Der Motor sitzt im Hinterrad und liefert eine Nennleistung von 500 W. In der Spitze leistet er 1350 W. Der Antritt ist kräftig, die Beschleunigung gelingt auch mit höherem Fahrergewicht zügig. An Anstiegen hält er seine Leistung erstaunlich konstant. Der Gashebel reagiert feinfühlig und lässt sich präzise dosieren.
Im Test erreicht der N65i II bis zu 22 km/h – das entspricht den 20 km/h Höchstgeschwindigkeit zuzüglich der erlaubten Messtoleranz von 10 Prozent. Beim täglichen Pendeln macht sich das gegenüber Modellen bemerkbar, die bereits bei 19 oder 20 km/h abregeln.
Das Bremssystem kombiniert eine Trommelbremse vorne mit einer Scheibenbremse hinten. Zusätzlich greift ein elektronisches EABS-System ein. Die Bremsleistung ist kräftig und gut dosierbar, auch bei höherem Tempo verzögert der E-Scooter verlässlich.
Der Akku besteht aus Lithium-Ionen-Zellen im 18650-Format und ist fest verbaut. Bei einer Spannung von 46,8 V und einer Kapazität von 477,36 Wh verspricht Navee eine Reichweite von bis zu 70 km bei konstanten 15 km/h. Bei 20 km/h sinkt der Wert auf 60 km. Diese Angaben gelten unter Idealbedingungen: leichter Fahrer, ebene Strecke, milde Temperaturen, konstante Geschwindigkeit.
In der Praxis sind realistisch 35 bis 50 km drin – abhängig von Fahrergewicht, Temperatur und Fahrweise. Für die Preisklasse ist das ein hervorragender Wert. Die Ladezeit beträgt 7 bis 8 Stunden, ein Schnellladen unterstützt der N65i II nicht.
Aktuell kostet der Navee N65i II ab 559 Euro etwa bei Expert. Angesichts der Leistung des Rollers ist das ein faires Angebot.
Der Navee N65i II ist ein gelungener Nachfolger des beliebten N65i. Seine größten Stärken liegen im starken Antrieb, der hohen Zuladung von 150 kg und der guten Reichweite von realen 35 bis 50 km. Damit eignet er sich besonders für schwerere Fahrer und Pendler, die täglich längere Strecken zurücklegen.
Die Verarbeitung wirkt hochwertig, das Dreifach-Bremssystem sorgt für Sicherheit. Das helle Frontlicht, der Blinker, die Find-My-Integration und der Tüten-Haken sind sinnvolle Extras. Auch die volle Ausnutzung der Toleranzgrenze von 22 km/h spricht für den N65i II.
Schwachstellen zeigen sich bei der etwas zu harten Frontfederung und der fehlenden Heckfederung. Auch das hohe Gewicht von knapp 24 kg, der limitierte Lenkereinschlag und der Registrierungszwang über die App trüben das Bild leicht. Wer über diese Punkte hinwegsieht, bekommt für wenig Geld einen guten E-Scooter, der deutlich über seiner Preisklasse spielt.
Matthias Sternkopf von 19.07.2024
Der Ey! 3 ist das erste Mittelklassemodell des Premiumherstellers Egret. Mit Federung vorn und hinten, hellem Blinker und toller Verarbeitung macht er im Test vieles richtig. Doch er zeigt auch Schwächen.
Immer mehr E-Scooter kommen mit einer Federung an Vorder- und Hinterrad. Kein Wunder, schließlich wird das Fahren so deutlich angenehmer, Unebenheiten werden einfach weggebügelt, selbst Bordsteine verlieren ihren Schrecken. Auch der neue Egret Ey! 3 hat eine Vollfederung.
Egret war bisher primär für seine hochpreisigen E-Scooter bekannt. Die folgenden Egret-Modelle haben wir bereits getestet.
Mit dem Ey! 3 bringt Egret nun ein Mittelklasse-Modell auf den Markt, das einiges anders macht als die Konkurrenz. Im ausführlichen Testbericht schauen wir uns den neuen E-Scooter im Detail an.
Neben dem Egret Ey! 3 gibt es in der neuen Serie auch noch die Modelle Ey! 1, Ey! 2 und Ey! 6. Dabei positioniert sich der Egret Ey! 3 als günstigstes Modell. Er hat im Vergleich zu den höherpreisigen Varianten eine geringere Reichweite, einen schwächeren Motor und etwas kleinere Reifen. Dafür ist er mit einem Preis ab 299 Euro (Amazon) aber auch deutlich günstiger als etwa der Ey! 1.
Entwickelt wurde der Ey! 3 in Kooperation mit dem E-Mobility Hersteller Yadea. Dieser ist hierzulande noch relativ unbekannt, gehört aber Weltweit zu den Marktführern für Elektroroller.