Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
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30.05.2026 20:00 Uhr |
Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
Wir zeigen die besten Klapprad-E-Bikes aus über 35 Tests. Das Engwe L20 3.0 Pro ist unser Testsieger.
Ein Klapprad-E-Bike ist schick, kompakt, schnell und vergleichsweise günstig. Sie lassen sich platzsparend verstauen, eignen sich so für Pendler und sind oft günstiger als klassische E-Bikes. Besonders Modelle aus China setzen mit attraktiven Preisen neue Maßstäbe. Für diese Bestenliste haben wir rund 35 Klapprad-E-Bikes getestet und bewertet. Entscheidend für die Platzierung waren Qualität, Fahrverhalten, Motorleistung, Reichweite und das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Klassische Alternativen zeigen wir in der Top 10: Das beste City-E-Bike im Test. Für mehr Sicherheit raten wir zu einem Blick in die Top 7: Der beste smarte Fahrradhelm.
Das Engwe L20 3.0 Pro thront als Testsieger auf Platz 1 unserer Bestenliste der besten Klapprad-E-Bikes. Das faltbare E-Bike kostet 1529 Euro (Code: TECHSTAGE50). Dafür bietet es mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen brutalen Antrieb, unzählige raffinierte Features und eine ordentliche Vollfederung.
Das Brompton Electric ist unser Technologiesieger. Wer das nötige Kleingeld von 2999 Euro hat, bekommt hier ein fantastisches E-Faltrad mit ganz viel durchdachter Ingenieurskunst.
Das Touroll S2 ist dank seines unschlagbaren Preises von nur 799 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger.
Ranking der Bestenliste:
Außer der Konkurrenz läuft das Fafrees FF20 Polar in der L1e-B-Version, denn es gilt streng genommen nicht als Pedelec, sondern als Moped mit Pedalen. Deswegen benötigt man, um damit legal in Deutschland fahren zu dürfen, ein Versicherungskennzeichen und einen entsprechenden Führerschein. Dafür sind mit ihm 45 km/h und ein starker Motor erlaubt. Es kostet direkt bei Fafrees vergleichbar schlanke 1277 Euro.
Achtung: Preise können sich jederzeit ändern, das Angebot der Räder ist teilweise begrenzt. Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Mit dem L20 3.0 Pro liefert Engwe ein Meisterstück – mit Einschränkungen. Technisch bewegt sich die Ausstattung auf hohem Niveau: Das faltbare E-Bike bietet mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen starken Antrieb und dank Vollfederung schluckt es kleinere Unebenheiten mit Bravour. Die Gangschaltung funktioniert tadellos, könnte aber im Flachen noch einen höheren Gang vertragen. Das technisch ausgezeichnete, faltbare E-Bike kommt zu einem attraktiven Preis von 1399 Euro.
Das Brompton Electric beeindruckt mit genialem Faltmechanismus und fahrerzentriertem Design, was seinen Kultstatus begründet. Der hohe Preis und unpraktische Vorderradantrieb treten angesichts der außergewöhnlichen Kompaktheit und durchdachten Features in den Hintergrund. Das Brompton Electric C-Line kostet etwa bei E-Bike 24 2999 Euro.
Das Touroll S2 bietet viel E-Fatbike fürs Geld: großer Akku, breite Reifen und Klappfunktion für 799 Euro. Das hohe Gewicht und der fehlende Drehmomentsensor trüben den Fahrspaß jedoch etwas. Für Einsteiger, die ein robustes Klapprad-E-Bike suchen, ist es trotzdem eine Überlegung wert.
Geekmaxi bietet das Rad für 799 Euro an. Für ein Fatbike mit großem Akku ist der Preis kaum zu schlagen.
Einer der größten Vorteile von E-Klapprädern ist ihre Transportierbarkeit. Sie können zusammengefaltet werden, was sich für Pendler anbietet, die Teile ihrer Reise mit anderen Verkehrsmitteln wie Bahn oder Bus zurücklegen. Ein zusammengeklapptes E-Klapprad beansprucht in der Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln wenig Platz und verursacht häufig keine zusätzlichen Kosten für ein Fahrrad-Ticket. Zudem passt es in fast jedes Auto.
Die Kompaktheit eines E-Klapprads bietet auch Vorteile bei der Lagerung. In kleinen Wohnungen passt ein E-Klapprad leicht in eine Ecke, unter einen Schreibtisch oder in einen kleinen Abstellraum. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber größeren E-Bikes, die oft einen eigenen, sicheren Abstellplatz benötigen.
Fahrradfahren hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit – selbst E-Bikes sind viel besser als etwa Autofahren. Doch selbst die vorsichtigsten Fahrer können die Gefahr eines Unfalls nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.
Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen wirklich. Denn wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.
Klapprad-E-Bikes überzeugen durch ihre hohe Flexibilität und Kompaktheit, da sie sich leicht zusammenfalten lassen und so ideal für Pendler oder Reisende mit begrenztem Stauraum sind. Sie kombinieren die Vorteile eines E-Bikes, wie motorisierte Unterstützung und Reichweite, mit der Portabilität eines Faltrads, was sie perfekt für den urbanen Alltag macht.
Dank teilweise richtig großer Akkus bieten sie oft ausreichend Leistung für längere Strecken, ohne Kompromisse bei der Handhabung einzugehen. Zudem machen sie dank ihres geringen Gewichts und der einfachen Handhabung auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Büros eine gute Figur.
Im Rahmen dieser Bestenliste haben wir die E-Bikes in verschiedenen Szenarien wie geteerten Radwegen, geschotterten Feldwegen und steilen Anstiegen getestet. Langfristige Probleme, die eventuell bei monate- oder jahrelanger Alltagsnutzung auftreten, können wir auf diese Weise nicht erfassen. Finden wir nach Veröffentlichung noch Fehler oder werden von unseren Lesern auf etwas hingewiesen, tragen wir das nach.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Weitere Bestenlisten rund um Zweiräder finden sich hier:
Kai Schmerer von 03.04.2025
Das klappbare E-Bike Engwe L20 3.0 Pro bietet eine Voll-Federung, einen 100 Nm starken Mittelmotor mit Drehmomentsensor und einen 720-Wh-Akku mit Schnellladetechnik zum moderaten Preis. Was es sonst noch zu bieten hat, zeigt der Test.
Engwe hat mit dem L20 3.0 Pro und dem L20 3.0 Boost zwei neue kompakte E-Bikes mit Tiefeinstieg vorgestellt, die vollgefedert sind und Motoren mit Drehmomentsensoren sowie starke Akkus mit Schnellladung bieten. Während das Pro von einem 100 Nm starken Mittelmotor mit Drehmomentsensor angetrieben wird, ist das Boost mit einem Heckmotor mit 75 Nm ausgestattet. Die Pro-Version bietet dank GPS-Tracker und Bewegungssensor einen Diebstahlschutz. Beide Räder sind zudem noch mit pannensicheren 20-Zoll-Reifen mit einer Breite von 3 Zoll sowie Straßenprofil ausgestattet. Wie sich das Engwe L20 3.0 Pro in der Praxis bewährt, haben wir getestet.
Die Unterschiede zum bislang verfügbaren L20 sind so groß, dass Engwe für das L20 3.0 Pro auch einen anderen Namen hätte wählen können. Das L20 3.0 Pro kommt wesentlich kantiger daher und die Batterie ist nun im Rahmen integriert und somit kaum sichtbar. Dank der stabilen Bauform erlaubt das knapp 33 kg schwere L20 3.0 Pro eine Zuladung von maximal 150 kg – ein Plus von 30 kg gegenüber dem L20.
Das Laden des herausnehmbaren Akkus mit 720 Wh (48 Volt, 15 Ah) dauert beim L20 3.0 Pro dank Schnellladetechnik nicht mehr wie beim L20 fünf bis sechs Stunden, sondern ist nach etwa zwei Stunden erledigt. Neu sind auch der Klappmechanismus, die dünnere Bereifung mit Straßenprofil, der 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor, hydraulische Bremsen sowie GPS-Tracker und Bewegungssensor.
Die Verarbeitung ist insgesamt gut, wenn auch nicht alle Schweißnähte wie bei mehreren Tausend Euro teuren Rädern nicht durchgehend poliert sind. Auf einen Metallkorb an der Vorderseite muss man beim L20 3.0 Pro anders als beim L20 hingegen verzichten. Ein hinterer Gepäckträger ist jedoch vorhanden und war bereits vormontiert.
Geliefert wird das Engwe L20 3.0 Pro teilmontiert in einem großen Karton. Das deutschsprachige Handbuch (PDF) beschreibt den Zusammenbau detailliert, sodass der Aufbau auch für weniger erfahrene Personen problemlos möglich sein sollte. Schließlich wird die Vorgehensweise auch in Form von aussagekräftigen Schaubildern verdeutlicht. Das für die Montage nötige Werkzeug ist wie üblich im Lieferumfang enthalten. Mehr Informationen zum Aufbau zeigt die Bildergalerie.
Der 68 cm breite Lenker ist nur in der Mitte minimal gebogen. Die gummierten Griffe bieten einen guten Grip und eine ergonomische Auflagefläche für die Handballen. Neben den Bremshebeln für die hydraulischen Scheibenbremsen befindet sich an der rechten Seite das Bedienelement für die 7-Gang-Schaltung von Shimano (Tourney RD-TY300). Links sitzt die Steuereinheit, mit der man das Rad ein- und ausschaltet, die Unterstützungsstufen des Motors (1–5) auswählt, sowie wie die Beleuchtung bei Bedarf aktiviert (langes Drücken auf +-Taste). Das große Display mit einem Durchmesser von etwa 10,5 cm (netto 8,7 cm) informiert über Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, Fahrzeit sowie über die aktuelle Unterstützung des Motors in Watt. Über die i-Taste am Bedienpanel kann man zwischen den einzelnen Anzeigen hin- und herschalten. Eine in Deutschland von der StVZO geforderte Klingel mit hellem Klang gibt es leider nicht. Die sollte man nachrüsten.
Dank des Straßenprofils der pannensicheren 20-Zoll-Reifen mit einer Breite von 7,5 cm ist die Lautstärke beim Fahren deutlich niedriger als beim L20 mit grob-stolligen Fat-Reifen. Dank Doppelfederung vorn und hinten ist der Fahrtkomfort hervorragend. Zwar spürt man das Durchfahren größerer Schlaglöcher oder Mulden auf Waldwegen, doch schlagen sie deutlich weniger durch als beim L20, das nur eine Gabelfederung besitzt. Während man die Federung an der Vorderseite justieren kann, ist das bei der hinteren mit einem Federweg von nur 3 cm nicht möglich. Die Voreinstellung empfinden wir als optimal: Der Komfort geht nicht zulasten eines schwammigen Fahrgefühls. Insgesamt macht das Fahren auf unebenen Waldwegen mit dem L20 3.0 Pro genauso viel Spaß wie auf ebenen Straßen. Zum guten Fahrkomfort trägt auch der bequeme und gefederte Sattel bei. Die 7-Gang-Schaltung hat im Test einwandfrei funktioniert. Allerdings hätten wir uns in flachen Abschnitten einen höheren Gang gewünscht, um deutlich schneller als 25 km/h zu fahren.
Die hydraulischen Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 180 mm bringen das L20 3.0 Pro ausreichend schnell zum Stehen. Sie sind außerdem gut eingestellt und verursachen beim Bremsen kein Quietschen.
Dank Drehmomentsensor vermittelt die Unterstützung des Mittelmotors X700 von Mivice ein natürliches Fahrgefühl. Anders als etwa beim L20, wo bereits Luftpedalieren für Vortrieb sorgt. Beim Anfahren an Kreuzungen geht es dank 100 Nm flott von der Stelle. Ein wesentlicher Vorteil eines per Drehmomentsensor gesteuerten Motors. Ohne einen solchen muss man etwa beim L20 erst ein paar Mal die Pedale treten, bevor die Unterstützung einsetzt. Trotz des relativ hohen Gewichts von fast 33 kg sind die erlaubten 25 km/h schnell erreicht. Auch an steilen Abschnitten sorgt der Motor für genügend Support, wenn man genügend kraftvoll in die Pedale tritt. Im Vergleich zum L20 ohne Drehmomentsensor sind solche Abschnitte mit dem L20 3.0 Pro kraftraubender für den Fahrer. Es ist damit also eher ein E-Bike, das sich an sportlichere Fahrer richtet.
Engwe gibt die Reichweite des Akkus bei der kleinsten Unterstützungsstufe (1) mit 140 km an. Bei mittlerer Einstellung (3) soll der Akku für 110 km ausreichen. Mit der höchsten Unterstützungsstufe (5) liegt die angegebene Reichweite bei 96 km. Wie immer sind diese Angaben genauso vorsichtig zu betrachten wie die von den Herstellern kommunizierten Verbrauchswerte für Pkws. Im Test mit einem 90 kg schweren Fahrer und Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad hat die Akkukapazität bei einer hügeligen Wegstrecke nach 22 km noch 54 Prozent angezeigt. Im zweiten Versuch mit langen steilen Anstiegen fällt der Akku bei einer Strecke von 16 km auf 66 Prozent.
In Verbindung mit dem L20 3.0 Pro funktioniert die App nicht einwandfrei. So konnten wir nicht auf Daten von aufgezeichneten Touren zugreifen. Dafür hat das automatische Entsperren nach dem Einschalten funktioniert, wenn man sein Smartphone dabei hat. Andernfalls hört man einen Alarm, wenn man das Rad bewegt und erhält eine Benachrichtigung. Die Ortung des Rads per GPS und integriertem 4G-Empfang funktioniert.
Engwe bietet das L20 3.0 Pro für 1399 Euro an. Als Alternative steht das L20 3.0 in der Variante Boost zur Verfügung. Wie das Pro-Modell ist es vollgefedert, aber mit einem Nabenmotor im Hinterrad ausgestattet. Dieser bietet 75 Nm und wird von einem 648 Wh starken Akku, ebenfalls mit Schnellladetechnik, mit Energie versorgt. Das Engwe L20 3.0 Boost kostet 1499 Euro.
Falls man die neuen Engwe-Falträder auch zum Einkaufen nutzen möchte, empfiehlt sich als Zubehör eine wasserdichte Gepäckträger-Tasche für 65 Euro. Sie entpuppt sich im aufgeklappten Zustand als echtes Raumwunder mit einem Fassungsvermögen von bis zu 35 Liter. Außerdem bietet sie Schultergurte, um sie als Umhängetasche zu verwenden. Dank Polsterungen in der Innenseite kann man damit auch leicht zerbrechliche Waren transportieren. Für kleinere Einkäufe reicht die 7-Liter-Variante für 25 Euro.
Einen Korb für die Vorderseite, wie er bei vielen Engwe-Rädern montiert ist, etwa dem L20 (Testbericht), hat Engwe derzeit leider nicht im Angebot, obwohl das L20 3.0 Pro dafür passende Montagepunkte besitzt.
Mit dem L20 3.0 Pro liefert Engwe ein Meisterstück – mit Einschränkungen. Technisch bewegt sich die Ausstattung auf hohem Niveau: Das faltbare E-Bike bietet mit einem 100 Nm starken 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor einen starken Antrieb und dank Vollfederung schluckt es kleinere Unebenheiten mit Bravour. Die Gangschaltung funktioniert tadellos, könnte aber im Flachen noch einen höheren Gang vertragen. Personen mit einer Körpergröße zwischen 155 und 185 cm finden eine ergonomische Sitzposition auf dem L20 3.0 Pro. Und wenn der Akku einmal leer ist, dauert es dank Schnellladung nur zwei Stunden, bis er wieder aufgeladen ist. Obendrein warnt eine Sirene, wenn das Rad von einer nicht authentifizierten Person bewegt wird, und dank des integrierten GPS-Empfängers ist eine Ortung mithilfe der Engwe-App sehr einfach. Ein Blinker wie beim Engwe P20 (Testbericht) hätte dem L20 3.0 Pro ebenfalls gut zu Gesicht gestanden.
Die elektronische Hupe ist in Deutschland hingegen nicht zulässig. Wer das L20 3.0 Pro erwirbt, sollte also eine vorgeschriebene, hell tönende Klingel installieren und bei einer Verkehrskontrolle darauf hoffen, dass der Schalter für die Hupe nicht wahrgenommen wird. In Österreich ist hingegen auch eine Hupe zulässig.
Leider entsprechen auch die verbauten Rad-Reflektoren nicht der StVZO: Zwei hat Engwe installiert, zwei pro Rad sind aber vorgeschrieben. Und auch der fehlende Reflektor nach hinten ist zu bemängeln. Die fehlenden Reflektoren lassen sich für wenige Euro nachrüsten. Doch die Hupe bleibt ein Ärgernis. Wer sich daran nicht stört, erhält mit dem L20 3.0 Pro ein technisch ausgezeichnetes faltbares E-Bike – und das zu einem sehr attraktiven Preis von 1399 Euro.
Matthias Sternkopf von 13.08.2020
Das Brompton Electric macht im Test alles richtig: Es ist leicht, durchdacht, praktisch und klappt genial. Doch es hat einen großen Haken.
Brompton ist bezüglich ihrer Klappräder Kult, ihre Anhänger nennen sie liebevoll Brommis. Die Brompton-Klappräder zeichnen sich vor allem durch ihren eleganten und sehr effizienten Faltmechanismus aus. So klein klappt kein Konkurrent. Das macht sie besonders für Camper, Bootsfahrer, Pendler und alle anderen interessant, die sie gefaltet in kleinste Ecken verstauen wollen. Das lässt sich Brompton gut bezahlen, ihre Falträder gehören zu den teuersten am Markt. Ob auch die elektrische Variante des Kult-Klapprads überzeugt, zeigt der Testbericht des Brompton Electric.
Die Optik eine E-Klapprads ist ganz allgemein gewöhnungsbedürftig. Häufig wirken Erwachsene auf Falträdern wie auf einem Kinderfahrrad – irgendwie ulkig. Hier bildet auch das Brompton Electric keine Ausnahme. Im Vergleich zu einem normalen Fahrrad sind die Räder zu klein und dünn. Auch sitzt der Rahmen sehr tief und Lenk- sowie Sattelstange ragen hoch daraus hervor.
Abgesehen davon ist das Brompton durchaus ansehnlich. Das liegt von allem an seiner fast schon filigranen Erscheinung. Auffälligstes Merkmal ist die Brompton-typische, leicht geschwungenen Rahmenstange zwischen Lenker und Sattel. Die Sattelstange lässt sich in der Höhe zwischen 60 und 111 Zentimetern mit zwei Schnellverschlüssen fixieren. Das reicht auch für sehr groß gewachsene Personen. Der Sattel selbst ist angenehm weich gepolstert. Der Lenker ist mit einer Höhe von 110 Zentimetern fix.
Der Lenker wirkt zunächst ungewöhnlich leer. Das liegt vor allem daran, dass Brompton auf einen Bildschirm für die Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit und der insgesamt gefahren Kilometer verzichtet. Dieses Display ist nicht dringend notwendig, wir vermissen es zunächst dennoch. Am Lenker gibt es neben den üblichen Handgriffen für die Bremsen in unserem Fall außerdem eine Zweigang-Kettenschaltung auf der linken und eine Dreigang-Nabenschaltung auf der rechten Seite. Zusammen ergibt das sechs Gänge. Ungewöhnlich ist hier vor allem, dass der niedrigste und der höchste Gang eine passende Übersetzung haben. So kommt man im niedrigsten Gang steilere Berge hinauf und der höchste Gang greift auch bei höheren Geschwindigkeiten noch so, dass man sich nicht tot strampelt. Als Käufer kann man sich auch für eine Variante ohne Nabenschaltung entscheiden.
Dem Klappmechanismus müssen wir eine gewisse Genialität attestieren. Derart einfach und effektiv haben wir das noch an keinem anderen E-Klapprad gesehen. Der Clou verbirgt sich beim Rückrad. Mit einem Griff klappt es um 180 Grad von unten an die Rahmenstange heran und rastet dort mit dem Herunterschieben der Sattelstange fest ein. Nun noch den Rahmen anklappen und das Vorderrad einrasten, die Lenkstange umlegen und ein Pedal anlegen – fertig. Mit etwas Übung geht das in deutlich unter 30 Sekunden von der Hand. Entfernt man zunächst den Akku, verringern sich seine Maße so von einer Länge von 143 Zentimeter auf 58(l) × 62(h) × 33(b) Zentimeter. Das ist deutlich kleiner als das bisher kompakteste von uns getestete E-Klapprad Fiido D2S mit 75(l) × 65(h) × 45(b).
Toll ist nicht nur, dass es derart gefaltet sicher zusammenhält. Es besitzt dank dreier Rollen auch eine Art Trolley-Funktion, kann also gemütlich vor sich hergeschoben werden. Dabei ist es mit gerade einmal 14,5 Kilogramm leicht genug, um es ein paar Treppenstufen zu tragen. Die Variante mit der Zwei-Gang-Schaltung wiegt gar 13,7 Kilogramm. Bei beiden kommen noch drei Kilogramm Akku dazu. Trotz des geringen Eigengewichts trägt das Brompton Electric Fahrer mit einem Gewicht von bis zu 105 Kilogramm.
Auf einen Seitenständer verzichtet Brompton. Das liegt schlicht daran, dass es denkbar einfach ist, das hintere Rad umzuklappen. Einmal umgeklappt steht das Faltrad sicher auf den drei Rollen und nimmt schon so mit einer reduzierten Länge von gut 100 Zentimetern weniger Platz weg.
Das Fahrgefühl ist leichtgängig und agil. Der Lenker fühlt sich fest an. Häufig wackelt es bei Klapprädern zu arg, nicht so beim Brompton Electric. Auch ohne Motor fährt es sich ohne großen Widerstand. Am Hinterrad sorgt ein kleiner Gummipuffer für eine minimale Federung. Den Rest fangen die 16-Zoll-Räder ab. Jedoch sind die Schwalbe-Reifen für unseren Geschmack etwas zu schmal.
Die Tretunterstützung funktioniert dank eines Drehmoment- und Trittfrequenzsensors im Tretlager prima. Diesen Sensor vermissen wir bei allen anderen von uns bisher getesteten E-Klapprädern, deren Tretunterstützung lediglich die Zustände Ein und Aus kennen.
Dabei schiebt der 250-Watt-Motor im Vorderrad bis 25 Kilometer pro Stunde ordentlich an, ohne jedoch die Power eines Mate X zu erreichen. Dies ist das erste E-Klapprad unserer Testreihe mit dem Motor im Vorderrad. Das benötigt etwas Eingewöhnung, beinahe hätten wir im Test den Asphalt geküsst. Langsam in einer Kurve rollend, traten wir voll rein, der Motor unterstützte maximal – und das Vorderrad verlor den Halt und drehte durch. In der Situation ging alles gut. Trotzdem verlangt der Vorderradantrieb nach einem vorsichtigen Fahrverhalten.
Vorne und hinten kommen Felgenbremsen zum Einsatz. Diese funktionieren ausreichend gut. Dennoch findet man gar bei sehr günstigen E-Klapprädern wie dem Fiido D2S für um die 500 Euro mechanische Scheibenbremsen. Vermutlich hat sich Brompton aus Gewichtsgründen und damit ihr Fahrrad derart faltbar bleibt, dagegen entschieden.
Der Akku des Brompton Electric sitzt in einer Fahrradtasche geschützt und am Hauptrahmen befestigt vor der Lenkstange. Darauf sind zwei Taster für das Licht, die Wahl der Unterstützungsstufe und das Ein- beziehungsweise Ausschalten des Motors. Außerdem zeigen fünf LEDs den Ladestand an.
Das ist alles nicht gerade schick, aber mal wieder sehr praktisch. Diese Tasche ist mit einem Handgriff entfernt. Das sollte man auch regelmäßig nutzen, wenn man das Brompton Electric ansperrt, denn abschließen kann man die Tasche mit dem Akku nicht. In der Tasche selbst ist zusätzlich ein kleines Fach, in das etwa das Netzteil passt. Wem die Tasche zu klein ist, findet optional eine mit einem Fassungsvermögen von 15 Liter.
Der Akku bietet eine Kapazität von 300 Wattstunden, das 2-Ampere-Netzteil benötigt etwa 3,5 Stunden für eine volle Ladung. Mit dem optional erhältlichen 4-Ampere-Netzteil soll sich diese Zeit auf zwei bis drei Stunden reduzieren. Am Akku sitzt ein USB-A-Anschluss, um etwa sein Smartphone zu laden.
Bei unserer Testfahrt kommen wir auf überwiegend ebener Strecke, viel Asphalt, voller Unterstützungsstufe und einem Fahrergewicht von etwa 85 Kilogramm auf knapp 40 Kilometer. Diese Zahl kann je nach Fahrer und Umgebungsgegebenheiten stark variieren. Brompton selbst schreibt von 30 bis 70 Kilometern.
Das vordere und hintere Licht reagiert auf Wunsch auf Lichtverhältnisse und schaltet sich entsprechend ein und aus. Auch dauerhaften An oder Aus ist möglich. Schön: Brompton versteckt eine kleine Luftpumpe beim Hinterrad. Die kleine Klingel ist schön in die Schaltung auf der rechten Seite des Lenkers integriert. Die fest installierten Schutzbleche halten Wasser, Feuchtigkeit und Schmutz während der Fahrt vom Fahrer fern. Dafür sorgen auch die zwei Gummilappen am Schutzblech vorne und hinten. Doch gerade der vordere wirkt überdimensioniert und versprüht dadurch etwas Rentner-Flair.
Für sein clever designtes E-Klapprad will Brompton einen Haufen Geld. So kostet das Brompton Electric C-Line etwa bei E-Bike 24 stolze 2999 Euro.
Brompton genießt unter den Anhängern von Klapprädern Kultstatus. Nicht zu Unrecht. Gerade der Faltmechanismus ist geradezu genial. Es klappt zweimal und erreicht so Faltmaße, von denen die Konkurrenz nur träumt. Auch beim Rest merkt man dem E-Klapprad die lange Erfahrung von Brompton an, jedes Detail wirkt durchdacht und an die Bedürfnisse der Fahrer angepasst.
Doch auch das Brompton Electric ist nicht ohne Makel. Am Abschreckendsten dürfte für viele der hohe Preis sein. Auch muss man sich zunächst an den Vorderradantrieb gewöhnen, auf Schotter etwa kann ein durchdrehendes Vorderrad gefährlich sein. Daran, dass es kein Display gibt, gewöhnt man sich dagegen schnell.
Matthias Sternkopf von 12.08.2025
Das Touroll S2 kombiniert Klapprad-Funktionalität mit Fatbike-Eigenschaften und Tiefeinsteiger-Komfort. Ab 799 Euro bietet es viel – zeigt aber auch Schwächen.
Klappbare E-Bikes mit dicken Reifen sind eine Nische. Sie versprechen, die Kompaktheit eines Faltrads mit der Geländegängigkeit eines Fatbikes zu vereinen. Das Touroll S2 geht noch einen Schritt weiter und kombiniert diese Eigenschaften mit einem Tiefeinsteiger-Rahmen. Der Nachfolger des S1 richtet sich gezielt an Fahrer, die sowohl in der Stadt als auch im Gelände unterwegs sein wollen – sei es auf Waldwegen, am Strand oder auf Schotter.
Geekmaxi bietet das Rad für 799 Euro an. Für ein Fatbike mit großem Akku ist der Preis kaum zu schlagen. Ob sich der Kauf lohnt, zeigt unser Test.
Das Touroll S2 kommt weitgehend vormontiert in einem großen Karton. Die Montage dauert etwa 30 Minuten und beschränkt sich auf das Anbringen von Vorderrad, Pedalen, vorderem Schutzblech, Frontleuchte und Lenker. Das nötige Werkzeug liegt bei, die Anleitung ist allerdings rudimentär. Die Verpackung schützt das Rad ordentlich, beinhaltet aber viel Styropor-Müll.
Optisch wirkt das S2 trotz der kleinen 20-Zoll-Räder massiv und wuchtig. Für ein Klapprad ist es recht lang. Der hohe Lenker und die lange Sattelstange verstärken den bulligen Eindruck. Der Akku ist nicht im Rahmen integriert, sondern sitzt wuchtig hinter der Sattelstange. Das Design erinnert eher an ein Moped als an ein klassisches Fahrrad – praktisch, aber nicht unbedingt ästhetisch. Der dunkelblau lackierte Rahmen ist die einzige Farboption.
Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Die Materialien fühlen sich robust an, die Schweißnähte sind deutlich sichtbar, aber sauber ausgeführt. Der Klappmechanismus ist stabil und doppelt gesichert. Zusammengeklappt misst das S2 97 × 45 × 74 cm – kompakt genug für den Kofferraum, aber mit 31,2 kg Gewicht eine echte Herausforderung beim Tragen. Im Vergleich zum Engwe P20 (Testbericht) mit nur 18,5 kg ist das S2 ein echtes Schwergewicht.
Das Kabelmanagement vor dem Lenker überzeugt durch einen Stoffschlauch mit Klettverschluss – eine aufgeräumte Lösung. Das Farbdisplay zeigt Geschwindigkeit, Batteriestand in fünf Balken und zurückgelegte Kilometer. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird die Ablesbarkeit allerdings zur Herausforderung.
Die Bedienung erfolgt über drei Tasten: Plus für die Lichtsteuerung, Minus für den Gehmodus (6 km/h) und eine Mode-Taste zum Durchschalten der fünf Unterstützungsstufen von 12 bis 25 km/h. Die Bedienung ist selbsterklärend, eine App-Integration fehlt jedoch. Während das Engwe L20 3.0 Pro (Testbericht) mit GPS-Tracker und App-Anbindung punktet, muss man beim S2 auf solche Features verzichten.
Das integrierte Vorder- und Rücklicht ist ausreichend hell für die Dämmerung, bei völliger Dunkelheit aber etwas schwach. Das Vorderlicht lässt sich in der Höhe verstellen. Ein Bremslicht fehlt.
Der Tiefeinsteiger-Rahmen mit nur 43 cm Einstiegshöhe macht das Auf- und Absteigen zum Kinderspiel. Lenker und Sattel sind höhenverstellbar und passen für Fahrer zwischen 160 und 195 cm – das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen.
Die 20 × 4 Zoll breiten Fat-Reifen sorgen für Stabilität auf unebenem Untergrund und federn kleinere Unebenheiten weg. Die vordere Federung mit 80 mm Federweg erhöht den Komfort im Gelände spürbar. Allerdings ist sie nicht gedämpft und springt besonders auf holprigen Strecken laut in die Ausgangsposition zurück.
Der 250-Watt-Nabenmotor mit 55 Nm Drehmoment und bis zu 650 Watt Spitzenleistung fühlt sich nicht besonders kräftig an, reicht aber für die meisten Situationen aus. Ohne Drehmomentsensor wirkt das Fahrgefühl unnatürlich: Der Motor springt erst nach etwa einer Pedalumdrehung an und läuft lange nach. Beim Bremsen stoppt er sofort.
Interessanterweise bevorzugen manche ältere Fahrer dieses simple System, da der Motor auch beim Luftpedalieren anspringt und sie so leichter Berge erklimmen.
Die 7-Gang-Shimano-Tourney-Schaltung arbeitet flüssig und war ab Werk gut eingestellt. Die mechanischen 180-mm-Scheibenbremsen greifen nach dem Einbremsen ordentlich zu, erreichen aber nicht die Bissigkeit hydraulischer Systeme.
Der 720-Wh-Akku (48 V, 15,6 Ah) ist entnehmbar und in 6-8 Stunden vollständig geladen. Der Hersteller verspricht bis zu 150 km Reichweite – ein Traumwert unter Idealbedingungen. In der Realität mit 85 kg Fahrergewicht, voller Geschwindigkeit und viel Stop-and-go in der Stadt erreichen wir 45-65 km je nach Gelände. Das ist immer noch ordentlich, liegt aber deutlich unter den Herstellerangaben. Die Aufladung ist auch am E-Bike möglich, wenn man den schweren Akku nicht herausnehmen möchte.