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19.05.2026
07:11 Uhr
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Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus ist weiter dicht, einige Schiffe kommen aber durch. Das lässt sich der Iran bezahlen, bald wohl offiziell.

Der Iran hat angeblich einen auf Bitcoin basierenden Dienst eingerichtet, über den iranische Reedereien für eine sichere Passage durch die Straße von Hormus bezahlen können. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Fars. Die hat sich demnach auf Dokumente aus dem Wirtschafts- und Finanzministerium der Islamischen Republik berufen und den Dienst als „schnelle, verifizierbare digitale Versicherung“ für Reedereien und Transportunternehmen bezeichnet. Nach dem Beginn der Angriffe durch die USA und Israel hat der Iran die wichtigste Handelsroute durch die Meerenge blockiert und damit Schockwellen durch die Weltwirtschaft geschickt. Schon seit einer Weile gibt es Berichte, dass Schiffe aber gegen Bezahlung in Bitcoin durchgelassen werden.
„Für Transporte durch den Persischen Golf, die Straße von Hormus und benachbarte Wasserwege werden kryptografisch überprüfbare Versicherungspolicen angeboten, die Zahlungen werden in Bitcoin abgewickelt“, zitiert Bloomberg eine offenbar nur im Iran abrufbare Internetseite. Sobald die Bezahlung bestätigt sei, gelte ein Schiff als versichert, eine Quittung solle es auch geben. Ob der Dienst ausländischen Reedereien und Handelsfirmen offen stehen soll und ob die sich überhaupt darauf einlassen würden, ist aber vollkommen unklar. Zum einen ist der Bitcoinpreis enormen Schwankungen unterworfen und zum anderen könnten solche Geschäfte gegen US-Sanktionen verstoßen, was sie für viele Firmen zu riskant machen dürfte.
Bezahlungen in Bitcoin haben für die Islamische Republik den Vorteil, dass sie am globalen Finanzsystem vorbeilaufen, aus dem das Regime von den USA weitgehend herausgedrängt worden ist. Teheran hat seit Kriegsbeginn immer wieder behauptet, dass die Straße von Hormus nicht blockiert sei, lediglich Feinde der Islamischen Republik dürften nicht passieren. Faktisch ist der Verkehr dort aber zum Erliegen gekommen. Schon länger müssen sich Reedereien mit iranischen Stellen koordinieren und dürfen dann gegebenenfalls Schiffe durch einen engen Korridor schicken. Dafür werden bereits Gebühren in Bitcoin verlangt. Völkerrechtlern zufolge verstoßen solche Gebühren gegen das Recht auf Transitpassage. Im Gegenzug haben die USA Mitte April eine Seeblockade gegen den Iran verhängt.
Die Blockade der Straße von Hormus hat weltweit zu steigenden Energie- und Kraftstoffpreisen geführt, in Asien sind die Folgen am heftigsten. Dort gibt es längst Aufrufe, möglichst im Homeoffice zu arbeiten und mit anderen Maßnahmen den Verbrauch zu senken. Aber auch für den Handel anderer Güter ist der Transit durch die Meerenge entscheidend, so wirkt sich die Heliumknappheit längst auf die Chipproduktion aus. Laut Bloomberg sind aktuell noch immer mehr als 1500 kommerzielle Schiffe hinter der Straße von Hormus gefangen, die Öl- und Gasförderung wurde merklich gedrosselt. Zuletzt gab es sogar Berichte, dass die Islamische Republik nun auch Geld von den Betreibern von Unterseekabeln verlangen will, die dort im Meer liegen.
(mho)