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09.04.2026
16:30 Uhr
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Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.
Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.
LiDAR-Mähroboter waren 2025 noch eine seltene Erscheinung. Dieses Jahr sieht das anders. Nahezu jeder Hersteller hat mindestens ein Gerät im Angebot, das statt auf Basis von Satellitendaten mithilfe von LiDAR navigiert. Vor allem in Stadtgärten mit hohen angrenzenden Gebäuden ist das von Vorteil, da der Empfang von Satellitendaten in diesem Umfeld nicht immer gewährleistet ist.
Auch Segway verwendet bei vielen Navimow-Modellen die LiDAR-Technik. Anders als Hersteller wie Dreame und Ecovacs, die auf ein 360°-LiDAR mit rotierenden Teilen setzen, kommt im Navimow i208 die robustere Solid-State-Variante zum Einsatz. Sie kommt ohne fragile, bewegliche Teile aus und ist daher langlebiger. Der geringere Sichtwinkel von Solid-State-LiDAR (etwa 120–140° statt 360°) ist im Garten meist vernachlässigbar, da sich der Mähroboter beim Navigieren ständig dreht und so die gesamte Umgebung nach und nach erfasst. Nur bei sehr schneller Fahrt oder komplexen Labyrinthen kann der fehlende Rundblick theoretisch Nachteile bringen – für typische Heimgärten spielt das aber keine Rolle.
Wie sich der neue Navimow i208 LiDAR in unserem Testgarten mit nicht verbundenen Zonen und engen Übergängen schlägt, zeigt der Testbericht.
Segway bietet die i2-Serie in unterschiedlichen Ausführungen an, die sich im Wesentlichen durch unterschiedlich große Akkus unterscheiden. Der getestete Navimow i208 ist für Rasenflächen bis 800 m² geeignet, während die Modelle i215 und i220 Flächen bis 1500 m² und 2000 m² bewältigen. Darüber hinaus gibt es noch die Allrad-Variante LiDAR Pro, die für 1000 m² (i210) und 2000 m² (i220) große Gärten geeignet sind. Die Allrad-Modelle mit drei Antriebsrädern können zusätzlich noch RTK-Daten aus der Segway-Cloud zur Navigation verwenden. Das ist etwa bei offenen, großflächigen Gärten nützlich, bei denen die Reichweite des LiDAR-Systems nicht ausreicht.
Das Schnittsystem besteht aus einer Mähscheibe mit sechs Klingen, die von einem 100 Watt starken Motor angetrieben wird. Die Schnittbreite beträgt 22 cm und der Abstand der Messer zum Gehäuserand liegt bei etwa neun Zentimetern. Letzterer Wert signalisiert, dass bei Rasenflächen mit einer festen Begrenzung etwa neun Zentimeter ungemäht bleiben. Die Schnitthöhe kann per App in 5-mm-Schritten zwischen 20 und 70 mm eingestellt werden.
Die Hinderniserkennung des Mähroboters basiert auf Solid-State-LiDAR in Kombination mit einer integrierten Kamera und soll über 200 Hindernisse erkennen.
Neben den typischen Funkverbindungen Bluetooth und WLAN bietet der Navimow i208 LiDAR außerdem noch eine 4G-Mobilfunkverbindung, die für ein Jahr bezahlt ist. Wer den Service weiter nutzen möchte, etwa weil der WLAN-Empfang im Garten nicht bis an alle Grenzen reicht, zahlt für den Service jährlich 30 Euro. Notwendig ist er nicht, solange der WLAN-Empfang bis zur Ladestation reicht.
In puncto Sicherheit ist der i208 bestens ausgestattet: GPS-Tracking, Geofencing, Hebealarm und Unterstützung für „Wo ist?“ von Apple gehören serienmäßig dazu. Zusätzlich ist der Roboter ohne das verknüpfte Benutzerkonto des Eigentümers nicht nutzbar – Diebe haben keine Chance. Eine PIN-Funktion bietet weiteren Schutz.
Mit Abmessungen von 635,2 × 445 × 287,5 mm fällt der Navimow nicht besonders kompakt aus. Auf die Waage bringt er knapp 15 kg. Der Antrieb erfolgt über die beiden großen Hinterräder mit auffälligem orangefarbenem Profil. Damit soll der Mähroboter auch Steigungen bis zu 45 % (24°) bewältigen. Die Verarbeitung des schwarz-grau-schwarz lackierten Mähroboters ist ansonsten ohne Fehl und Tadel. Eine Bedienung ist auch per Tasten unterhalb des kleinen Displays auf der Oberseite möglich. Mit der App gelingt die Steuerung aber wesentlich bequemer, sodass wir die Tasten während des Tests nur zur Eingabe der PIN genutzt haben.
Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Navimow-App. Bevor wir diese nutzen, bauen wir zunächst die Ladestation auf und verbinden sie über das mitgelieferte Verbindungskabel mit dem Stromnetz. Die Aufstellung einer Antenne wie bei RTK-basierten Mährobotern entfällt. Damit lässt sich der LiDAR-Mähroboter schon einmal schneller und einfacher in Betrieb nehmen.
Doch so wie in der Werbung versprochen, „Absetzen und mähen“, funktioniert die weitere Inbetriebnahme nur in Ausnahmefällen. Wie viele andere Mähroboter bietet auch der Navimow i208 Lidar eine automatische Kartierung. Doch die gelingt in der Praxis nur zufriedenstellend, wenn der Rasen von klaren Grenzen umgeben ist. Das ist bei unserem komplexen Garten mit mehreren Zonen, die entweder gar nicht oder nur über einen schmalen Verbindungsweg miteinander verbunden sind, nicht der Fall. Somit erstellen wir die Karte des Gartens manuell: Wir fahren dafür die Grenzen des Rasens mit dem Mähroboter ab und teilen die Fläche in einzelne Zonen, um mit der App für jede Zone die optimale Mährichtung wählen zu können. Hat man nur eine Zone, gibt es auch nur eine Mährichtung und die ist häufig nicht optimal, weil der Mähroboter mehr als nötig wenden muss und somit Zeit unnötig vergeht.
Mit der Navimow-App kann man pro Zone nicht nur die Mährichtung einstellen, sondern auch die Schnitthöhe und den Modus für das Mähen der Rasenkante festlegen. Mit Edge Sense bietet die App eine Konfigurationsoption für ein optimales Kantenmähen, das auf Vorsichtig, Standard und Extrem eingestellt werden kann. Diese Option ist in der Praxis aber nur relevant, wenn die Rasenkanten nicht genau erfasst wurden, etwa durch eine automatische Kartierung. Hat man wie wir im Test die Karte manuell erstellt und dabei den Mähroboter exakt navigiert, benötigt man diese Option nicht. Jedenfalls haben wir in der Praxis keinen großen Unterschied bemerkt.
Die Navimow-App bietet wie üblich auch das Erstellen von Zeitplänen, sodass man einen Mähvorgang nicht manuell starten muss. Die App bietet mit der Einstellung von Lade- und Entlade-Limits für den Akku außergewöhnliche Konfigurationsmöglichkeiten. Senkt man etwa das Ladelimit auf 80 Prozent, kann man damit die Lebensdauer des Akkus verlängern. Das Entladelimit steht standardmäßig schon bei 15 Prozent und erlaubt eine maximale Entladetiefe von 5 Prozent.
Der Navimow i208 LiDAR mäht den Rasen in präzisen, geraden Bahnen und liefert ein sauberes Schnittbild. Dabei bleibt er mit maximal 59 dB(A) äußerst geräuscharm. Wenn man nicht direkt danebensteht, ist er kaum zu hören.
Beim ersten Einsatz ließ er stellenweise noch vereinzelt Halme stehen, was bei den folgenden Mähvorgängen nicht mehr auftrat. Mit einer Schnittbreite von 22 cm benötigt er im voreingestellten Standardmodus 2,9 Stunden, um die 245 m² großen Teilflächen unseres Testgartens zu mähen – das entspricht einer Flächenleistung von 83,4 m² pro Stunde.
Im Vergleich zum Dreame A3 AWD Pro 3500 Pro, der auf 186 m² pro Stunde kommt, ist der i208 LiDAR nicht nur aufgrund seiner geringeren Schnittbreite langsamer, sondern auch, weil ihm die Akkukapazität für einen vollständigen Mähdurchgang fehlt. Er muss daher zwischendurch zur Ladestation zurückkehren und den Vorgang anschließend fortsetzen.
Die Mähleistung an Rasengrenzen ist bei ebenen Flächen perfekt, da er hier über die Rasengrenze hinausfährt und so kein Rasen stehen bleibt. Bei hohen Rasenbegrenzungen aus Stein fährt er zwar nahe an diese heran, lässt aber prinzipbedingt etwa 9 cm Rasen stehen. Der Einsatz eines Trimmers ist an solchen Kanten also vonnöten.
Den engen Übergang zwischen zwei Rasenzonen hat er im Test nicht zuverlässig geschafft. Mal gelang die Hinfahrt, mal die Rückfahrt. Im schlimmsten Fall hat beides nicht funktioniert. Diese Engstelle haben in der Vergangenheit nur LiDAR-basierte Modelle wie der Dreame A2 und der Mammotion Luba Mini 2 LiDAR problemlos passiert.
Doch egal, welche Einstellungen wir vorgenommen haben, der i208 LiDAR scheitert bislang an unserer Engstelle. Während der Testphase erreichten uns zwei Firmware-Updates, die die Navigationsleistung etwas verbessert haben, sodass der Mähroboter nun häufiger mal durchkommt. Doch zuverlässig gelingt das bislang noch nicht. Auch das andere Teilstück hat der Navimow i208 LiDAR nicht erreicht, weil er an den 4 - 5 cm hohen Randsteinen hängen geblieben ist. Für Gärten mit solchen Eigenschaften sind Gelände-gängigere Modelle wie der Mammotion Luba 2 Mini AWD LiDAR besser geeignet.
Die Hinderniserkennung hat im Test bis auf winzige Bälle, die unerkannt blieben, zuverlässig funktioniert.
Der Navimow i208 LiDAR unterstützt eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Außerdem gibt es eine offizielle Integration für Smart Home by Hornbach (Bestenliste). Allerdings sind die Steuerungsmöglichkeiten begrenzt. Auch die inoffizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Möglichkeiten. Eine Integration von Zeitplänen und Karten wie bei Mammotion oder Sunseeker gibt es für den Navimow nicht.
Für den Navimow i208 Lidar verlangt Segway regulär 1499 Euro. Die Preise schwankten zuletzt zwischen 1200 und 1000 Euro.
Der Segway Navimow i208 LiDAR ist ein solide verarbeiteter, leiser Mähroboter mit überzeugender Sicherheitsausstattung. Die Solid-State-LiDAR-Technik kommt ohne bewegliche Teile aus und ist damit robuster und langlebiger als 360°-Systeme. Für einfache, ebene Gärten bis 800 m² liefert er ein sauberes Schnittbild.
Einschränkungen: Die Flächenleistung ist mit 83 m²/h eher gering, der Akku reicht nicht für einen kompletten Durchgang. Vor allem aber scheitert der i208 an engen Übergängen und niedrigen Randsteinen. Auch an Kanten leistet er sich Schwächen.
Insgesamt ist der Navimow i208 ein guter Mähroboter für Standardgärten ohne komplexe Strukturen. Wer verwinkelte Flächen oder Hindernisse wie Randsteine hat, sollte zu einem anderen Modell greifen.