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27.03.2026
09:36 Uhr
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Meta bereitet offenbar die Einführung zweier neuer Smart Glasses vor. Darauf deuten Prüfdokumente der US-Telekommunikationsbehörde FCC.

In der Datenbank der FCC sind Dokumente aufgetaucht, die auf zwei neue Modelle der Marke Ray-Ban Meta hindeuten. Demnach wurden bereits Ende 2025 zwei Modelle mit den Bezeichnungen „Ray-Ban Meta Scriber“ und „Ray-Ban Meta Blazer“ im Rahmen des FCC-Zulassungsverfahrens auf Funkkonformität geprüft, wobei das Blazer-Modell auch in einer größeren Ausführung geführt wird. Auf die Dokumente machte der Tech-Newsletter Lowpass aufmerksam.
Auffällig ist der Sprung bei den Modellnummern, der auf mehr als bloße Modellpflege hindeutet: Statt wie bisher im Bereich RW40xx werden die neuen Modelle als RW7001 und RW7002 geführt. Das spricht für eine neue interne Produktgeneration, belegt für sich genommen jedoch noch keinen grundlegenden Funktionssprung.
Auch wenn die Tests weiter zurückliegen, wurden die zugehörigen Unterlagen erst diesen Monat veröffentlicht. Sie dokumentieren ein weit fortgeschrittenes Zulassungsverfahren, jedoch noch ohne formelle Freigabe. Da FCC-Anträge üblicherweise erst in einer späten Entwicklungsphase gestellt werden, gelten sie als Hinweis auf eine fortgeschrittene Produktreife und bevorstehende Markteinführung. Dafür spricht auch die Einstufung der Modelle als Seriengeräte („production units“).
Die Modellbezeichnung „Ray-Ban Meta“ legt nahe, dass es sich nicht um Geräte der Marke Oakley oder eine neue Generation der Meta Ray-Ban Display handelt, sondern um eine Weiterentwicklung, der seit 2023 erhältlichen Standardausführung ohne integrierte Anzeige. Dafür spricht die Reihenfolge der Markennamen. Zwar gibt es Berichte, wonach noch in diesem Jahr eine zweite Generation der Meta Ray-Ban Display geplant ist, bei „Scriber“ und „Blazer“ dürfte es sich jedoch nicht um diese handeln.
Der Sprung von der bisherigen 4000er- auf die 7000er-Modellbezeichnung könnte auf einen neuen Chipsatz hindeuten. Metas bisherige Smart Glasses nutzen durchgehend den veralteten Snapdragon AR1 Gen 1 aus dem Jahr 2023. Denkbar wäre ein Upgrade auf den im Sommer 2025 vorgestellten Snapdragon AR1+ Gen 1 oder eine Eigenentwicklung von Meta. Die wichtigste Neuerung des Snapdragon-Chipsatzes ist die Möglichkeit, kleinere KI-Sprachmodelle direkt auf dem Gerät auszuführen, was die Abhängigkeit von Smartphone und Cloud verringern und die Interaktion mit Metas KI-Assistenten direkter machen könnte. Das wäre ein deutlicher Qualitätssprung für Metas KI-Brillen.
Gegen ein unmittelbar bevorstehendes Chip-Upgrade oder neue Generation der Ray-Ban Meta-Brillen spricht allerdings, dass Meta erst im September 2025 die aktuelle, zweite Produktgeneration eingeführt hat. Angesichts kommender Konkurrenz durch Google und Apple könnte sich der Marktführer jedoch bereits für die nächste Ausbaustufe positionieren.
Ein nach Veröffentlichung dieses Beitrags erschienener Bloomberg-Bericht bestätigt, dass es sich bei den neuen Ray-Ban Meta-Brillen um Modelle ohne Display handelt und dass sie nicht zu einer neuen Produktgeneration gehören.
Dem Bericht zufolge sollen die beiden Modelle mit den Codenamen „Blazer“ und „Scriber“ bereits kommende Woche erscheinen und sich gezielt an Träger von Korrektionsbrillen richten. Die bisherigen Ray-Ban-Meta-Brillen unterstützen zwar Korrektionsgläser, es wäre jedoch das erste Mal, dass Meta und EssilorLuxottica Smart Glasses speziell für diese Zielgruppe entwickeln, schreibt Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die neuen Varianten sollen in rechteckigen und runden Designs erscheinen und primär über klassische Vertriebskanäle für Korrektionsbrillen verkauft werden.
Meta und EssilorLuxottica haben im vergangenen Jahr rund sieben Millionen Geräte verkauft. Anfang des Jahres berichtete Bloomberg, dass die Partner erwägen, die Produktionskapazitäten auf 20 Millionen Einheiten im Jahr zu erhöhen.
Neuer Bloomberg-Bericht wurde im Text ergänzt.
(tobe)