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04.06.2026
10:30 Uhr
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Bei der Operation KRATOS 2 hat Europol neun kriminelle Netzwerke zerschlagen, 29 Verdächtige festgenommen und über 27.000 illegale Streaming-Links entfernt.

Eine internationale Ermittlergruppe hat neun kriminelle Netzwerke für illegales Streaming zerschlagen und 29 Verdächtige festgenommen, teilte Europol am Mittwoch mit. Bei der Operation KRATOS 2 entfernten die Behörden zudem 27.332 illegale Streaming-Links.
Die Operation lief von September 2025 bis April 2026 und wurde von Bulgarien in Zusammenarbeit mit Europol koordiniert, geht aus der Mitteilung von Europol hervor. Beteiligt waren Strafverfolgungsbehörden aus 13 Ländern, darunter Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, das Vereinigte Königreich und die USA.
Die Ermittler identifizierten 86 Verdächtige und durchsuchten 148 Objekte. Die kriminellen Gruppen verteilten ihre Strukturen laut Europol gezielt über mehrere Länder, um einer Entdeckung zu entgehen. Statt nur einzelne Webseiten abzuschalten, nahmen die Behörden daher die dahinterliegende Infrastruktur ins Visier. Insgesamt hat Europol eigenen Angaben zufolge mehr als 720.000 rechtsverletzende Objekte identifiziert. Dazu kämen 4.370 weitere Domains und über 18.000 IP-Adressen, die mit den illegalen Diensten in Verbindung stehen.
Bei der Ermittlung haben Partner aus dem privaten Sektor geholfen. Laut Europols Mitteilung gehören dazu etwa die UEFA, LaLiga und die beIN Media Group. Einzelne Domains oder Netzwerke, die zerschlagen wurden, nennt Europol nicht.
KRATOS 2 ist die Fortsetzung der Operation KRATOS aus dem Sommer 2024, die das bulgarische Innenministerium mit Unterstützung von Europol und Eurojust durchführte. Damals ging es den Behörden vorrangig um Fußball-Streams im Rahmen der Europameisterschaft 2024. Auch in Deutschland gehen Rechteinhaber gegen illegale Streams vor. Anfang Mai gelang DAZN und der DFL ein Schlag gegen die Streaming-Plattform Livetv.sx, die nach einer Entscheidung des Landgerichts Köln (Az. 14 O 68/26) per DNS-Sperre blockiert wurde.
Europol bringt in der Mitteilung auch eine Warnung an Nutzer solcher Angebote unter: Wer illegale Streaming-Anbieter nutze, unterstütze nicht nur kriminelle Netzwerke, sondern setze sich auch der Gefahr durch Schadsoftware, Spyware und Datendiebstahl aus. „Was für Verbraucher wie günstiger Zugang zu Premium-Inhalten aussieht, wird von komplexen kriminellen Organisationen betrieben“, heißt es in der Mitteilung.
(dahe)