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02.09.2026
06:15 Uhr
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Dropbox-Datenabfluss mit Lenovo-ID + MapQuest-App beliebt dank Ontariosee + Kennwortklau in Berlin + Amazon gegen Werbebetrugsvorwurf + GoPro-Hilfe von YouTuber

Durch eine Sicherheitslücke bei Lenovo sind rund 5.000 Dropbox-Konten ohne 2FA ausgespäht worden. Dazu reichte eine Lenovo-ID. Denn man konnte neue Lenovo-IDs wohl für fremde E-Mail-Adressen anlegen und verwenden. Nun hat Dropbox seine Datenschutzbestimmungen überarbeitet. Derweil verweigert MapQuest die vom US-Präsidenten angeordnete Umbenennung von Ontariosee zu Amerikasee. Daraufhin stürmt der 30 Jahre alte Kartendienst die App-Ranglisten in den USA und Kanada. Damit ist das vorwiegend in den USA verbreitete MapQuest aktuell populärer als Google Maps, das der Trump-Vorgabe gefolgt ist. In Berlin hat die Senatsverwaltung bestätigt, dass auch Passwörter beim Cyberangriff aus dem August entwendet wurden, da diese in Office-Dateien gespeichert waren. Alle Systeme werden geprüft. Laut Senatskanzlei verstößt die Speicherung von Klartext-Zugangsdaten gegen verbindliche Regeln – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Eine erstaunliche Sicherheitslücke ist Inhabern von rund 5.000 Dropbox-Konten zum Verhängnis geworden, die auf die Einrichtung von Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) verzichtet hatten: Unbefugte haben sich mittels frisch angelegter Lenovo-Konten Zugriff verschafft. Die Angreifer haben sich zunutze gemacht, dass Log-ins bei Dropbox auch über Authentifizierungsdienste Dritter zugänglich sind, darunter Google, Apple und Lenovo. Das sollte grundsätzlich sicher sein, war es im Falle der Lenovo-ID aber nicht. Denn Lenovo patzte bei der Bestätigung der E-Mail-Adresse. Es war offenbar möglich, Lenovo-IDs für fremde E-Mail-Adressen anzulegen und zu verwenden. Nach Bekanntwerden dieses Falles sind Dropbox-Aktien um einige Prozent gefallen: Fremde Dropbox-Konten über Lenovo-ID zugänglich.
Der Kartendienst MapQuest verzeichnet enormes Wachstum bei Download- und Zugriffszahlen der eigenen App für mobile Geräte. In den USA hat sich die MapQuest-App an die Spitze aller Navigationsprogramme gesetzt und gehört derzeit zu den fünf am meisten heruntergeladenen kostenfreien Apps sowohl in Apples App-Store als auch bei Google Play. In Kanada steht MapQuest sogar in beiden Ranglisten auf Platz 1. Der Grund dürfte die Weigerung MapQuests sein, die Trump-Direktive zur Umbenennung des Ontariosees zu befolgen. Der US-Präsident hat US-Bundesbehörden angewiesen, den Ontariosee („Lake Ontario“) an der Grenze zwischen den USA und Kanada fortan Amerikasee („Lake America“) zu nennen. Google Maps ist der Vorgabe bereits gefolgt, doch MapQuest weigert sich: Kartendienst MapQuest enorm beliebt durch Beibehaltung des Namens Ontariosee.
Es seien „eine Menge an Daten abgeflossen“, sagte die Berliner Senatssprecherin Christine Richter am Dienstag. Dabei seien auch „Passwörter für einige Fachverfahren bekannt geworden.“ Richter bestätigte damit erstmals, was die Erpresser Ende der vergangenen Woche behauptet hatten: Bei dem Cyberangriff, der mindestens seit Mitte August auf zwei Senatsverwaltungen durchgeführt wurde, fielen den Kriminellen auch Passwörter im Klartext in die Hände. Dies belegt einen Teil der Darstellung einer Ransomware-Bande, welche diese mit Screenshots auf ihrer Darkweb-Seite erhebt. Demnach wurden bei den beiden angegriffenen Senatsverwaltungen Passwortlisten im Klartext in Office-Dateien gespeichert. Auf Nachfrage erklärte die Senatskanzlei, dass dies nicht den Vorgaben entsprach: Passwörter abgeflossen, 12.000 Systeme werden in Berlin gescannt.
Amazon.com sucht schwere Vorwürfe zu entkräften: Laut einer Klage der US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) und 22 US-Bundesstaaten hat der Datenkonzern seine Werbekunden seit Jahren systematisch abgezockt, indem er die Versteigerungsmethode, mit der angeblich die Preise für Reklameeinblendungen ermittelt werden, falsch dargestellt hat. So hätte Amazon bei Sponsored Product Ads, Sponsored Brands Ads und Display Ads heimlich höhere, fiktive Zweitpreise hinzugefügt, die die Grundlage für die Abrechnung mit dem Auktionsgewinner bildeten. Amazon gibt zwar Änderungen und bisweilen falsche Angaben zu, den behaupteten Milliardenschaden gäbe es jedoch nicht. Laut Konzernangaben ist dies ein großes Missverständnis, für Werbetreibende sei es immer billiger geworden: Amazon.com weist Betrugsvorwurf bei Werbepreisen von sich.
Ein 37-jähriger YouTuber ist jetzt der größte Anteilseigner des Kameraherstellers GoPro und dessen Aktienkurs hat in der Folge fast 50 Prozent zugelegt. Mark Fischbach – auf YouTube aktiv als „Markiplier“ – hält seit wenigen Tagen 8,5 Prozent der GoPro-Aktien, weil er den Hersteller für deutlich unterbewertet hält. GoPro selbst hatte das Investment von Fischbach vorige Woche publik gemacht, die Kursrallye erfolgte aber erst am Montag. Mit einem Preis von 0,88 US-Dollar pro Anteil liegt der Kurs aber weiterhin deutlich unter dem Höchststand von 93,85 US-Dollar aus dem Jahr 2014. Der Grund für den Börsensturz liegt an möglichen Finanzproblemen des Unternehmens. Das hat den YouTuber nicht abgeschreckt, er glaubt an die Produkte von GoPro: YouTuber ist jetzt größter Aktionär, Aktienkurs macht Satz um 50 Prozent.
Auch noch wichtig:
(fds)