Heise 26.03.2026
16:00 Uhr

Mini-PC mit USB-C & Platz für zwei SSDs: Nipogi H2 mit Intel i5-14450HX im Test


Solider Mini-PC für Office-Aufgaben: Der Nipogi H2 verspricht mit seinem Intel Core i5 viel Leistung im kompakten Format.

Mini-PC mit USB-C & Platz für zwei SSDs: Nipogi H2 mit Intel i5-14450HX im Test

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.

Solider Mini-PC für Office-Aufgaben: Der Nipogi H2 verspricht mit seinem Intel Core i5 viel Leistung im kompakten Format.

Die hinter Marken, wie Acemagic, Nipogi oder Ouvis steckende Mini-PC-Union konnte in der Vergangenheit immer wieder mit unverschämt guten Preisen von sich reden machen. Der Nipogi H2 schickt sich an als weiterer attraktiver Mittelklasse-Rechner für jedermann. Mit einem Intel Core i5-14550HX, 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB SSD bietet er eine auf dem Papier sehr ordentliche Ausstattung. Preislich liegt das System aber mit 500 Euro ungewöhnlich hoch – vermutlich auch hier eine Folge der durch den KI-Boom ausgelösten Kostenexplosion bei DDR5-Speicher. Ob das System den Erwartungen dennoch gerecht werden kann, zeigen wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

In unserem Testgerät arbeitet ein Intel Core i5-14550HX, der über 10 Kerne bei 16 Threads verfügt. Diese sind unterteilt in sechs Performance-Kerne (P; mit Hyperthreading) und vier Effizienzkerne (E; Gracemont, ohne Hyperthreading). Den H2 gibt es allerdings auch mit anderen Prozessoren, wie dem stärkeren i7-14650HX. Der 14450HX ist Teil des Raptor-Lake-HX-Refreshs und ist im 10-Nm-FinFet-Verfahren bei Intel gefertigt (Intel-7-Lithographie). Der Takt liegt zwischen 1,8 und 4,8 GHz, wobei die E-Kerne zwischen 1,8 und 3,5 GHz takten und die P-Kerne zwischen 2,4 und 4,8 GHz. Die TDP liegt bei 55 W, kann aber im Turbo bis auf 157 W steigen. Die maximale Betriebstemperatur liegt bei 100 Grad Celsius.

Als integrierte Grafikeinheit kommt eine Intel UHD Graphics Xe mit 16 EUs (Execution Units) zum Einsatz, die mit 1500 MHz taktet und bis zu 8 GB des Arbeitsspeichers belegen kann. Dieser ist 16 GB groß und als einzelnes SO-DIMM-Modul ausgeführt. Ein zweiter SO-DIMM-Steckplatz ist unbelegt und kann zur Erweiterung genutzt werden. Das integrierte DDR4-3200-Modul stammt vom hierzulande unbekannten Hersteller Shenzen Shikotar Semi. Bei der SSD handelt es sich um die 512 GB große NVMe Taimi MT5000 im Format M.2-2280, die nach PCIe 4.0 arbeitet. Ausweislich des Speicherbenchmarks Crystaldiskmark schreibt sie mit 3222 MB/s und liest mit 4435 MB/s.

Bei den Anschlüssen bietet das System sechs USB-A-Ports (davon 2x USB 3.2 Gen 2 und 4x USB 3.2 Gen 1), einen USB-C-Anschluss nach USB 3.2 Gen 2 sowie HDMI 2.0 und Displayport 1.4. Zudem gibt es eine Gigabit-LAN-Buchse. Die Stromversorgung findet ausschließlich über den DC-Rundhohlstecker statt und damit nicht über USB-C, wie es bei Laptops seit vielen Jahren Standard ist. Das finden wir natürlich schade, da man so weniger flexibel ist und nicht etwa einfach ein USB-C-Ladegerät mit 100 W (Bestenliste) nutzen kann.

Drahtlose Verbindungen stellt der Nipogi H2 über Bluetooth 5.2 und Wi-Fi 6 her. Als Chipsatz kommt hierbei der Realtek 8852BE zum Einsatz.

Mit einem i5 der 14. Generation liegen die Erwartungen an den Nipogi H2 eher bei einem guten Mittelklasse-System als einem absoluten Rekordhalter. Wie stark er ist, zeigt sich in unseren klassischen Benchmarks aus dem Office- und Gaming-Bereich. Bevor wir beginnen, ein Hinweis vorweg: Der Büro-Benchmark PCMark 10 hat zuletzt ein größeres Update erfahren, das den Workflow von Version 1.x auf 2.x anhebt. Damit einher geht laut den Changelogs von Entwickler UL Solutions, dass die Ergebnisse beider Versionen nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Daher messen wir bis auf Weiteres mit beiden Workflows, um die Vergleichbarkeit weiter aufrechtzuerhalten zu früher getesteten Modellen.

Im Workflow 1.x erreicht der Nipogi H2 durchschnittlich 5176 Punkte mit Spitzen bei 5073 und 5218 Punkten. Bei Workflow 2.x sind es im Schnitt 6074 Punkte mit Ausreißern bei 5844 und 6193 Punkten. Damit entspricht das System eher schwächeren Mittelklasse-Systemen, die sich zwar nicht bei Gaming, aber gut für den Office-Alltag schlagen. Diesen Blick bestätigt auch 3DMark Time Spy, bei welchem der H2 insgesamt 456 Punkte erreicht, wobei die CPU mit 8081 Punkten noch sehr ordentlich abschneidet.

Insbesondere die Grafikeinheit ist hier allerdings eine Enttäuschung, denn diese erreicht lediglich 391 Punkte und liegt damit im Vergleich mit anderen ähnlich teuren Mini-PCs stark zurück. Preislich vergleichbare Konkurrenten, wie der Minisforum UM760 Slim (Testbericht) oder der Alliwava GH9 (Testbericht), kommen hier exemplarisch auf 2300 oder 1613 GPU-Punkte. Auch der OpenCL-Grafikscore von Geekbench 6 ist hier nicht berauschend mit 3993 Punkten, der UM760 Slim schafft hier 23.368 Punkte. Das sind also vollkommen andere Dimensionen, womit die Grafik des H2 eher der eines Mini-PCs unter 250 Euro würdig ist als eines 500-Euro-Systems.

Dass die CPU an sich gar nicht zwingend der Flaschenhals des PCs ist, zeigt der Blick auf Cinebench 2024. Dort erreicht er im Single-Core-Modus 104 Punkte und im Multi-Core 673 Punkte. Auch bei Geekbench 6 sind die Werte mit 2476 Punkten (Single-Core) und 8704 Punkten (Multi-Core) absolut im Soll für ein Mittelklasse-System.

An das Thema Gaming haben wir uns auch in der Praxis gewagt, wurden aber von den Ergebnissen etwas enttäuscht. Während Anno 1800 in Full-HD und niedrigen Einstellungen bei aktiviertem Upscaler FSR (AMD Fidelity FX Super Resolution) noch halbwegs solide 20 FPS schaffte, ruckelten Cities Skylines 2 und Counter Strike 2 bereits im Hauptmenü so sehr, dass an Spielen in irgendeiner Form nicht zu denken war. Auch bei The Witcher 3: Wild Life sind die FPS unter die Marke von 10 gesunken, was unspielbar ist.

Insgesamt zeigt sich der Nipogi H2 also insbesondere bei der Grafik mit deutlichen Schwächen und ist damit als Gaming-System absolut ungeeignet. Gerade im Vergleich mit preislich ähnlichen Systemen ist das schade, da man zwischen 500 und 600 Euro schon durchaus Full-HD-Gaming-fähige Mini-PCs bekommt.

Der Verbrauch des Nipogi H2 liegt schon im normalen Alltag vergleichsweise hoch, wo das System bis zu 26 W bezieht im Idle ohne Last. Nutzen wir den PC mit normalen Anwendungen, wie dem Browser, klettert dieser bereits auf 68 W, was wir recht viel finden. Unter Last sind es bis zu 90 W. Gerade im Vergleich zu Systemen mit ähnlichen Benchmark-Ergebnissen gehört der Nipogi H2 zu den Verbrauch-stärksten. Derartig hohe Werte haben vor allem Systeme, wie der Minisforum UM890 Pro (Testbericht), die diesen aber auch mit deutlich mehr Leistung rechtfertigen können.

Die Lüfterlautstärke des Nipogi H2 hält sich insgesamt absolut im Rahmen. Ohne Last sind es gemessen am Gehäuse maximal 24 dB(A). Bei voller Auslastung mittels Aida64-Stresstest klettert die Lautstärke aber auf bis zu 38 dB(A) an, was am oberen Ende des Durchschnitts liegt.

Die Temperaturentwicklung unter Last hält sich aber ebenso in Grenzen und erreicht nur kurzzeitig 83 Grad, pendelt sich aber bei 78 Grad und im Schnitt bei 75 Grad ein. Die Taktrate liegt zu Beginn der Vollauslastung noch bei den vollen 4,8 GHz, fällt aber bereits nach wenigen Sekunden. Im Schnitt bleibt das System stabil bei 2,9 GHz. Nur einzelne P-Kerne takten durchgehend mit etwa 4 GHz.

Auf dem Nipogi H2 ist Windows 11 Pro in Version 25H2 vorinstalliert. Windows ist dabei mit einer digitalen Lizenz aktiviert. Auf dem System ist keine Bloatware vorinstalliert und unser routinemäßiger, vollständiger Virenscan mit Windows Defender findet keine Auffälligkeiten.

Das Gehäuse des Nipogi H2 wirkt auf uns wie eine größere Version des Nipogi E2 (Testbericht). Die Verarbeitung des grauen Kunststoffs ist okay, aber nicht berauschend. So fasst sich das Material oberflächlich etwas billig an und Kanten wirken schnell schmierig glatt. Einen gewissen Anteil an der Enttäuschung, die man beim Anfassen verspürt, hat sicherlich auch die Optik. Anhand dieser könnte man denken, der PC sei mit Elementen aus Kupfer geziert – es handelt sich dann aber auch hier nur um Kunststoff.

Auf der Rückseite gibt es eine recht kluge Entriegelung, mit der man den Deckel freigeben und dann abnehmen kann. Der dafür genutzte Schieberegler wirkt allerdings ziemlich billig. Zwar wird man nicht jeden Tag seinen PC öffnen, doch die Verarbeitung hätte gerne etwas hochwertiger sein dürfen. Den größten Einfluss auf unsere Erwartungshaltung hat hier insbesondere der hohe Preis von 500 Euro und mehr. Für diesen bekommt man bei anderen Geräten einfach ein deutlich wertigeres Gehäuse.

Unter dem Gehäusedeckel befindet sich eine glänzende Zwischenebene, die von vier Schrauben festgehalten wird. Löst man sie, kommt man an die Hardware. Beim E2 war hier Platz für eine 2,5-Zoll-Festplatte, beim H2 nicht. Die Zwischenebene fasst sich ebenfalls etwas billig an, der glänzende Lack ist hier nicht förderlich für die empfundene Wertigkeit.

Der Nipogi H2 misst 128,2 x 128,2 x 44 mm und wiegt 579 g.

Normalerweise kostet der Nipogi H2 in unserer Testausstattung (i5, 16/512 GB) bei Amazon 600 Euro. Abzüglich der Anklick-Coupons sowie nach Eingabe unseres Codes HEISEH2PC sinkt der Preis auf 500 Euro.

Die Variante mit 32 GB an RAM kostet normalerweise 900 Euro und sinkt durch Anklick-Coupons und unseren Code HEISEH232 auf 600 Euro.

Die Rabatt-Coupons gelten abhängig von der Verfügbarkeit bis zum 26. April 2026. Sollten die Lagerbestände vorher vergriffen sein, kann der Preis zu einem späteren Zeitpunkt nach Veröffentlichung bereits zuvor abweichen.

Der Nipogi H2 ist ein solider Mittelklasse-Mini-PC. Gerade für Alltag und Office ist seine Leistung mehr als solide. Mit zwei Steckplätzen für M.2-SSDs kann man ihn gut erweitern, was für eine längerfristige Nutzung sinnvoll ist. Neben einem USB-C-Port erhält man mit sechs USB-A-Buchsen eine ordentliche Anschlussauswahl.

Einen Strich durch seine Attraktivität macht allerdings der derzeitige Preis sowie die magere Grafikleistung. Im Preisfeld um 500 Euro haben wir einfach bereits mehrere PCs getestet, die eine erheblich bessere GPU-Performance sowie weitere Annehmlichkeiten geboten haben – etwa USB-C für Stromversorgung oder zwei 2,5-Gigabit-LAN-Ports. Das alles hat der Nipogi H2 nicht, weshalb er im Vergleich dazu das Nachsehen hat. Zudem wirkt das Gehäuse etwas einfach verarbeitet und passt in unseren Augen besser zu Systemen um 200 Euro, als zu einem so teuren Mini-PC. Auffällig ist auch der hohe Verbrauch des Systems, der bereits beim Surfen in Internet 60 W übersteigt.

Wir würden eher einen Minisforum UM760 Slim (Testbericht) oder eine GMKtec Nucbox K12 (Testbericht) empfehlen. Sie sind stärker, ähnlich bepreist und arbeiten auch effizienter mit geringerem Verbrauch. Damit ist der H2 kein durch und durch schlechter PC, nur deutlich zu teuer. Das dürfte allerdings auf die durch den KI-Boom ausgelösten Kostenexplosion bei DDR5-Speicher zurückzuführen sein. Bei einem Preis von 300 Euro wäre der PC erheblich attraktiver. Im Test gibt es daher drei Sterne.

Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.