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09.09.2026
16:00 Uhr
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LiDAR und RTK-Navigation: Der Anthbot M9 Pro verspricht präzises Mähen auch in schwierigem Gelände. Der Test zeigt, was er in der Praxis leistet.

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.
LiDAR und RTK-Navigation im kompakten Format: Der Anthbot M9 Pro verspricht präzises Mähen auch in schwierigem Gelände. Was er in der Praxis leistet, zeigt unser Test.
Mit der M-Pro-Serie setzt Anthbot auf eine Kombination aus LiDAR- und RTK-Navigation. Dieses System ermöglicht zuverlässiges Mähen auf großen Offenflächen ebenso wie in verschatteten Bereichen, wo Satellitensignale an ihre Grenzen stoßen – ein klarer Vorteil gegenüber rein GPS-basierten Mährobotern. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Mit einer Schnittbreite von lediglich 20 Zentimetern dauert der Mähvorgang auf weitläufigen Grundstücken spürbar länger als bei Konkurrenzmodellen mit breiteren Schnittwerken. Entsprechend staffeln sich die Flächenempfehlungen: Der M5 Pro ist für bis zu 500 m² ausgelegt, der M9 Pro für Areale bis 1.000 m².
Ob der Anthbot M9 Pro seine Stärken auch unter anspruchsvollen Bedingungen ausspielen kann, klärt dieser Testbericht. Geprüft wird auf einem Gelände mit drei Rasenflächen, steilen Hängen, einer nur 70 Zentimeter breiten Durchfahrt sowie einer Einfassung aus fünf Zentimeter hohen Bordsteinen. Bewertet werden Flächenleistung, Schnittbild und Kantenschnitt.
Mit Abmessungen von 49,8 × 39,2 × 25,1 cm und einem Gewicht von 10,4 kg zählt der Anthbot M9 Pro zu den besonders kompakten und leichten Mährobotern. Das verspricht hohe Wendigkeit im Praxiseinsatz und ein rasenschonendes Fahrverhalten. Nachteile bringt die zierliche Bauweise allerdings ebenfalls mit sich – dazu mehr im Abschnitt zur Mähleistung.
Typisch für LiDAR-Mähroboter ist die Kuppel auf der Gehäuseoberseite, unter der ein Laser die Umgebung abtastet. Beim M9 Pro sitzt der Sensor stattdessen in einem wenige Zentimeter herausragenden Zylinder, dessen Oberseite eine Abdeckung schützt. Solche Schutzvorkehrungen sind keine Seltenheit: Auch Mammotion sichert die LiDAR-Einheit mit Verstrebungen – hilfreich vor allem dann, wenn der Mähroboter umkippt, weil die empfindliche Sensorik sonst schnell Schaden nimmt.
An der Vorderseite sitzen zwei HDR-Kameras. Sie unterstützen nicht nur die Navigation, sondern erkennen per KI auch Hindernisse, denen der M9 Pro anschließend ausweicht. Einen Livestream der Kamerabilder bietet die Anthbot-App allerdings nicht.
Unter der oberen Gehäuseabdeckung verbirgt sich im hinteren Bereich ein GPS-Empfänger, der die LiDAR-Navigation um RTK-Korrekturdaten ergänzt. Eine RTK-Antenne liegt bei, zwingend nötig ist sie jedoch nicht: Ein integriertes Mobilfunkmodul bezieht die Korrekturdaten alternativ über die Anthbot-Cloud. Der dafür erforderliche Datentarif ist in den ersten zwei Jahren nach Inbetriebnahme kostenlos, danach kostet der Net-RTK-Dienst 40 Euro jährlich. Wer für die mitgelieferte Antenne einen Aufstellort mit ausreichendem Satellitenempfang findet, spart sich diese Ausgabe. Das Mobilfunkmodul liefert allerdings nicht nur Satellitendaten – es sichert auch den Zugriff auf den Mähroboter, wenn das WLAN nicht den gesamten Garten abdeckt.
Auf der Oberseite hat Anthbot ein Bedienpanel integriert, das den Akkuladestand anzeigt und Tasten für die wichtigsten Funktionen bereithält. Dahinter sitzt der bei Mährobotern übliche rote Not-Aus-Schalter, darüber der Regensensor. Sobald Niederschlag einsetzt, stoppt dieser das Mähen – im Test funktionierte das einwandfrei, vorausgesetzt, die Regenerkennung ist in der App aktiviert.
An der Unterseite arbeitet das Mähwerk mit fünf Klingen und einer Schnittbreite von 20 cm. Für den Antrieb sorgen zwei große Hinterräder, die von Kotflügeln aus Plastik teilweise verdeckt werden. Aufkleber darauf warnen davor, den Mähroboter an ebendiesen Abdeckungen anzuheben.
Sauber verarbeitet ist das Gehäuse insgesamt. Optisch setzt Anthbot auf einen Zweiklang aus hellgrauem Oberteil und dunkelgrauem Unterbau, violette Zierringe an den schwarzen Rädern liefern den einzigen Farbakzent.
Nach dem Aufstellen der Ladestation übernimmt die Anthbot-App die weitere Inbetriebnahme – wie bei der Konkurrenz ist dafür eine Registrierung per E-Mail-Adresse nötig. Ein Assistent führt anschließend durch das Set-up und koppelt den Mähroboter mit dem heimischen WLAN. Nach wenigen Minuten ist das erledigt.
Sobald der 90-Wh-Akku des M9 Pro zu mehr als 50 Prozent geladen ist, kann die Kartierung starten. Zur Wahl steht ein Automatikmodus, der allerdings nur bei Rasenflächen mit festen Begrenzungen zufriedenstellend arbeitet. In unserem Kurztest zeigte sich: An Grundstücksrändern mit herunterhängenden Ästen stößt die automatische Kartierung an ihre Grenzen. Der M9 Pro weicht den Ästen aus, wodurch der darunterliegende Rasenbereich unkartiert bleibt. Auch die manuelle Kartierung brach an dieser Stelle zunächst schlicht ab. Erst ein Firmware-Update ermöglichte eine präzise Erfassung auch in diesem Abschnitt.
Zuvor galt es allerdings, sich mit der App-Steuerung anzufreunden: Aufgrund der kompakten Abmessungen und des geringen Gewichts fährt der M9 Pro nicht besonders spurtreu. Hinzu kommt eine zügige Beschleunigung, sobald die Richtungstasten der virtuellen Joysticks einen Moment zu lange gedrückt werden. Praktisch: Bei voneinander getrennten Zonen legt die App automatisch einen Übergang an – manuelle Nacharbeit entfällt.
Alle üblichen Konfigurationsmöglichkeiten sind vorhanden: Zonen, Zeitpläne, No-Go-Bereiche und Over-the-Air-Updates. Schnitthöhe (3–7 cm), Mähanzahl, Mährichtung und Empfindlichkeit der KI-Kameras (Einstellung „Sehprüfung") lassen sich pro Zone festlegen. Letztere gehört auf die niedrigste Stufe, wenn der M9 Pro Abschnitte mähen soll, die Äste und Büsche verdecken. Spezielle Schnittmuster wie Schachbrett oder Diamant fehlen der Anthbot-App. Dafür wählt der Mähroboter im „Effizienten Modus" die Schnittrichtung je Zone so, dass er die Mähaufgabe möglichst schnell abschließt.
Eine offizielle Unterstützung für Home Assistant bietet Anthbot nicht. Über eine Community-Integration lässt sich der M9 Pro dennoch in die Smart-Home-Zentrale einbinden.
Die Navigation per LiDAR und Net-RTK funktionierte im Test gut. Der M9 Pro respektierte die kartierte Fläche, unternahm keine Ausflüge in angrenzende Beete und fand jederzeit zurück zur Ladestation. Begrenzt ist – wie bei allen Mährobotern mit Zweiradantrieb – die Steigfähigkeit: Der Hersteller nennt 24° (45 %), was sich in der Praxis bestätigte. Selbst einen bis zu 30° steilen Abschnitt meisterte der M9 Pro, ohne den Rasen zu beschädigen; hier zahlt sich das geringe Gewicht aus. Bei Querfahrten im Steilgelände fährt er allerdings wenig spurtreu und muss häufiger korrigieren. Für solche Passagen eignen sich Allrad-Mähroboter deutlich besser.
Nicht bestätigen können wir die vom Hersteller angegebene Mindestdurchfahrbreite von 65 cm. Auch mit der aktuellen Firmware 1.0.56 scheitert der M9 Pro an unserer 70 cm breiten Engstelle, die andere – teils größere – LiDAR-Mähroboter problemlos passieren. Anthbot arbeitet an einer Lösung; sobald das Problem behoben ist, aktualisieren wir diesen Testbericht.
Ein weiteres Problem trat in einem mit Terrassenplatten durchsetzten Rasenbereich auf. Zunächst reagierte der M9 Pro irritiert und fuhr chaotisch hin und her. An den Stangen eines fest installierten Wäscheständers verhakte er sich zudem, obwohl ein einfaches Zurücksetzen genügt hätte. Nach einem Firmware-Update bewältigte er dieses Areal fehlerfrei. Bauartbedingt bleibt eine Einschränkung: Die fünf bis sechs Zentimeter hohen Randsteine, die in unserem Testgarten eine Rasenzone einfassen, überwindet der Mähroboter nicht – diese Zone bleibt für ihn unerreichbar.
Zuverlässig arbeitet die Hinderniserkennung. Auf höchster Stufe registriert sie selbst flache Gegenstände wie Bälle oder einen Gartenschlauch und umfährt sie. Bei niedriger Empfindlichkeit entgehen ihr kleinere Objekte jedoch – ärgerlich, weil sich die Einstellung nur zonenweise anpassen lässt und nicht etwa gezielt für Randbereiche. Nachts sollte der Roboter daher nicht fahren, um Tiere nicht zu gefährden. Das gilt allerdings für alle vergleichbaren Geräte.
Für Diebe sind Mähroboter mit App-gebundenem Nutzerkonto grundsätzlich wertlos, da sich die Geräte nicht erneut koppeln lassen – beim Anthbot M9 Pro ist das nicht anders. Ergänzend löst die App auf Wunsch einen Alarm aus, sobald sich der Mähroboter mehr als 50 Meter aus seiner kartierten Zone entfernt, und verschickt zusätzlich eine Benachrichtigung. Auf der Gehäuseoberseite steckt außerdem ein abnehmbarer Sicherheitsschlüssel, ohne den sich der M9 Pro nicht betreiben lässt.
Nahezu exakt parallele Bahnen zieht der M9 Pro im Test – am Mähbild gibt es entsprechend nichts auszusetzen. Für eine 216 m² große, ebene Fläche mit mehreren No-Go-Zonen benötigt der Mähroboter zwischen 2:17 und 2:22 Stunden. Weil die Akkukapazität von 90 Wh für die komplette Fläche ausreicht, ist er früher fertig als manches Konkurrenzmodell mit ähnlicher Schnittbreite, das zwischendurch nachladen muss. Daraus ergibt sich eine Flächenleistung von 95 m² pro Stunde. Auf einer 60 m² großen Fläche mit deutlich mehr Hindernissen sinkt der Wert auf knapp 84 m². Gegenüber Mährobotern mit breiterem Schnittwerk muss sich der M9 Pro allerdings geschlagen geben: Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro etwa schafft mit 32 cm Schnittbreite zwischen 176 und 272 m² pro Stunde.
Nur durchschnittlich fällt der Kantenschnitt aus. An ebenen Übergängen zwischen Rasen und angrenzendem Weg gelingt er tadellos: Hier überfährt der M9 Pro die Rasengrenze, Nacharbeit erübrigt sich. An festen Begrenzungen bleibt dagegen ein rund 12 cm breiter Streifen ungemäht – so groß ist der Abstand zwischen Klingensystem und Gehäuserand. Mährobotern mit optimierter Kantenschnittfunktion ist der M9 Pro damit unterlegen, sei es durch ein seitlich ausfahrbares Mähdeck wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500 oder einen integrierten Trimmer wie beim Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro.
Der M9 Pro für Rasenflächen bis 1000 m² kostet mit Garage regulär 1468 Euro. Aktuell ist er für 1299 Euro im Angebot. Der für 500 m² ausgelegte M5 Pro kostet regulär 1168 Euro und aktuell 999 Euro.
Mit LiDAR und RTK vereint der Anthbot M9 Pro gleich zwei Navigationstechniken in einem kompakten Gehäuse. Die Akkukapazität ist ordentlich dimensioniert: Eine 216 m² große Fläche mäht der Roboter im Test am Stück – schneller als manches Konkurrenzmodell mit ähnlicher Schnittbreite, das zwischendurch nachladen muss. Gegen Mähroboter mit breiterem Schnittwerk verliert er das Tempoduell allerdings deutlich.
Nahezu parallel verlaufende Bahnen sorgen für ein sauberes Schnittbild mit gleichmäßigem Muster. Beim Kantenschnitt zeigt sich ein geteiltes Bild: An ebenen Übergängen arbeitet der M9 Pro tadellos, an festen Begrenzungen bleibt – wie bei vielen Wettbewerbern – ein ungemähter Streifen zurück, der Nacharbeit erfordert. Schwächen offenbart der Mähroboter zudem in verwinkeltem Gelände: Unsere 70 cm breite Engstelle passierte er auch mit aktueller Firmware nicht, fünf bis sechs Zentimeter hohe Randsteine stoppen ihn ebenfalls.
Rund 1300 Euro ruft Anthbot derzeit für den M9 Pro auf – ein stolzer Preis. Fürs gleiche Geld oder weniger bieten Konkurrenten mehr Leistung, insbesondere bei Schnittbreite und Kantenschnitt.
Empfehlenswert ist der M9 Pro damit vor allem für überschaubare, gut zugängliche Gärten bis rund 1000 m², in denen sein geringes Gewicht und die präzise LiDAR-Navigation zur Geltung kommen – etwa auf Hanglagen, wo schwerere Modelle Spuren im Rasen hinterlassen. Wer dagegen einen verwinkelten Garten mit engen Durchfahrten, Bordsteinen oder vielen abgegrenzten Zonen bewirtschaftet, greift besser zu einem Mähroboter mit Allradantrieb und größerer Bodenfreiheit. Ähnliches gilt für alle, denen ein sauberer Kantenschnitt wichtig ist: Modelle mit ausfahrbarem Mähdeck oder integriertem Trimmer erledigen diese Aufgabe deutlich überzeugender.