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17.07.2026
09:40 Uhr
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Deutsche Unternehmen erwarten bis 2026 einen ROI von 24 Prozent durch KI. Doch viele sind noch nicht bereit für den Einsatz von KI-Agenten.

Künstliche Intelligenz zahlt sich für deutsche Unternehmen aus – meinen zumindest die Teilnehmer einer Studie von SAP und Oxford Economics. Laut ihr erwarten die Unternehmen für 2026 im Mittel einen Return on Investment (ROI) von 24 Prozent, gegenüber 17 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig sehen viele der Befragten Defizite bei der Einführung von KI-Agenten: Nur vier Prozent halten sich für deren Einsatz vollständig vorbereitet.
Für den The SAP Value of AI Report 2026 befragten SAP und Oxford Economics weltweit 2600 Führungskräfte aus 13 Ländern, darunter 200 Entscheider aus Deutschland. Die deutschen Unternehmen wollen demnach im laufenden Jahr durchschnittlich rund 35 Millionen Euro in KI investieren. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt aller untersuchten Länder von rund 24 Millionen Euro.
Als wesentlichen Treiber der erwarteten Rendite nennt die Studie agentische KI. Dabei übernehmen KI-Agenten nicht nur einzelne Aufgaben wie das Erstellen von Texten oder das Zusammenfassen von Dokumenten, sondern führen eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe aus. Sie können etwa Informationen aus verschiedenen Unternehmenssystemen abrufen, Entscheidungen nach vorgegebenen Regeln treffen und Folgeaktionen auslösen.
Der erwartete ROI aus agentischer KI soll in Deutschland innerhalb der kommenden zwei Jahre auf knapp 18 Millionen Euro steigen. Im Vorjahr lag dieser Wert laut Studie noch bei rund 4 Millionen Euro. Neun von zehn befragten Unternehmen sehen in ihr das Potenzial, ihre Organisation grundlegend zu verändern. Zwischen den Erwartungen und den organisatorischen Voraussetzungen klafft allerdings eine Lücke: Die meisten Unternehmen geben an, nur teilweise oder gar nicht auf den Einsatz von KI-Agenten vorbereitet zu sein.
Besonders deutlich werden die Defizite nach Einschätzung der Studienautoren bei der Governance, also den organisatorischen und technischen Regeln für einen kontrollierten KI-Einsatz. Nur elf Prozent der Unternehmen bewerten ihre Fähigkeiten in diesem Bereich als vollständig ausreichend. Lediglich 18 Prozent sehen die notwendigen Prozesse und Rahmenbedingungen als vorhanden an.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) verfügt nach eigenen Angaben noch über keinen Prozess, der menschliche Kontrolle in agentische Arbeitsabläufe einbindet. Ein Drittel hat keine Berechtigungs- und Zugriffskontrollen für KI-Agenten eingerichtet. Nur 34 Prozent führen ein zentrales Verzeichnis der eingesetzten Agenten. 75 Prozent der Unternehmen stimmen zu oder schließen es zumindest nicht aus, KI-Agenten schneller einzuführen, als sie diese wirksam steuern können.
Nach Angaben der Studie unterstützt KI in deutschen Unternehmen inzwischen durchschnittlich 35 Prozent aller Aufgaben. Häufig bleibt ihr Einsatz jedoch auf einzelne Anwendungsfälle beschränkt: 39 Prozent der Unternehmen verfolgen laut Studie überwiegend einen fragmentierten Ansatz statt einer unternehmensweiten KI-Strategie.
Auch organisatorisch sehen die Autoren Nachholbedarf. Weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) hat eine klar benannte Führungskraft für die KI-Einführung. Nur 35 Prozent haben konkrete KI-Kennzahlen für Führungskräfte definiert. Schulungen zu KI-Kompetenzen und Risiken bieten 47 Prozent der Unternehmen an.
Ein weiterer Bremsklotz bleibt die Datenqualität. 81 Prozent der Befragten berichten zumindest gelegentlich von Nacharbeiten, Verzögerungen oder operativen Problemen, weil KI-Ergebnisse nicht die erforderliche Qualität erreichen. Zudem bezweifeln 77 Prozent, dass ihre Weiterbildungsmaßnahmen mit der schnellen Entwicklung neuer KI-Anwendungen Schritt halten können. Als weiteres Risiko nennt die Studie sogenannte Schatten-KI – nicht freigegebene oder zentral verwaltete KI-Anwendungen. 71 Prozent der Unternehmen geben an, dass bei ihnen Schatten-KI zumindest gelegentlich genutzt wird.
(fo)