Mit Bob 2.0 erweitert IBM die KI-gestützte Software-Entwicklung, die den gesamten Software-Lebenszyklus im Enterprise-Bereich abdecken soll. Bob unterstützt Entwickler bei Planung, Code-Generierung, Validierung, Refactoring und Modernisierung.
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16.07.2026 12:41 Uhr |

Mit Bob 2.0 erweitert IBM die KI-gestützte Software-Entwicklung, die den gesamten Software-Lebenszyklus im Enterprise-Bereich abdecken soll. Bob unterstützt Entwickler bei Planung, Code-Generierung, Validierung, Refactoring und Modernisierung.
Ursprünglich im Oktober 2025, als Project Bob eingeführt wurde, handelte es sich um den agentenbasierten Nachfolger von Watsonx Code Assistant. Das ist ein KI-gestütztes Entwicklungs-Tool, das tief in die jeweilige Entwicklungsumgebung (IDE) integriert werden kann und Programmieraufgaben nicht nur vorschlägt, sondern proaktiv ausführt. Hierbei kommen eigenständige Premium-Pakete mit getesteten Workflows für ganz spezifische Einsatzfelder ins Spiel: das Bob Premium Package for Java Modernization, das Premium Package für IBM i und das Premium Package für IBM Z.
Aktuell sind nur Workflows verfügbar, die mit Bob und diesen drei Paketen ausgeliefert werden; mehr Möglichkeiten für die Programmierer soll es erst geben, sobald die neue API-Oberfläche sich bei den bisherigen Anwendern eingespielt hat. Für klassische AIX- und Linux-basierte Systeme auf Power-Servern agiert Bob als intelligenter Partner in der Entwicklungsumgebung (IDE, oft Visual Studio Code), der folgende Stärken ausspielen soll:
Zu den angekündigten Neuerungen der agentenbasierten Software-Entwicklungsplattform gehören Multi-Agenten-Funktionen, integrierte KI-Analysen zu Kosten und Nutzung sowie vorgefertigte, spezialisierte Workflows zur Modernisierung von Legacy-Software, zum Beispiel COBOL- oder RPG-Programmen.
Versprochen wird ein Tool, das die Absichten, die spezifische Codebasis und die eigenen Standards desjenigen Unternehmens „versteht“, in dem es zum Einsatz kommen soll. Dazu kann man in den „Architekten-Modus“ wechseln, wenn es darum geht, komplexe Software-Systeme zu entwerfen, oder aber auch im „Code-Modus“ mit dem KI-System arbeiten, um schneller beim Codieren voranzukommen oder effizient Entwicklungsschritte zu iterieren.
Bob kann laut Hersteller die Codebasis „lesen“ und „verstehen“, Frameworks modernisieren, Refactorings in großem Maßstab durchführen und Software unter Berücksichtigung des gesamten Kontexts auf neue Plattformen migrieren. Mit eingebautem Fachwissen zu Standards wie FedRAMP, HIPAA oder PCI kann die Bereitstellung von sicherem, produktionsreifem Code schneller erfolgen, so das Versprechen.
Die neue Version bringt aber auch erhebliche Änderungen am bisherigen Produkt mit sich, sowohl hinsichtlich der architektonischen Grundlagen, als auch der Funktionen, die den Anwendern zur Verfügung stehen. Bob 2.0 basiert nunmehr auf einer dreistufigen Architektur: den Agenten, dem sogenannten „Harness“ und den Clients.
Ein Agent bietet Funktionen zur Schlussfolgerung und Codegenerierung, während der „Harness“ zusätzlich Aufgaben wie Authentifizierung, Protokollierung und Telemetrie übernimmt. In der KI-Welt liefert ein Harness die Software-Infrastruktur, die ein Sprachmodell (wie etwa ein LLM) umgibt und es diesem ermöglicht, eigenständig Aufgaben auszuführen, anstatt nur Fragen zu beantworten. Bei einem Harness wird auch gern die Analogie zum vom Reiten bekannten Zaumzeug bemüht. Er soll dem KI-Modell Leitplanken, Tools und Kontrollmechanismen wie menschliche Freigaben zur Verfügung stellen, damit die KI sicher und fokussiert arbeiten kann.
Diese einheitliche Basis ist eine große Veränderung gegenüber Bob 1.0, bei dem dafür jeweils unterschiedliche Technologien verwendet wurden. Deshalb konnte IBM die erste Version des Produktes zwar schneller auf den Markt bringen, doch wäre der Aufwand für die Weiterentwicklung viel größer gewesen, da jede Änderung mehrmals umgesetzt werden musste.
Nun gibt es auch vorgefertigte Workflows, die Teams an ihre eigenen Umgebungen anpassen und erweitern können, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse konsistent und überprüfbar sind – und zwar unabhängig davon, wer sie ausführt. Nutzer können nun auf „Bobalytics“ zugreifen, eine neue Funktion, mit der sie den Verbrauch überwachen, Ressourcen zuweisen und den Überblick behalten können, um die KI entsprechend ihren internen Vorgaben zu skalieren. Außerdem ist es nun für Modelle möglich, mehrere Tools in einem Durchgang anzufordern und gemeinsam auszuführen.
Zudem verwalten Subagenten den Kontext in großem Maßstab. Das ist wichtig, denn jeder explorative Schritt einer KI – sei es das Lesen von Dateien, Suchvorgänge oder Funktionsverfolgungen – kann das Kontextfenster überladen und die Kosten in die Höhe treiben. Jetzt wickeln Bob-Subagenten komplexe Aufgaben in einem isolierten Kontext ab, um schnelle Antworten zu liefern und gleichzeitig die Kosten zu kontrollieren.
Ebenfalls neu sind drei Premium-Pakete für KI-native Workflows, die strukturiert, wiederholbar, auditierbar und speziell für Umgebungen entwickelt wurden, für die andere Werkzeuge nicht ausgelegt sind.
Das Tool wird über ein eigenes Preismodell abgerechnet; statt einer Token-Abrechnungen wird ein Credit-basiertes System namens Bobcoins (Preisübersicht) genutzt. Ein Bobcoin entspricht 0,50 US-Dollar (bzw. rund 0,45 Euro) und wird gemäß der jeweiligen Aufgabenkomplexität abgerechnet. Der Einstiegspreis für Bob Pro liegt bei 20 US-Dollar (40 Bobcoins) pro Monat.
(axk)