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18.09.2026
17:21 Uhr
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Assistant raus, Gemini rein: Google bringt mit dem "Home Speaker" den ersten Lautsprecher mit vorinstallierter Sprach-KI. Doof nur: Sie funktioniert nicht.

Großer Umbau bei Google: Überall, wo der alte Assistant drinsteckte, kommt nun die Sprach-KI Gemini rein. Und zwar nicht nur in Smartphones, Tablets, Fernsehern und Autos – sondern mit dem "Home Speaker" auch im ersten offiziellen Gemini-Lautsprecher. Im c't-3003-Test zeigt sich allerdings: Der Gemini-Sprachassistent macht so viele Fehler, dass er eigentlich nicht zu gebrauchen ist.
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier bei mir in der Küche steht so ein alter Google Home Mini und ja, ihr kennt diese Sprachassistententeile vermutlich alle. Ob die jetzt Alexa oder HomePod oder Nest oder sonst was heißen, gibt’s seit vielen Jahren und die Dinger sind halt noch nie so richtig schlau gewesen.
Keno: „Wann sind in Niedersachsen Osterferien?“
Google Assistant (alt): „8:04 Uhr. Die. 23.04. Tag nach Himmelfahrt 2030. Frau.“
Ja, okay, die? Hat das was gegen mich? Aber das soll sich ja jetzt alles ändern, denn jetzt gibt’s richtige KI und dadurch mehr Intelligenz und deshalb habe ich mir den Google Home Speaker mit Gemini besorgt. So heißt das Ding. Und in diesem Video schauen wir uns mal an, ob das so klappt mit dem schlauen digitalen Assistenten.
Keno: „Spiel die Beatles, aber nicht Let It Be.“
Google Gemini (neu): *Spielt Let It Be*
Was denkt ihr? Kleiner Spoiler: Ich bin verwundert, dass Google das tatsächlich so auf den Markt gebracht hat.
Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei...
Ja, also wie gesagt, ich hab seit vielen Jahren dieses kleine Ding hier in meiner Küche liegen und ja, ist schon ein bisschen dreckig. Also dieser Google Home Mini hat mir auf jeden Fall jahrelang treu Dienste geleistet, allerdings wirklich nur als Küchenradio mit Sprachsteuerung für den Wetterbericht morgens und als Eieruhr. Diese Funktionen klappen alle super, vor allem, weil man halt beim Kochen oft die Hände nicht freihat und deshalb diese Sprachsteuerung wirklich praktisch ist. Und ja, beim Kochen braucht man halt oft einen Timer. Und ich weiß auf jeden Fall, dass es bei vielen von euch so ähnlich ist. Wenn ihr halt Alexas oder Siris oder sonst was irgendwo stehen habt, dann sind das die Funktionen, die Leute benutzen. Vielleicht noch ein bisschen Smart Home steuern. Aber für alles andere sind die Teile, das ist jetzt nicht nur meine Meinung, sondern das haben wirklich alle gesagt, mit denen ich darüber gesprochen habe, nicht zu gebrauchen, weil da einfach die Intelligenz fehlt. Und wir haben uns auch alle dran gewöhnt in den letzten Jahren, dass man da nicht so viel erwarten kann schlauhheitsmäßig.
Keno: „Wer bist du?“
Google Assistant (alt): „Ich bin dein Google Assistant. Wir können ein Quizspiel spielen. Ich kann dir eine lustige Info heraussuchen oder du kannst am Glücksrad drehen.“
Keno: „Nein. Nein. Nein.“
Google Assistant (alt): „Womit willst du loslegen?“
Keno: „Bist du Gemini?“
Google Assistant (alt): „Tut mir leid. Ich habe dich nicht verstanden.“
Keno: „Basierst du auf Gemini oder basierst du auf Google Assistant?“
Google Assistant (alt): „ Entschuldige, das habe ich nicht verstanden.“
Keno: „Sag mal, wie die Temperatur morgen wird und welcher Wochentag morgen ist.“
Google Assistant (alt): „Entschuldige, das habe ich nicht verstanden.“
Nun ist aber inzwischen 2026 und ich höre immer öfter, dass Leute sich wundern, wie aus der Zeit gefallen sich diese Assistenten auf einmal anfühlen. Denn seit dem KI-Hype, also seit Chatbots auf LLM-Basis wie ChatGPT und sowas existieren, ja, da sind so Systeme, die nahezu keinen Kontext verstehen und nur in vorgefertigten Textblöcken antworten, ja, so ziemlich Dampfmaschinen-Style hängengeblieben. Zum Vergleich: So hört sich ChatGPT Live an, die aktuelle Version der Sprachfunktion, die seit ein paar Wochen freigeschaltet ist.
Keno: „Jo, kannst du auch ein bisschen Platt schnacken?“
GPT-Live-1: „Moin moin. Ich freu mich. Was schnacken wir denn?“
Keno: „Du bist doch auch so ein bisschen so ein Ostfriese.“
GPT-Live-1: „Achso, ostfriesisch. Ah, jo. Na, ich versuch das mal.“
Keno: „Nee, Aber jetzt bist du jetzt hast du auf Holländisch gewechselt. Ich nehme hier gerade so ein Video auf.“
GPT-Live-1: „ Achso. Worum geht’s denn?“
Keno: „Ja, so Sprachassistenten. Damit kennst du dich, glaube ich, nicht so gut mit aus, oder?“
GPT-Live-1: „Ah ja, so nicht so wirklich. Nee, nee. Aber ich kenne da so ein paar Leute, die da mit wirklich viel auskennen.“
Keno: „Aha. Kannst du mich damit mal verbinden mit der internen OpenAI-Telefonanlage?“
GPT-Live-1: „Also, das kann ich leider nicht. Aber für dein Video könnten wir so tun, als ob ich dich eben schnell durchstelle. Einen Moment. Die interne Leitung zur Fachabteilung Sprachassistenten ist belegt. Ähm aber ich kann uns gern in die Simulation holen.“
Keno: „Ist auch gut jetzt, ne? Ich wünsche dir was. Geh mal wieder rein in Computer. Leg dich wieder hin.“
GPT-Live-1: „Alles klar. Viel Erfolg beim Dreh.“
Keno: „Ja, danke. Tschüss. Tschüss.“
Ja, das ist, wie gesagt, ChatGPT Live. Ja, das Ding cosplayt wirklich ziemlich gruselig einen echten Menschen inklusive so Stottern, habt ihr ja gerade gehört, und Ähs. Also das ist aktuell State of the Art. Und ich bin tatsächlich schon mal in einen Raum gekommen, wo jemand mit diesem Ding interagiert hat. Ich hab wirklich gedacht, das wäre ein Mensch auf der anderen Seite, also so telefonmäßig. Na ja, aber die, die das Ding programmiert haben, also ChatGPT Live, OpenAI, die haben ja momentan noch keinen echten Assistenten, also zumindest keinen in Hardware. Und da kommt Google ins Spiel. Die bringen jetzt nicht nur Hardware raus, sondern die tauschen jetzt auch in allen Geräten, in denen Google Assistant schon drin ist, das sind wirklich etliche, den tauschen die aus durch Gemini. Ja, und dieser altertümliche Assistant, übrigens Assistant benutzt Google gar nicht mehr den Begriff, sondern die sagen dann Gemini Assistant oder so, aber der Google Assistant an sich als Produkt, den gibt’s nicht mehr. Der ist übrigens inzwischen schon tatsächlich 10 Jahre alt.
Gemini sagt euch ja vielleicht was, das sind die kommerziellen KI-Modelle von Google, das deren Markenname sozusagen. Google macht ja auch welche zum Selbst-Hosten, die nennt Google Gemma. Hab ich neulich erst gecheckt, dass Gemma quasi die Verniedlichungsform von Gemini ist, aber okay, das nur am Rande. Und jedenfalls diesen Google Home Speaker, also den ich hier jetzt teste, das ist die erste neue offizielle Hardware, die direkt mit Gemini ausgeliefert wird. Der kleine Google Mini, der dreckige da, der schon so lange in meiner Küche steht, der hat inzwischen auch Gemini. Google wird, wie gesagt, Assistant komplett aus dem Programm nehmen und durch Gemini ersetzen oder hat das auch schon. Und meistens funktioniert die alte Assistant-Hardware auch mit Gemini. Allerdings gibt’s, natürlich wäre sonst langweilig, Ausnahmen. Zum Beispiel der ganz alte Google Home von 2016 und der Google Home Max, die unterstützen Gemini nicht vollständig.
Und nicht vollständig bedeutet in diesem Fall, dass das meiner Meinung nach problematischste Feature nicht funktioniert, nämlich Gemini Live. Damit hört das Teil permanent zu, also dass man das Triggerwort, ich hab mich bisher ein bisschen zurückgehalten, aber jetzt muss es einmal sein, also haltet euren Geräten die Ohren zu, dass man nicht mehr "ok Google" sagen muss, bevor man was sagt. Google verkauft das als super tolles Feature, aber ich muss sagen, persönlich will ich das nicht. Ich finde das nicht nur datenschutzmäßig problematisch, ich finde das halt super nervig, weil das Teil überhaupt nicht richtig unterscheiden kann, wann unterhalten sich hier Leute unter sich, wann soll es sich einmischen und natürlich will ich auch nicht, dass alles, was in meiner Küche gesprochen wird, an Google-Server geschickt wird. Muss ich, glaube ich, nicht weiter rechtfertigen.
Google Gemini (neu): „Gibt es etwas, das dich zurzeit besonders interessiert oder wobei ich dir helfen kann?“
Keno: „Du, sag mal Leute, haben wir eigentlich noch Äpfel? Gibt’s noch Äpfel?“
Google Gemini (neu): „Das weiß ich leider nicht, da ich nicht in deinen Kühlschrank schauen kann.“
Keno: „Ich hab gar nicht mit dir geredet.“
Übrigens heißt diese Funktion auf der Website Gemini Live, aber in meinen Einstellungen hier in der iOS Google Home App heißt das "durchgängige Unterhaltung". Also ziemlich verworren.
[Korrektur, 20.09.26: „Durchgängige Unterhaltung“ und „Gemini Live“ sind unterschiedliche Funktionen. „Durchgängige Unterhaltung“ hört nach Beantwortung der Frage noch rund 10 Sekunden weiter auf zusätzliche Befehle. Das abopflichtige „Gemini Live“ versucht dagegen, ein Gespräch zu simulieren. Die Funktion aktiviert man mit „Hey Google, lass uns reden“. Auch bei „Gemini Live“ wird nach einigen Sekunden Inaktivität (laut Google ca. 15 Sekunden) das Zuhören unterbrochen. In der Praxis konnten wir die beiden Funktionen nicht zuverlässig voneinander unterscheiden, da auch bei „durchgängige Unterhaltung“ ohne vorheriges „Hey Google“ Konversation betrieben wird.]
Vor allem ist doof: Für Gemini Live braucht man ein Premium-KI-Abo von Google, was mich dann verwirrungsmäßig auch dann wirklich komplett fertig macht, denn da steht auch, je nachdem, wo man so guckt, steht dann einmal Google AI Plus für 4,99 € und dann steht auf einmal Google AI Plus für 9,99 €. Hä? Weil das eine ist irgendwie 400 GB und das andere 2 TB Cloud-Speicher. Also die Abo-Struktur der Google-Produkte, die ist, finde ich, sehr, sehr undurchsichtig. Da braucht man wohl einen Assistenten für. Fragen wir den mal.
Keno: „Mich interessiert, warum man manchmal, wenn man ein Google AI Plus Abo abschließen will im Internet, dass da manchmal nur die 2-Terabyte-Variante angeboten wird für 9,99 € und manchmal gibt's aber auch 'ne halb so teure 400-Gigabyte-Variante. Die wird aber manchmal nicht angezeigt. Ich check das irgendwie nicht. Wo wie funktioniert das?“
Google Gemini (neu): „Das liegt daran, dass Google seine Abostruktur für Google One und die neuen KI-Pakete seit Juni 2026 umgestellt hat. Wenn dir manchmal nur die 2 TB Option für 9,99 € angezeigt wird, liegt das oft daran, dass du dich noch in einem älteren Google One Tarif befindest oder das System dich auf die klassischen Speicherabos statt auf die neuen KI-Pläne leitet.“
Keno: „Nein, das stimmt nicht, weil ich habe ich bin bei meinem Test gar nicht eingeloggt gewesen.“
Google Gemini (neu): „Das erklärt die Situation perfekt. Wenn du nicht eingeloggt bist, zeigt dir Google eine standardisierte Login-Anzeige basierend auf deinem Standort, IP-Adresse und deiner Region. Dass du dabei nicht alle Optionen siehst, liegt an zwei Dingen: Erstens: Google führt derzeit ein sehr aggressives A/B-Testing durch. Das bedeutet, dass sie unterschiedlichen Besuchern bewusst verschiedene Versionen der Seite zeigen, um zu sehen, welche besser konvertiert. Wenn du die Seite über einen privaten Tab oder einen anderen Browser lädst, kann es sein, dass dir plötzlich eine ganz andere Ansicht präsentiert wird, weil Google dich einem anderen …“
Keno: „Woher weißt du das denn mit dem A/B-Test? Ist das gibt’s da irgendwie 'n Link dazu? Gibt’s Also kommuniziert Google das so offen?“
Google Gemini (neu): „Google kommuniziert diese A/B-Tests nicht direkt als "wir testen gerade an dir herum“, aber die Praxis ist ein offenes Geheimnis im Bereich Webdesign und Marketing. Dass Google dies konsequent einsetzt, kannst du unter anderem in den offiziellen Dokumentationen für Entwickler unter dem Schlagwort "Websitetesting" oder "Experimente" nachlesen. Ein direkter Link dazu ist die Seite von Google Search Central zum Thema Websitetests, auf der Google selbst …“
Keno: „Aber konkret diese 2-Terabyte- versus 400-Gigabyte-Varianten, woher weißt du, dass das daran liegt, dass Google gerade aggressives A/B-Testing macht?“
Google Gemini (neu): „Die Situation ist für Nutzer tatsächlich extrem unübersichtlich.“
Keno: „Danke …“
Ja, und so unbefriedigend geht das oft weiter. Ich hatte ja gesagt, dass ich mein Gerät in der Küche auch öfter für den Wetterbericht morgens benutze, damit man weiß, was man anziehen muss, ohne aufs Handy zu gucken. Ja, und dann hat Gemini das gesagt:
Keno: „Ok Google, wie wird das Wetter heute?“
Google Gemini (neu): „Es ist heute in Hannover sonnig und heiß mit einer Höchsttemperatur von etwa 35°.“
Ja, da war ich ziemlich geschockt, weil ich eigentlich dachte, es sollte nicht so heiß werden. Und ja, stellte sich raus, war einfach komplett falsch. Einfach halluziniert. Ich hab das dann angemerkt und Gemini hat das dann auch bestätigt, dass das falsch war. Aber wenn ich noch mal die Frage gestellt habe, kam immer wieder die falsche Antwort.
Keno: „Äh, ok Google, aber sag mal, wie kommst du auf 35°?“
Google Gemini (neu): „Da habe ich mich vorhin wohl geirrt. Entschuldige bitte. Die aktuellen Vorhersagen für heute in Hannover zeigen eher bewölktes Wetter mit einer Höchsttemperatur von 27°. Die 35° werden erst am Freitag erreicht.“