Heise 26.05.2026
11:44 Uhr

„Genauen Standort beschränken“: Was Apples Mobilfunksicherheitsfunktion kann


Mit iPhone 16e, 17e und Air hat Apple mit den eigenen C1- und C1X-Modems neue Datenschutzfeatures eingeführt. Das steckt dahinter.

„Genauen Standort beschränken“: Was Apples Mobilfunksicherheitsfunktion kann

Viele Jahre hat Apple an seinen eigenen Modemchips gebastelt, nun stecken C1 respektive C1X in immerhin fünf verschiedenen Geräten: iPhone 16e (C1), 17e und Air (jeweils C1X) sowie iPad Pro M5 und iPad Air M4 (jeweils C1X). Mit den Mobilfunkkomponenten hat Apple auch mehr Kontrolle darüber, welche Daten an die Provider fließen. Erstes Beispiel dafür ist eine neue Funktion, die sich „genauen Standort für Mobilfunknetze beschränken“ nennt. Allerdings äußerte sich Apple bislang nur zurückhaltend zu dem Feature.

In einem Supportdokument heißt es, „genauen Standort beschränken“ verbessere „deinen Standortdatenschutz, indem sie die Präzision der Standortdaten verringert, die Mobilfunknetzen zur Verfügung stehen“. Dabei sollen die Carrier etwa statt Straße und Hausnummer nur noch den Bezirk, in dem sich der Nutzer befindet, feststellen können. Die Einstellung habe „keinen Einfluss auf die Signalqualität oder dein Benutzererlebnis“, so Apple weiter. Bei Notrufen sollen die genauen Standortdaten übermittelt werden. Der iPhone-Hersteller schreibt weiter, dass die Funktion nichts mit den üblichen Ortungsdiensten via GPS und WLAN zu tun hat.

Interessant an „genauen Standort beschränken“ ist schließlich, dass Apple die Funktion nur bei einzelnen Mobilfunkanbietern standardmäßig aktiviert, bei anderen nicht – in Deutschland ist sie bei der Telekom direkt am Start, aus bislang unbekannten Gründen. Zunächst waren Beobachter daher davon ausgegangen, dass die Funktion möglicherweise nicht für alle Netze bereitsteht. Das ist aber nicht so: Sie wird vollständig vom C1 und C1X gesteuert, die Carrier haben keinen Einfluss, wie die Telekom gegenüber Mac & i bestätigte. Mittlerweile schreibt Apple zudem, dass innerhalb der ganzen EU sowie Großbritannien die Funktion„genauen Standort beschränken“ bereitsteht, sofern eine SIM oder eSIM eingelegt ist. Weitere von Apple genannte Länder sind Thailand und die USA. Wie es in der Schweiz aussieht, blieb zunächst unklar.

Laut Telekom handelt es sich bei dem von Apple verwendeten Verfahren um die sogenannte Timing Advance Randomization, kurz TAR. Dabei werden über Signalveränderungen Versuche der genauen Ortstriangulation über die vorhandenen Mobilfunkmasten unterbunden. Da Netzbetreiber mit solchen Daten in vielen Regionen einen schwunghaften Handel betreiben, ist Apples Ansatz lobenswert.

Die Funktion steht seit iOS 26.3 mit den erwähnten Geräten bereit. Ob sie auch bei Nicht-Apple-Modems freigeschaltet werden könnte, bleibt offen. Beobachter hoffen, dass Apple C1 und C1X (oder deren Nachfolger) endlich auch in Macs einbauen.

(bsc)