Heise 20.05.2026
11:59 Uhr

Floating-PV-Anlagen erzeugen 12 Prozent mehr Strom als landbasierte Photovoltaik


Floating-Photovoltaik-Anlagen produzieren effizienter Strom als landgestützte. Warum ist das so? Wissenschaftler aus Taiwan haben eine einfache Erklärung.

Floating-PV-Anlagen erzeugen 12 Prozent mehr Strom als landbasierte Photovoltaik

Wissenschaftler der National Taipei University of Technology in Taiwan haben herausgefunden, dass schwimmende Photovoltaikanlagen, die etwa auf künstlichen Seen oder offshore platziert sind, über ihre gesamte Lebensdauer bis zu 12 Prozent mehr Energie produzieren als ihre technisch ähnlichen Pendants an Land. Floating-PV-Anlagen können demnach stärker zur globalen CO₂-Reduktion beitragen.

In ihrer Studie führten die Forscher einen Vergleich zwischen der landgestützten PV-Anlage im Industriepark von Changbin mit einer Kapazität von 100 MWp und der ersten großtechnischen Offshore-Floating-PV-Anlage des Landes mit 181 MWp durch. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der Studie „Using an integrated approach for a comparative analysis of carbon footprints in onshore and offshore photovoltaic systems“ festgehalten, die im Journal of Renewable and Sustainable Energy erschienen ist.

Um die beiden Systeme miteinander vergleichen zu können, normierten die Wissenschaftler beide Systeme auf die gleiche Bezugsgröße von 100 MWp.

„Dieser Normalisierungsansatz ermöglichte es uns, Leistungsindikatoren – wie Energieertrag, Effizienz und Umweltauswirkungen – bei äquivalenten Systemkapazitäten direkt miteinander zu vergleichen und so Verzerrungen aufgrund von Größenunterschieden auszuschließen“, sagt Ching-Feng Chen, einer der beteiligten Studienautoren.

In ihren Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass auf dem Wasser angesiedelte Solarsysteme über ihre gesamte Lebensdauer etwa 12 Prozent mehr Strom erzeugen können als vergleichbare Solaranlagen an Land unter den gleichen Bedingungen. Die Forscher geben als Grund dafür den Kühleffekt des umliegenden Wassers bei Floating-PV-Anlagen an. Die Effizienz eines Solarmoduls nehme bei übermäßiger Hitze ab. Wasser nimmt dagegen Wärme auf, sodass die Solarmodule effizienter arbeiten können. Mitunter wird bei landgestützten Photovoltaikanlagen bereits versucht, die Effizienz über aktive und passive Kühlsysteme zu steigern.

Mit der Studie wollen die Wissenschaftler Entscheidungsträgern im Energiesektor eine Hilfe an die Hand geben, welche Techniken sich zur Reduktion von CO₂-Emissionen besser eignen. Taiwan strebt bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionen an.

(olb)