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19.05.2026
11:22 Uhr
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Irans Revolutionsgarde gilt in der EU als Terrorgruppe. Über 14.000 Inhalte aus dem Dunstkreis der Organisation wurden koordiniert aus dem Internet gelöscht.

In einer koordinierten Aktion haben Strafverfolgungsbehörden aus 18 europäischen Staaten und den USA Beiträge aus dem Internet entfernen lassen, die in Verbindung zu den Revolutionsgarden der Islamischen Republik Iran stehen. Das hat die europäische Polizeibehörde Europol mitgeteilt, die das Vorgehen geleitet hat. Die Revolutionsgarde wurde am 19. Februar von der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft und gilt als mächtigster Pfeiler des Regimes in Teheran. An der Aktion gegen die Propaganda haben sich demnach unter anderem Behörden aus Deutschland und Österreich beteiligt, insgesamt konnten 14.200 Inhalte entfernt werden.
Laut Europol hat es sich bei den Inhalten um Beiträge in sozialen Netzwerken, bei Streaming-Diensten, auf Blogging-Plattformen und unabhängigen Internetseiten gehandelt. Die Inhalte waren nicht nur in persischer, sondern auch arabischer, indonesischer, englischer, französischer und spanischer Sprache verfasst. Es habe sich beispielsweise um religiöse Reden, aber auch „hochbrisante politische Botschaften“ gehandelt. Außerdem habe es auch KI-generierte Videos gegeben, in denen die Revolutionsgarde verherrlicht und zur Rache für Ali Chamenei aufgerufen wurde. Das politische und geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik wurde zu Beginn des Irankriegs getötet. Sein Sohn hat seine Nachfolge angetreten.
Die koordinierte Aktion habe ein Netzwerk der Revolutionsgarde im Ausland enthüllt, über das solche Inhalte verbreitet werden, schreibt die Polizeibehörde weiter. Dabei gehe es etwa um Hosting-Provider, die in Russland, den USA und anderen Staaten ihren Sitz haben. Die Propaganda sei zudem von Konten verbündeter Gruppierungen weiterverbreitet worden, darunter beispielsweise die Hisbollah aus dem Libanon und Hamas im Gazastreifen. Wo Geld für die Dienste geflossen ist, hätten die Akteure aus dem Iran auf Kryptowährungen wie den Bitcoin gesetzt. Damit sollten Sanktionen im traditionellen Finanzsystem umgangen werden, erklärt Europol. Die Islamische Republik will auch für den sicheren Transit durch die Straße von Hormus in Bitcoin bezahlt werden.
Die Revolutionsgarde wurde nach der Islamischen Revolution gegründet, in den Jahren danach hat sie sich zur mächtigsten Organisation der Islamischen Republik entwickelt. Sie verfügt über ein eigenes Heer, eine eigene Marine und eigene Luftstreitkräfte, all das existiert neben den Streitkräften des Iran. Wegen der extrem blutigen Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran Anfang des Jahres war die Organisation von der EU als Terrorgruppe eingestuft worden. Das war zwar schon lange gefordert worden und galt als bedeutendes Symbol, praktische Bedeutung hatte der Schritt aber kaum. Die koordinierte Aktion gegen die Propaganda der Organisation hat laut Europol schon Tage vorher begonnen.
(mho)