|
25.03.2026
12:27 Uhr
|
Die Bundesregierung will mit neuem Programm die Ziele im Klimaschutz bis 2030 erreichen. Im Verkehrssektor gibt es Streit über den richtigen Kurs.

Vor dem geplanten Beschluss des Klimaschutzprogramms im Kabinett hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) den Ausbau der Elektromobilität als zentralen Beitrag seines Ressorts hervorgehoben. Man setze vor allem auf Maßnahmen, „die wirklich einzahlen“ und die „Big Points machen“, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Dazu zählten insbesondere der Ausbau der Ladeinfrastruktur und Förderprogramme für Elektroautos.
Zwar verfüge Deutschland inzwischen über rund 200.000 öffentliche Ladepunkte, dennoch gebe es vor allem in Städten und bei Mehrfamilienhäusern noch Nachholbedarf, sagte Schnieder. Hier solle ein neues Förderprogramm im Umfang von 500 Millionen Euro ansetzen. Ziel sei es, Elektromobilität alltagstauglicher zu machen: „Dann wird es attraktiv, mit dem Elektroauto unterwegs zu sein.“
Kritik kommt aus der Opposition. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge warf der Bundesregierung vor, im Verkehrsbereich nicht entschlossen genug vorzugehen. Die Förderung müsse stärker auf Menschen mit geringeren Einkommen ausgerichtet werden. Die Unterstützung für teure Autos und Hybridfahrzeuge sei hingegen „eine Verschwendung von notwendigem Geld“, sagte sie ebenfalls im ARD-Morgenmagazin.
Im Klimaschutzprogramm führt die Bundesregierung aus, wie sie ihre Klimaziele bis 2030 erreichen will. Bislang ist dies nicht gewährleistet. Als eines der größten Sorgenkinder gilt der Verkehrssektor: Nach Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) stiegen die Emissionen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf rund 146 Millionen Tonnen. Zwar wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Elektroautos als 2024 neu zugelassen, der Großteil entfällt jedoch weiterhin auf Neuwagen, die in irgendeiner Form einen Verbrennungsmotor eingebaut haben. Zudem nahm das Verkehrsaufkommen zu.
Auch im Gebäudesektor wurden die Klimaziele verfehlt. Die Emissionen stiegen dort um 3,4 Prozent auf 103,4 Millionen Tonnen – unter anderem wegen kühlerer Witterung und eines zu langsamen Umstiegs auf klimafreundliche Heizsysteme. Grünen-Fraktionschefin Dröge stellte die Wirksamkeit des gesamten Programms infrage. „Die werden so die Klimaziele nicht erreichen können“, sagte sie mit Blick auf die Maßnahmen der Bundesregierung.
(mfz)