Heise 12.05.2026
14:28 Uhr

Einschlag Anfang August: Raketenstufe von SpaceX auf Kollisionskurs mit dem Mond


Die Stufe einer SpaceX-Rakete ist auf Kollisionskurs mit dem Mond, am 5. August wird sie einschlagen. Das hat ein Astronom errechnet, der damit Erfahrung hat.

Einschlag Anfang August: Raketenstufe von SpaceX auf Kollisionskurs mit dem Mond

Am Morgen des 5. August wird eine Oberstufe einer Rakete des Typs Falcon 9 von SpaceX auf dem Mond einschlagen. Das hat der Astronom Bill Gray errechnet und vor ein paar Tagen publik gemacht. Gray hatte vor vier Jahren schon einmal einen solchen Einschlag vorhergesagt. Damals hat sich aber später herausgestellt, dass es sich bei dem abstürzenden Objekt doch nicht um ein Stück Weltraumschrott von SpaceX gehandelt hat. Die Raketenstufe auf Kollisionskurs, die er jetzt entdeckt hat, soll am 15. Januar 2025 gestartet sein und hat damals gleich zwei Mondsonden auf ihren Weg gebracht. Nur eine davon war geglückt.

In einem ausführlichen Artikel erläutert Gray, was er zu dem namenlosen Stück Weltraumschrott und dem anstehenden Absturz auf dem Mond herausgefunden hat. Das Objekt befindet sich demnach auf einer Umlaufbahn um die Erde und ist von der etwa so weit entfernt wie der Mond. Weil es für die üblichen Radarmessungen zu weit weg ist, könne seine Position hauptsächlich über optische Beobachtungen ermittelt werden. Astronomen und Astronominnen würden ihre Zeit zwar ungern mit der Analyse solcher Objekte verbringen, aber ihnen bliebe gar nichts anderes übrig. Von natürlichen Objekten, die die Erde treffen können, seien sie nur schwer zu unterscheiden.

Gray hat mittels seiner Berechnungen ermittelt, dass der Absturz voraussichtlich am 5. August um 8:44 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) erfolgen wird. Das Objekt dürfte demnach in oder nahe des Kraters Einstein auf der Nordhalbkugel des Himmelskörpers einschlagen. Das Areal wird sich demnach zum fraglichen Zeitpunkt genau am Rand des sichtbaren Teils des Mondes befinden, der wird am Ostrand Nordamerikas und über Südamerika gerade über dem Horizont stehen. Nur dort gibt es damit eine theoretische Wahrscheinlichkeit, den Einschlag zu beobachten. Tatsächlich dürfte das aber nicht möglich sein. Gray verweist auf den absichtlich herbeigeführten Absturz der NASA-Sonde LCROSS, der 2009 – anders als erwartet – auch kaum von der Erde aus beobachtet werden konnte.

Für den Astronomen ist die Vorhersage des Einschlags jetzt kein Novum, Anfang 2022 hat er mit einer ähnlichen schon einmal für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Damals hat er sich aber später korrigiert und erklärt, dass die erste Identifizierung des Objekts nicht korrekt war. Statt einer Raketenstufe von SpaceX hat es sich um den Booster einer chinesischen Rakete gehandelt. Das konnte später sogar anhand einer Spektralanalyse des Lacks bestätigt werden. Der jetzt anstehende Absturz stelle keine Gefahr dar, ergänzt der Astronom noch. Er nutzt die Gelegenheit aber, um auf die mit der wachsenden Menge an Weltraumschrott einhergehenden Probleme hinzuweisen. Die betreffen vorwiegend unsere Erde und eher weniger den Mond.

(mho)