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16.07.2026
13:43 Uhr
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Forscher haben jetzt ein Tool geschaffen, das komplett neue Sprachen erfinden kann. Wie die KI dabei vorgeht.

KI-Tools wie ChatGPT, Gemini und Co. sind in der Lage, zahlreiche Sprachen zu verstehen und damit Milliarden Menschen auf dem Planeten eine Antwort zu geben. Doch was, wenn die Künstliche Intelligenz nicht dafür geschaffen wurde, in uns bekannten Sprachen zu „denken“? Das haben Forscher mehrerer internationaler Universitäten erforscht und dadurch eine KI geschaffen, die komplett neue Sprachen erschaffen kann.
Das Tool trägt den Namen Conlang Crafter und wurde im Paper der Forscher jetzt genauer vorgestellt. Ziel der Forscher war es, Sprachen erschaffen zu lassen, die nur wenige Merkmale der uns bekannten Sprachen aufweisen. Schon jetzt gibt es mehr als 60 solcher Neukreationen. Darunter fällt etwa die Sprache „Prtw(falling)“.
Die Vorgabe bei dieser Neuschöpfung war, dass die Sprache von einer außerirdischen Kopffüßerspezies gesprochen wird. Laute werden in Farben und Gesten wiedergegeben, statt Konsonanten und Vokale zu nutzen. Die KI hat daraus ein System gemacht, in dem statische, pulsierende und langsam wechselnde Farbverläufe unterschiedliche Bedeutungen haben und dadurch Wörter oder Symbole widerspiegeln.
Dazu kommen andere, irdischere Sprachen, die aber andere Eigenheiten mit sich bringen. Eine Version setzt etwa darauf, dass alle Wörter in einem Satz alphabetisch geordnet sind, während andere komplett auf Konsonanten verzichten oder Sprachen wie Japanisch und Esperanto miteinander kombinieren.
Wie bei vielen anderen KI-Tools steht am Anfang ein Prompt. User können Conlang Crafter einfach schreiben, welche Anforderungen eine neue Sprache erfüllen soll. Im Anschluss probiert die KI mehrere Sätze und Regeln für die neue Sprache aus. Wenn erste Sätze gebildet werden können, überprüft die KI, ob die generierten Inhalte mit den Anforderungen übereinstimmen. Ist das der Fall, wird auf diesen Sätzen aufgebaut und so Schritt für Schritt ein Regelwerk aufgebaut.
Laut den Forschern war es wichtig, der KI nicht gleich die komplette Aufgabe der Spracherstellung vorzusetzen. Um die Aufgabe zu lösen, muss sie in mehrere kleine Teilaufgaben heruntergebrochen werden, die allmählich abgearbeitet werden können. Wer möchte, kann sich jetzt auch eigene Sprachen kreieren. Conlang Crafter ist als Open-Source-Projekt über GitHub verfügbar. Sämtliche bisher erschaffenen Sprachen haben die Forscher zudem auf Hugging Face hochgeladen.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)