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18.09.2026
13:33 Uhr
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Das CrowPanel ist sowohl ein eigenes ESP32-System als auch ein Panel. Damit können Hobbyisten und Profis mit wenig Aufwand neue Ideen entwerfen und umsetzen.

Stellen Sie sich vor, Sie betreten morgens die Küche, schauen auf ein elegantes 10,1-Zoll-Display und wissen sofort: Heute gibt es Regen, die Temperatur liegt bei 14 °C, die Luft ist gut, der Wind kommt aus Südwest – und laut Kamera ist im Eingangsbereich draußen alles ruhig. Kein Griff zum Handy, kein Browser-Tab, kein Alexa-Gemurmel. Einfach pure Information, schön aufbereitet, auf einem Display, das Sie selbst programmiert haben. Genau diese Art von Anwendung erstellt der vorliegende Artikel. Das CrowPanel Advanced 10.1" von Elecrow macht es spielend einfach – spielend deshalb, weil Anwender danach verstehen, was sie früher alles unnötig kompliziert machen mussten.
Das CrowPanel Advanced 10.1" ESP32-P4 HMI AI Display ist kein gewöhnliches Bastel-Display. Es handelt sich vielmehr um ein vollständiges Computersystem im Displayformat – und zwar ein ernst zu nehmendes.
Im Zentrum steht der ESP32-P4 von Espressif: ein Dual-Core-RISC-V-Prozessor mit bis zu 400 MHz, 32 MByte OPI-PSRAM und 16 MByte Flash. Das ist deutlich mehr Rechenleistung als die meisten Embedded-Displays bieten und auch ausreichend, um Firmware für das Panel mit integrierten lokalen LLM-Modellen auszustatten.
Der offizielle Preis des Produkts beträgt 99,99 Euro, ich habe es aber schon günstiger gesehen.
Das 10,1-Zoll-IPS-Panel mit 1024 × 600 Pixeln und kapazitivem Multi-Touch (GT911-Controller) ist scharf, blickwinkelstabil und hell genug für den Alltag. Dazu kommen ein MIPI-CSI-Kameraanschluss, I2S-Audio für externe Lautsprecher, eine microSD-Karte, USB-Typ-C und – das ist wichtig zu verstehen – kein eingebautes Wi-Fi im ESP32-P4 selbst. Stattdessen sitzt auf dem Board ein ESP32-C6 als Wi-Fi/Bluetooth-Koprozessor, der über eine interne Verbindung mit dem P4 kommuniziert. Für den Programmierer ist das vollständig transparent: Die gewohnte WiFi.h-Bibliothek funktioniert wie immer.
Warum kein Wi-Fi im P4? Espressif hat den ESP32-P4 als reinen Hochleistungs-Applikationsprozessor konzipiert – ohne Funk, dafür mit mehr Rechenleistung und Speicher. Die Funkanbindung übernimmt ein separater, mitgelieferter Chip. Das ist ein bewusster Architekturentscheid, keine Sparmaßnahme.
Und dann sind da noch die Erweiterungsmodule: Wi-Fi HaLow (802.11ah, Sub-GHz-Band) für große Reichweiten und Meshtastic über LoRa für komplett netzunabhängige Kommunikation sowie das ESP32-Modul ESP32-H2. Das macht das CrowPanel zu einem vielseitigen Embedded-Display-System.
Es ist müßig, alle Schnittstellen des Moduls theoretisch zu beschreiben. Stattdessen möchte ich ein praktisches Beispiel umsetzen.
Der Artikel entwickelt eine Smart-Home-Wetterstation. Diese gibt regelmäßig die neuesten Wetterinformationen aus und benutzt dafür folgende Funktionen:
In einem echten Projekt lassen sich selbstverständlich stattdessen Wettersensoren nutzen und ablesen, zumindest für die aktuellen Wetterdaten Temperatur, Feuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Luftqualität, Luftdruck. Diese Mühe erspart sich der Beitrag aufgrund der zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten und unterschiedlichen Komponenten. Wichtiger ist allein das Verständnis der prinzipiellen Vorgehensweise.
Das UI bauen wir mit LVGL 8.3 (Light and Versatile Graphics Library) – der verbreiteten Open-Source-Grafikbibliothek für Embedded-Systeme. Die Wetterdaten stammen von OpenWeatherMap – ein kostenloser API-Key reicht für unsere Zwecke vollkommen aus (er erlaubt 60 Anfragen/Minute, wovon wir nur eine Anfrage alle 5 Minuten benötigen). Alle drei verwendeten APIs (/weather, /forecast, /air_pollution) nutzt die Anwendung im kostenlosen Tier.
Kritische Vorab-Hinweise:
Um das System entwickeln zu können, benötigen Entwicklerinnen die folgenden Bibliotheken:
Der Arduino-Boardmanager muss die Einstellungen des Boards vornehmen:
Erst sollten Sie Arduino/libraries/lvgl/lv_conf_template.h nach Arduino/libraries/lv_conf.h kopieren ← eine Ebene höher als der lvgl-Ordner!
Danach nehmen Sie die im Folgenden dokumentierten Einstellungen vor: