|
04.06.2026
13:25 Uhr
|
Cisco hat auf der Hausmesse Live US 2026 neue Core Switches, Access Points und Router vorgestellt, die 400G-Campus-Netze, Wi-Fi 7 und mehr Sicherheit bringen.

Neben vielen agentischen KI-Funktionen und Plattformen hat Cisco auf der Hausmesse Live US 2026 auch einige Neuerungen im Bereich der Core Switches vorgestellt. So kommt in der Catalyst Serie eine neue 9550-Smart-Switch-Hardwarereihe als Nachfolger der bisherigen 9500H-Serie. Sie bringt nun 400G in Campus-Netze, bis zu 6,4 Tbit/s Vollduplex-Switchingkapazität und eine achtfach größere IPv4-Routing-Skalierung als der Vorgänger, was konkret eine Million Routen und 128.000 MAC-Adressen beim Topmodell C9550-96L4D und etwa die Hälfte bei den kleineren bedeutet. Für IPv6 ist jeweils die halbe Skalierung möglich.
Dabei setzt die Modellreihe auf die hauseigenen Silicon One ASICs (E100 und E104). Das Topmodell C9550-96L4D verfügt auf zwei Höheneinheiten bis zu 96x50G und 4x400G mit. Das Stacking kann über StackWise Virtual und Frontpanel-Ports erfolgen. Zudem gibt es je nach Modell dedizierte Ressourcen, wie eine x86-Multikern-CPU mit 4x3,0 oder 8x3,3 GHz, zwischen 16 und 32 GByte DDR5 RAM und bis zu 960 GByte SSD zum Hosting von Containern. Redundante Netzteile und Lüfter verstehen sich in dieser Klasse von selbst.
Im Access-Switching Bereich gibt es für die im letzten Jahr angekündigten Catalyst 9350 Smart Switche neue Modelle mit Multi-Gigabit Ethernet. Auch diese können On-Premises oder in der Cloud mit einer einheitlichen Lizenz verwaltet werden. Der C9350-48HX bringt ein PoE-Budget von 4320 W mit, was volle 90 Watt PoE auf allen 48 Kupferports ermöglicht. Bis zu acht Switches können über dedizierte Ports zu einem Stack mit bis zu 1,6 Tbit/s zusammengefasst werden. Zusätzlich lässt sich auch hierbei eine SSD mit bis zu 240 GByte für Container-Workloads integrieren.
Die Catalyst 9550- und 9350-Serie kann klassisch On-Premises oder in der Cloud verwaltet werden. Cisco hat dazu auch das Lizenzmodell vereinheitlicht. Für die Segmentierung steht bei beiden Cisco TrustSec in Kombination mit VXLAN und für die Link-Verschlüsselung MACsec und IPsec bereit. Dazu können sie perspektivisch auch in moderne EVPN/VXLAN-Fabrics eingebunden werden – die BGP-EVPN-Funktion ist hardware-ready, zum Kaufstart aber noch nicht aktiv.
Durch die Kombination von Agenten mit Cisco Live Protect bieten sich auch neue Möglichkeiten bei Sicherheitslücken in den Netzwerkbetriebssystemen für Nexus-Switche mit NX-OS und Catalyst-Switches mit IOS XE. So können Agenten über das bestehende Inventar automatisch anfällige eingesetzte Versionen erkennen und über Live Protect ein Regelwerk zur kompensierenden Kontrolle bereitstellen, bevor ein Patch bereitsteht. Dazu wurde auf der Cisco Live 2026 neben den Funktionen für NX-OS auch eine Erweiterung auf die Catalyst 9350 und 9550 Smart Switches veröffentlicht, sodass diese Features nun auch in klassischen Campus-Netzwerken und nicht mehr nur im Rechenzentrum bereitstehen.
Bei den WLAN Access Points gibt es einen neuen Outdoor Access Point namens 9177 mit Wi-Fi 7 und 4 × 4 Antennen mit integrierten omnidirektionalen oder alternativ direktionalen Antennen oder sogar einem externen Antennenanschluss. Leider sind jedoch die 6-GHz-Funktionen im Outdoor-Bereich in Deutschland nicht einsetzbar. Der Access Point bietet zudem Unterstützung für Ultra-Reliable Wireless Backhaul (URWB), um kritische drahtlose Systeme mit geringer Latenz und geringen Paketverlusten anzubinden. Weitere Details gab Cisco noch nicht bekannt.
Das Cisco Campus Gateway, welches die Migration klassischer Controller-basierter Infrastrukturen auf Cloud-Management vereinfachen soll, unterstützt nun auch Netzwerkgruppen, um Hierarchien in größeren Netzwerken besser abzudecken. Dabei skaliert es bis zu 200 Access Points und 64.000 Clients.
Im Bereich der Catalyst Router gibt es zum September 2026 neue Komponenten in den Modellreihen 8100, 8200, 8300 und 8600. Bisher gibt es aber nur wenige Details. Zur 8200er-Reihe ist bislang nur bekannt, dass sie in der Lage sein soll, kleine KI-Workloads zu hosten.
Die 8100er-Serie soll für kleine Standorte passive optische Anbindungen (PON) mit 10G, 5G-Failover und zwei 2,5G-Kupferports bringen und je nach Modellvariante entweder cloud-seitig mit Meraki MX OS oder per IOS XE sowohl aus der Cloud als auch On-Premises verwaltbar sein. Die 8300er-Serie kommt nur mit Cloud-Management und soll 8-10 Gbit/s Next-Gen-Firewall-Durchsatz liefern und mit erweiterten Threat-Protection-Mechanismen noch 4 Gbit/s. Die 8600er-Reihe soll der Rechenzentrumskopplung dienen und bis zu 100 Gbit/s Durchsatz schaffen. Weitere Details sind noch nicht bekannt.
Ab August 2026 soll zudem ein Next-Generation Firewalling auf den Catalyst-Routern möglich sein, die über die neue vereinheitlichte Verwaltungsplattform Cisco Cloud Control verwaltbar ist. Des Weiteren hat Cisco einen kompakten Industrierouter namens IR1000 angekündigt. Er bietet 2x1G-Kupferports sowie einen modularen Einschub für Mobilfunkschnittstellen mit Dual-SIM 4G/5G. Das Management kann auch hierbei On-Premises oder aus der Cloud erfolgen und SD-WAN wird unterstützt. Zusätzlich bieten sie noch eine RS-232-Schnittstelle für industrielle Anwendungen und I/O-Ports für Sensoren/Aktoren.
In Kundennetzen häufen sich zunehmend Kubernetes-Installationen. Gleichzeitig fehlt es häufig an Sichtbarkeit über die Netzwerke in den Kubernetes-Clustern. Die Nexus Fabric erhält daher eine Kubernetes-Integration, um eine erhöhte Sichtbarkeit der Workloads innerhalb der Kubernetes-Cluster und gleichzeitig die Multi-Tenancy-Fähigkeit der darin betriebenen Container sicherzustellen.
Eine Multicloud-Fabric soll zudem unterschiedliche Clouds oder auch On-Premises-Infrastrukturen mit Clouds nahtlos in einer Fabric verbinden. Die Verwaltung, also das Onboarding von Standorten und Clouds, die Intent-basierende Konnektivität und die Sicherheitsrichtlinien sowie das Monitoring soll dabei über das neue vereinheitlichte Dashboard Cisco Cloud Control erfolgen. Zur Anbindung der unterschiedlichen Clouds betreibt Cisco multiple Virtual Points of Presence (vPoPs) in diversen Cloud-Regionen und bei diversen Cloud-Providern, wie GCP, AWS und Azure.
(axk)