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19.05.2026
05:10 Uhr
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Der Bitcoin-Automatenbetreiber Bitcoin Depot meldet Insolvenz an und macht für den Schritt zunehmend strengere staatliche Regulierungen verantwortlich.

Das US-Fintech-Unternehmen Bitcoin Depot hat am Montag Insolvenz angemeldet und strebt eine geordnete Abwicklung seiner Geschäftstätigkeit an. Das gibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Die an der Technik-Börse Nasdaq notierte Firma mit Sitz in Atlanta, Georgia, hat einst das größte Netzwerk von Bitcoin-Geldautomaten (BTM) in Nordamerika betrieben.
Am Montag hat Bitcoin Depot beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk Texas’ einen freiwilligen Insolvenzantrag nach Chapter 11 des Insolvenzrechtsgesetzes der Vereinigten Staaten gestellt, um die geordnete Abwicklung und den Verkauf der Vermögenswerte des Unternehmens zu ermöglichen. Das Chapter 11-Verfahren bietet Schuldnern gerichtlichen Schutz vor Gläubigern. In der Regel melden Unternehmen Insolvenz nach Chapter 11 an, um eine vom Gericht überwachte Umstrukturierung der Firmenfinanzen zu erreichen.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg spricht von einem „schweren Schlag für ein Nischensegment der digitalen Vermögenswertbranche“. Bitcoin Depot wurde 2016 gegründet und profitierte in den Anfangsjahren vom Krypto-Boom, indem es Privatpersonen ermöglichte, an Geldautomaten Bargeld in digitale Vermögenswerte umzuwandeln.
Nach Angaben des Branchenportals CoinDesk betrieb Bitcoin Depot im vergangenen Jahr zeitweise 9.276 Automaten in den USA, Kanada und Australien. Der Börsengang an der Nasdaq erfolgte im Jahr 2023. Zuletzt ist das Unternehmen jedoch immer mehr in Schwierigkeiten geraten.
Der Markt habe sich nie wirklich von dem nach dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX und der Verhaftung ihres Gründers, Sam Bankman-Fried, einsetzenden Abschwung erholt, schildert Bloomberg. Die US-Regierung verschärfte daraufhin die Kontrolle der Kryptowährungsbranche. So verklagte die US-Börsenaufsicht SEC mit Binance die weltweit größte Kryptobörse. US-Bundesstaaten wiederum haben zunehmend strengere Vorschriften eingeführt; einige Bundesstaaten den Betrieb von Bitcoin-Geldautomaten sogar komplett verboten, da sie befürchten, dass die bargeldfreundlichen BTMs für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche missbraucht werden.
Der CEO von Bitcoin Depot, Alex Holmes, macht das regulatorische Umfeld für den Niedergang verantwortlich und bezeichnete das aktuelle Geschäftsmodell des Unternehmens als „nicht tragfähig“. „Staaten haben zunehmend strengere Compliance-Vorgaben eingeführt, darunter neue Transaktionslimits und in einigen Jurisdiktionen sogar gänzliche Beschränkungen oder Verbote für den BTM-Betrieb“, so Holmes. Betreiber sähen sich vermehrt mit Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Maßnahmen konfrontiert. „Diese Entwicklungen haben die Geschäftstätigkeit und die Finanzlage von Bitcoin Depot erheblich beeinträchtigt.“
Laut CoinDesk sieht sich Bitcoin Depot einer aufsehenerregenden Klage der Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten Massachusetts und Iowa gegenüber. Sie werfen dem Unternehmen vor, Kryptobetrug ermöglicht zu haben.
Holmes kündigte an, dass Bitcoin Depot mit dem Verkauf von Vermögenswerten und der Einstellung des Geschäftsbetriebs beginnen werde. Das gesamte BTM-Netzwerk des Unternehmens ist bereits außer Betrieb.
„Die kanadischen Tochtergesellschaften des Unternehmens sind in das gerichtlich überwachte Verfahren in den USA einbezogen, und das Unternehmen geht davon aus, in Kürze auch in Kanada ein Restrukturierungsverfahren einzuleiten“, heißt es in der Presseerklärung. Montag war dort der jährliche Feiertag zu Ehren des Monarchen, weshalb die kanadischen Gerichte geschlossen hatten. „Die übrigen ausländischen Tochtergesellschaften des Unternehmens werden gemäß geltendem ausländischem Recht abgewickelt.“
Die erste Anhörung zu den Anträgen der Schuldner findet am heutigen Dienstag vor dem US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk Texas‘ statt (Az. 26-90528). Die Aktien des Bitcoin Depot sind am Montag von knapp drei US-Dollar (Handelsschluss Freitag) auf unter einen US-Dollar abgestürzt.
(akn)