Heise 12.05.2026
13:51 Uhr

Apples „E-Mail-Adresse verbergen“: Nützlich, aber leider kaum verbessert


Bereits vor 5 Jahren hat Apple seinen Weiterleitungsdienst gegen Spam eingeführt. Leider muss man sich immer noch durchs halbe System klicken, um ihn zu nutzen.

Apples „E-Mail-Adresse verbergen“: Nützlich, aber leider kaum verbessert

Wer bei Apple für mehr Speicherplatz in der Cloud bezahlt, abonniert mit iCloud+ gleich noch eine Reihe weiterer Funktionen. Dazu gehört eine besonders beliebte: „Hide my E-Mail“ alias „E-Mail-Adresse verbergen“. Die Idee dahinter: Auf Apple-Geräten kann man mit wenigen Klicks eine neue E-Mail-Anschrift generieren, die dann auf das Hauptkonto weitergeleitet wird. Das ist etwa hilfreich beim Anlegen von Accounts bei E-Commerce-Angeboten oder anderen Websites, wenn man fürchtet, darüber dann Spam oder andere unerwünschte Offerten zu erhalten. Mit „E-Mail-Adresse verbergen“ kann man einen solchen Account dann einfach abschalten, wenn er stört. Das Problem: Die mittlerweile fünf Jahre alte Funktion wurde seither von Apple kaum verändert. Sie hat daher leider einige Schwächen bei der Usability.

So ist es zwar einfach möglich, eine neue E-Mail zu generieren, wenn ein Web-Angebot oder eine App den zusätzlichen Dienst „Mit Apple anmelden“ unterstützt, bei dem Apple auch die Zugänge verwaltet. Dann ist es nur ein weiterer Klick. Soll jedoch nur „E-Mail-Adresse verbergen“ verwendet werden, hängt die Einfachheit vom verwendeten System ab.

In Safari auf iPhone und iPad, Apple-Apps sowie bestimmten Third-Party-Anwendungen kann man die neue Adresse beim Anlegen von Accounts per Klick oberhalb der Tastatur auswählen. Doch konsistent ist das nicht. Ansonsten ist stets ein Ausflug in die Systemeinstellungen unter Apple Account und iCloud notwendig. Nur hier lassen sich konsistent neue Adressen anlegen und bestehende verwalten.

Unter macOS wird „E-Mail-Adresse verbergen“ noch seltener angezeigt. Selbst in Safari taucht die Möglichkeit vielfach bis gar nicht auf. Alternative Browser wie Chrome, die mittlerweile iCloud-Passwörter unterstützen, haben das Feature ebenso nicht. Hinzu kommt, dass die Verwaltung über die Systemeinstellungen eher störend ist. Auswahl, Anlegen und Suche nach bestehenden Adressen sind nicht einfach, sie werden etwa auf dem Mac als Overlay angezeigt.

Die neue Adresse landet nicht automatisch in der Zwischenablage. Zumindest auf dem Mac muss ein Button geklickt werden (zumindest vermittelt Apple den Eindruck). Gar nicht möglich ist aktuell, eigene Domains für „E-Mail-Adresse verbergen“ zu verwenden, obwohl iCloud diese Custom Domains längst unterstützt. Alles in allem wirkt „E-Mail-Adresse verbergen“ trotz der Nützlichkeit also nach wie vor unfertig. Vor allem verwundert es, warum Apple mit all den Updates für iOS, macOS und Co. über das letzte halbe Jahrzehnt praktisch keine Veränderung vorgenommen hat. Immerhin: In der täglichen Praxis ist das Feature zuverlässig – und gegen nervigen Spam hilft es obendrein.

(bsc)