Der Schauspieler Fahri Yardim hat sich am Sonntagabend erstmals zu den Vorwürfen geäußert, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hat. In einem ausführlichen Post bei Instagram bezieht der 45 Jahre alte Yardim Stellung – „verspätet“ und „unvollständig“, wie er selbst in seinem Statement einräumt. Als Begründung dafür gibt er an, er sei „genauso geschockt wie viele andere.“ Ihm sei bewusst, dass sein Zögern, sich öffentlich zu positionieren, „nicht neutral ist“, schreibt Yardim. Es habe Wirkung und es „beeinflusst, welche Deutungen Gewicht bekommen“. Ebenso sei er sich darüber im Klaren, dass solches Zögern in der Vergangenheit oft dazu beigetragen habe, dass Betroffenen von sexualisierter digitaler Gewalt nicht geglaubt werde. „Und trotzdem: Ich konnte nicht anders. Ich brauchte Zeit.“ Yardim: Der Text ist Ausdruck meiner Überforderung Yardim spielte von 2017 bis 2023 neben Ulmen und Fernandes eine Hauptrolle in der Serie „jerks“ und drehte gemeinsam mit Ulmen mehrere Werbespots für die Telekom. In seinem Statement schreibt Yardim, er versuche deutlich zu machen, „was es bedeutet, wenn sich solche Abgründe im engen Freundeskreis auftun. Wie besonders der Schock gerade dort ist“. Allerdings verstehe er auch, dass „das Ausbleiben einer rechtzeitigen Position“ bereits eine Position sei. Das habe reale Folgen, denen er sich auch praktisch stellen wolle – nicht nur gedanklich. Collien Fernandes habe seine „volle Solidarität“ dafür, „wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht.“ In einem „Spiegel“-Bericht und später auf Instagram hatte Fernandes Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler und Komiker Christian Ulmen, erhoben. Der Fünfzigjährige sei für die Verbreitung von gefälschten Nacktfotos und Sexvideos von ihr verantwortlich, die „privat anmuten und so wirken sollten, als habe ich mich selbst nackt fotografiert und heimlich beim Sex gefilmt“. Er habe diese Aufnahmen „Hunderten von Männern“ geschickt. Der Anwalt Ulmens spricht gegenüber der F.A.Z. von „unwahren Tatsachen“ und kündigt rechtliche Schritte an; es gilt die Unschuldsvermutung. Das Statement von Fahri Yardim wurde noch am Sonntagabend auf Instagram von vielen Nutzerinnen und Nutzern gelobt und kritisiert. Yardim habe viel geschrieben, ohne wirklich Stellung zu beziehen. Der Schauspieler reagierte auf die kritischen Kommentare und schrieb: „Es stimmt, der Text ist verkopft“, er sei allerdings „auch Ausdruck meiner Überforderung.“ Yardim werde sich wieder melden, „wenn ich mein Herz wiedergefunden habe.“
