Udo Lindenberg Wird Udo Lindenberg wirklich schon 80? Ja, am Sonntag. Aber man könnte genauso gut fragen: erst 80? Denn mit einer Künstlerkarriere, die sich von den Sechzigerjahren bis heute und von der Musik bis zur Malerei spannt, gehört der gebürtige Westfale zum kulturellen Inventar der Bundesrepublik. Von Herzschmerz à la „Ich lieb’ Dich überhaupt nicht mehr“ bis zur hohen Politik im „Sonderzug nach Pankow“: Lindenbergs Repertoire ist breit. Und das ist vielleicht das Erfolgsrezept des Panikrockers, der auch weiß, was Abstürze bedeuten. Heute sagt der Mann mit Hut von sich: „Rockstar – einen geileren Beruf gibt es nicht. Fünfzig, sechzig Jahre Karriere – ich bereue keine Sekunde.“ Warum auch? Wir wissen ja: Hinterm Horizont geht’s weiter. Florence Nightingale Ist Florence Nightingale heute noch aktuell? Aktueller denn je, findet die Weltgesundheitsorganisation. Die britische Krankenpflegerin machte die moderne professionelle Pflege hoffähig und setzte sich für Krankenhaus- und Sanitätsreformen ein. Das war im 19. Jahrhundert – und klingt doch sehr nach einer Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Alljährlich an Nightingales Geburtstag, dem 12. Mai, begeht die WHO den Tag der Pflege. Er soll die Arbeit von Menschen würdigen, die Kranke und Alte pflegen. Und zudem zeigen, wie Investitionen in diesen Bereich wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Eigentlich hat sich diese Erkenntnis schon durchgesetzt, schließlich benötigt die alternde Gesellschaft immer mehr Pflegekräfte. Wäre da nicht die Frage nach der Finanzierung. Aber schon Florence Nightingale rang vor 150 Jahren mit der Ökonomie der Pflege. Milka-Kuh Was ist die Mogelpackung des Jahres 2025? Diese zweifelhafte Auszeichnung kann die Milka-Schokoladentafel Alpenmilch für sich reklamieren. Verbraucherschützer ärgern sich darüber, dass die Füllmenge von 100 Gramm auf 90 Gramm reduziert wurde – und gleichzeitig der Preis im Handel von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg. Dabei täusche die Aufmachung über den tatsächlichen Inhalt hinweg. Denn während Verpackung und Design identisch seien, „ist die Tafel selbst unmerklich rund einen Millimeter dünner geworden“. Deswegen ist die Hamburger Verbraucherzentrale vor Gericht gezogen. Der Vorwurf lautet: Irreführung im Supermarkt. Am Mittwoch wird das Landgericht Bremen sein Urteil fällen. Vielleicht verkauft Mondelez den Mengentrick künftig als Konsumentenschutz: weniger Schokolade, weniger Übergewichtige. Harry Kane Wer setzte sich in der Champions League ein wenig spät in Bewegung? Okay, die meisten Bayern-Fans wollen davon nichts mehr hören. Aber ein Paris-Aussetzer darf erlaubt sein, wenn der Rest der Saison glänzend gelaufen ist. Und das trifft auf Münchens Starstürmer und Topverdiener Harry Kane zweifellos zu. Wieder einmal haben die Bayern auch dank ihm früh den Meistertitel geholt. Schon vor dem letzten Spieltag der Bundesligasaison, die am nächsten Wochenende zu Ende geht, führte der Brite mit 33 Toren die Bundesliga-Torjägerliste an. Das heißt: gut ein Tor je Lebensjahr. Und, bezogen auf sein kolportiertes Jahresgehalt von rund 25 Millionen Euro: mehr als ein Tor pro Million Euro Jahresgehalt. Außerhalb der Fußballwelt nennt man so jemanden einen effizienten Mitarbeiter. Mario Draghi Geiz ist geil? Für ihn nicht. „Whatever it takes“ versprach Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank – den Euro zu retten, koste es, was es wolle. Die Rhetorik funktionierte 2012 in der Eurokrise. Und das berühmte Versprechen von damals ist heute einer der Gründe für die Verleihung des Aachener Karlspreises an Draghi am Donnerstag. Die Auszeichnung wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung des Kontinents verdient gemacht haben. Draghi, nach seiner EZB-Karriere zeitweise italienischer Ministerpräsident, steht damit in einer Reihe mit Preisträgern wie Konrad Adenauer, Bill Clinton und Papst Franziskus. „Glauben Sie mir: Es wird reichen“, fügte Draghi seinerzeit seinem „Whatever it takes“ hinzu. Stimmt – sogar für den Karlspreis.
