FAZ 27.03.2026
15:28 Uhr

Versicherung gegen Folgen des Klimawandels: Die lange Diskussion um die Elementarschadenversicherung


Die Pflicht zur Elementarschadenversicherung bleibt umstritten.  Sowohl Versicherer wie auch die Politik haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem

Versicherung gegen Folgen des Klimawandels: Die lange Diskussion um die Elementarschadenversicherung

Die Diskussion um eine Elementarschadenpflichtversicherung hält seit mehr als einem Jahrzehnt an. Sicherlich, so trivial, ist das alles nicht. Eine Pflicht sich zu versichern, haben nur Autofahrer. Hier geht es aber nicht um den eigenen Schaden, sondern nur die Haftpflicht ist obligatorisch, die Schäden reguliert, die man anderen zufügt. Selbst gegen Feuer ist eine Versicherung keine Pflicht. Die allermeisten Hausbesitzer schließen dennoch eine ab. Warum das bei einer Elementarschadenversicherung anders ist, liegt auch an den beteiligten Parteien: der Versicherungswirtschaft und der Politik. Erstere schließt bestimmte Schäden aus: etwa Sturmflut. Hier sei es Sache des Staates, entsprechend hohe Deiche zu bauen, argumentiert sie. Und auch Starkregen, der den Grundwasserspiegel so stark ansteigen lässt, dass es in Keller dringt, mag die Branche nicht versichern. Diese Haltung erhöht die Akzeptanz einer Elementarschadenversicherung nicht gerade. Der Schutz vor Elementarschäden und die Folgen des Klimawandels werden in der Politik immer dann besonders heiß diskutiert, wenn es irgendwo in Deutschland zu großflächigen Überflutungen kommt. Politik nach Pegelstand kann die Lösung aber auch nicht sein. Hinzu kommt ein Glaubwürdigkeitsproblem: Viele Schulen und Kindergärten sind gegen Elementarschäden unversichert. Deren Wiederaufbau zahlt ja ohnehin der Steuerzahler, so die Rechnung der Kommunen.