Die Bundeswehr hat ihre letzten Soldaten der Anti-IS-Mission aus dem Irak ausgeflogen. Am Nachmittag trafen die zurückkehrenden Angehörigen des Kontingents aus dem kurdischen Erbil auf dem Fliegerhorst Wunstorf ein. Nach der Landung wurden die etwa zwei Dutzend Bundeswehrangehörigen dort von Staatssekretär Nils Hilmer (SPD) und führenden Generälen mit einem Appell feierlich begrüßt. Die Bundeswehr schließt damit einen weiteren Auslandseinsatz ab. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits die Missionen in Afghanistan, Mali und Niger beendet wurden, folgt zum Jahresende auch das Ende der Unifil-Mission im Mittelmeer, an der Deutschland sich fast zwanzig Jahre lang mit seegehenden Einheiten beteiligt hatte. Auch die Vereinigten Staaten haben ihre Truppen aus dem einst umkämpften Irak abgezogen. Erst am Mittwoch haben die letzten amerikanischen Soldaten das Land verlassen und die Sicherheit somit in irakische Hände übertragen. Danach haben auch andere Staaten ihre Kontingente aus der Mission abgezogen, die seit 2015 zunächst gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) kämpfte und dann deren Wiedererstarken verhindern sollte. Deutschland war daran von Anfang an beteiligt, im Irak und in Jordanien auf einer Luftwaffenbasis, wo Aufklärungs- und Tankflugzeuge Luftangriffe der Verbündeten auf den IS unterstützten. Das deutsche Engagement in Erbil wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Absprache mit der irakischen Regierung beendet. Insbesondere im kurdischen Gebiet wird der Abzug bedauert. Befürchtet wird in der Region, dass die Zentralregierung, die allerdings demokratisch gewählt ist, die kurdischen Peschmerga entwaffnen könnte, die ein Dutzend Jahre lang von Deutschland ausgerüstet und fortgebildet wurden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dazu: „Wenn die Zustimmung des Gastlandes entfällt, dann entfällt für uns die Grundlage und damit auch die Grundlage für gewisse Mandate. Dem kommen wir nach. Alles Weitere wäre hanebüchen.“ Die Ausstattung und die Ausbildung der Peschmerga sei „erstens richtig und zweitens ein wichtiger Baustein, auch um Sicherheit und Stabilität zu schaffen“, gewesen. Die Bundeswehr habe in der Region Kurdistan ihren Auftrag erfüllt. Das multinationale Camp in Erbil ist nach Angaben des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr „an irakische Sicherheitsorgane übergeben“ worden.
