In der Marine ist Inka von Puttkamer schon lange eine Repräsentantin des Außergewöhnlichen. Als die gebürtige Wilhelmshavenerin und Tochter eines Marine-Offiziers 2001 in die Bundeswehr eintrat, galten Frauen in Kampfverbänden noch als wesensfremd, das war in der Marine nicht anders als bei den Fallschirmjägern. Bei den Seestreitkräften jedoch fanden sich Möglichkeiten für eine beeindruckende Karriere, die von Puttkamer von Anfang an auf Minenjagdboote führte. Dort diente sie über Jahre ihrer Ausbildung als Wachoffizier, unter anderem in Auslandseinsätzen. Nun ist sie damit betraut, einen eventuellen Einsatz deutscher Minensucher an der Straße von Hormus vorzubereiten. Teamgeist, Verlässlichkeit, Rücksichtnahme 2013 übernahmen sie und eine Kameradin als erste Frauen das Kommando über jeweils ein Minenjagdboot der Marine. Das Leben auf diesen vergleichsweise kleinen Einheiten mit gut 40 Mann Besatzung ist beengt und erfordert von den Seeleuten besondere Kameradschaft – also Teamgeist, Verlässlichkeit, Rücksichtnahme. Und von den jungen Kommandanten sind besondere Führungsqualitäten gefragt. Monaten auf See folgten Studien- und Dienstzeiten in Akademien und Stäben. Von Puttkamer stellte sich allen Anforderungen mit Bravour. Wobei Teile ihrer Ausrüstung den Weg ins Militärhistorische Museum geschafft haben. Denn für die inzwischen dreifache Mutter galt es, Uniformstücke anzupassen, die es in der Marine für Schwangere nicht passend gab. Auch kleine Dinge können Geschichte schreiben. Das Leben einer Familie zu organisieren, in der auch ihr Mann zur See fährt, zuletzt als Kommandant einer Fregatte und nun im Marine-Kommando, gehört für von Puttkamer zum Alltag. Exzellenz zu Lande und auf See Im beruflichen Vordergrund steht aber ihre Exzellenz zu Lande und auf See. Als Fregattenkapitän übernahm sie im vorigen Jahr das 3. und zugleich einzige verbliebene Minensuchgeschwader der Marine und damit die Verantwortung für zwölf Boote und insgesamt 600 Soldaten. Diese Spezialisten der Seekriegsführung sind meist in Nord- und Ostsee unterwegs, wo das Aufspüren und Vernichten von Weltkriegsminen zum gefährlichen Alltag gehört, zugleich aber einen hohen Ausbildungsstand garantiert. Für Puttkamer, inzwischen 43 Jahre alt, gilt, bei aller Freundlichkeit im Umgang, der Satz ganz besonders: „Grundsätzlich ist Seefahrt immer ernst.“ Und das macht die deutschen Kräfte zu gefragten Spezialisten, möglicherweise auch in der Straße von Hormus. Von Puttkamer vertritt in Gesprächen die Auffassung, dass Minen ein „mächtiges Instrument der Seekriegsführung“ seien: Schon das Gerücht, ein Gewässer könne vermint sein, zeige starke Wirkung auf Seewege und den Welthandel. Was man derzeit in der nahöstlichen Region täglich beobachten kann. Ob und was deutsche Minensucher dort erwartet, steht dahin, aber schon die Vorabentsendung eines kleinen Verbandes zeugt von der Bereitschaft Deutschlands, sich zu engagieren. Auf Puttkamer und ihr Geschwader werden sie sich verlassen können.
