FAZ 28.03.2026
11:00 Uhr

Solidarität mit Fernandes: Demo gegen sexualisierte Gewalt in Frankfurt geplant


Am 30. März soll auf dem Frankfurter Römerberg eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt stattfinden. Schon in Hamburg und Berlin solidarisierten sich Tausende Menschen mit Collien Fernandes.

Solidarität mit Fernandes: Demo gegen sexualisierte Gewalt in Frankfurt geplant

Aus Solidarität mit Collien Fernandes wollen am 30. März in Frankfurt zahlreiche Menschen gegen digitale sexualisierte Gewalt protestieren. Unter dem Motto „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln. Die Verantwortung auch!“ hat das Kollektiv Vulver auf seinem Instagram-Kanal zu einer Demonstration auf dem Römerberg aufgerufen. Seit die Vorwürfe der Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren früheren Ehemann, den Schauspieler Christian Ulmen, bekannt geworden sind, gibt es bundesweit Demonstrationen. Fernandes wirft Ulmen vor, gefälschte pornographische Aufnahmen erstellt und in ihrem Namen an Männer aus ihrem beruflichen Umfeld verschickt zu haben, sogenannte Deepfakes. Schon in Berlin und Hamburg haben in den vergangenen Tagen mehrere Tausend Menschen gegen digitale sexualisierte Gewalt demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter sollen in Berlin 13.000 und in Hamburg 22.000 Menschen auf die Straße gegangen sein. Auch Fernandes war bei der Versammlung am vergangenen Donnerstag in Hamburg dabei, nachdem es zunächst Sicherheitsbedenken gegeben hatte. Das Erstellen von Deepfakes ist bisher nicht strafbar In einem Aufruf zu der Demonstration in Frankfurt heißt es, man wolle eine Verschärfung des Sexualstrafrechts, insbesondere die konsequente Strafverfolgung digitaler sexualisierter Gewalt, erwirken. Auch sollen Opferrechte gestärkt und diese bei Prozessen besser geschützt werden. Das Erstellen von Deepfakes wird in Deutschland bisher nicht strafrechtlich verfolgt. Sowohl die Bundesregierung als auch das Land Hessen haben schon Änderungen angekündigt. Die Demonstration in Frankfurt soll um 17 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Römerberg starten. Um 18.30 Uhr soll dann ein Protestzug zur Alten Oper ziehen, wo um 20 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Das Kollektiv Vulver hat die Veranstaltung initiiert. Auch der CSD Frankfurt, das Frauenreferat der Stadt und der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen teilten den Aufruf.