FAZ 24.03.2026
14:00 Uhr

Skirennläufer Braathen: „Das ist mein Baby. Ich bin so stolz“


Ausgerechnet in seiner Paradedisziplin ereilt Ski-Star Marco Odermatt im Saisonfinale das frühe Aus. Der brasilianische Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen profitiert und gewinnt die Kugel im Riesenslalom.

Skirennläufer Braathen: „Das ist mein Baby. Ich bin so stolz“

Das deutsche Ski-Juwel Emma Aicher hat im Kampf um den Gesamtweltcup nur noch minimale Chancen. Die 22-Jährige fuhr beim Sieg von Mikaela Shiffrin im letzten Slalom der Saison im norwegischen Hafjell auf Rang drei. In den Riesenslalom am Mittwoch, den abschließenden Wettbewerb dieses Winters, geht sie mit 85 Punkten Rückstand auf den US-Star. Shiffrin war in ihrer Paradedisziplin wieder einmal eine Klasse für sich und siegte mit 1,32 Sekunden Vorsprung vor der Schweizerin Wendy Holdener. Aichers Teamkollegin Lena Dürr musste sich mit Platz 17 begnügen. Shiffrin errang den neunten Sieg im zehnten Weltcup-Slalom der Saison, dazu gewann sie im Februar Olympia-Gold im italienischen Cortina d'Ampezzo. Einzig von der Schweizer Weltmeisterin Camille Rast wurde sie Anfang Januar im slowenischen Kranjska Gora in einem Torlauf geschlagen. Die neunte Kristallkugel in ihrer Paradedisziplin hatte Shiffrin schon seit Wochen sicher. Gelingt Aicher im Riesentorlauf am Mittwoch kein Ski-Wunder, gewinnt die 31-jährige Shiffrin auch zum sechsten Mal den Gesamtweltcup. Odermatt patzt – Braathen triumphiert Ski-Dominator Marco Odermatt patzte derweil beim alpinen Saisonfinale in Norwegen und verpasste dadurch den Gewinn der Riesenslalom-Gesamtwertung. Der Schweizer schied nach einem Fahrfehler bereits im ersten Durchgang aus und musste im Finale tatenlos mit ansehen, wie der für Brasilien startende Lucas Pinheiro Braathen zum Sieg raste. Der Olympiasieger fuhr im fünften Riesenslalom-Weltcup nacheinander auf das Podest und zog im Gesamtklassement dieser Disziplin damit noch an Odermatt vorbei. Bester Deutscher in Hafjell war Anton Grammel, der als Siebter so weit vorn landete wie noch nie in seiner Weltcup-Laufbahn. Fabian Gratz fiel vom vierten noch auf den zehnten Platz zurück. Jonas Stockinger teilte sich Rang elf mit dem Franzosen Alexis Pinturault, der seine Karriere beendet. „Das ist mein Baby“, sagte Pinheiro Braathen sichtlich ergriffen und mit der Trophäe auf dem Arm im ZDF-Interview. „Ich bin so stolz“. Im Slalom am Mittwoch, dem letzten Wettbewerb dieses Winters, kann er sich noch eine weitere kleine Kristallkugel sichern. Sein Rückstand auf den führenden Norweger Atle Lie McGrath beträgt 41 Punkte. Für Odermatt, der nun schon fünfmal in Serie den Gesamtweltcup gewonnen hat, ist die Saison beendet. Der 28-Jährige hatte auch das Klassement in der Abfahrt und im Super-G für sich entschieden. Odermatt erwägt, künftig womöglich weniger Riesenslalom zu fahren. Zumindest im kommenden Winter, in dem für ihn auch die Heim-WM im schweizerischen Crans-Montana ansteht, will er aber noch in seiner langjährigen Paradedisziplin antreten.