Der frühere Prinz Andrew hat offenbar in den Jahrzehnten, in denen er das Anwesen Royal Lodge im Park von Windsor bewohnte, zwar selbst keine Miete zahlen müssen, dafür aber erhebliche Mieteinnahmen verbucht. Das geht aus einem Bericht der britischen Finanzprüfbehörde hervor, die einen Überblick über die Wohnverhältnisse der Mitglieder der erweiterten britischen Königsfamilie veröffentlicht hat. Im Bericht heißt es, dass Andrews Töchter, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, für die Appartements, die sie mit ihren Familien bewohnen, keine Zahlungen leisten müssen. Andrew sind wegen seiner Freundschaft zu dem amerikanischen Sexualstraftäter und Finanzier Jeffrey Epstein von seinem Bruder, König Charles III., nicht nur alle Ehren und Titel entzogen worden, sondern auch sein Wohnsitz in der Royal Lodge, die er nach dem Tod seiner Großmutter, der Königinmutter Elisabeth, übernommen hatte. In dem damaligen Überlassungsvertrag mit der Verwaltung des Kronbesitzes, dem Crown Estate, wurde festgelegt, dass Andrew für Renovierungskosten in Höhe von umgerechnet mehr als zehn Millionen Euro und für den Unterhalt des Gebäudes aufzukommen habe, die laufende Miete dafür aber symbolisch „mit einem Pfefferkorn“ abgegolten sei. Auch Prinz Edward profitiert Der Nutzungsvertrag legt außerdem fest, dass der jüngere Bruder des Königs drei der sechs „Cottages“, die zum Anwesen der Royal Lodge gehörten, an Dritte weitervermieten dürfe. Die anderen Nebengebäude waren für die Unterbringung von Gärtnern und Sicherheitsbeamten vorgesehen. Andrew machte offenkundig von diesem Recht Gebrauch. Der Bericht der Finanzaufsicht macht keine Angaben über die Höhe und die Dauer der Einnahmen, die dadurch erzielt wurden. In einem ähnlichen Arrangement, wie es einst für Andrew getroffen wurde, ist die Beherbergung des Herzogs und der Herzogin von Edinburgh geregelt. Prinz Edward, der jüngste Bruder des Königs, und seine Ehefrau Prinzessin Sophie bewohnen das Anwesen Bagshot Park quasi mietfrei, haben allerdings eine hohe Summe in dessen Renovierung investiert. Auch ihnen war gestattet, Teile des Besitzes weiterzuvermieten. Viele wohnen im Kensington Palace Insgesamt weist der Bericht sieben Wohnsitze von elf Mitgliedern der Königsfamilie aus. In den meisten Fällen trägt der König die Kosten aus seinen persönlichen Einnahmen und zahlt daraus Mieten an den Kronbesitz, der zwar der Krone zur Nutzung zur Verfügung steht, im Grunde aber Staatseigentum ist. Charles III. kommt auf diese Weise für aktive Mitglieder des Königshauses auf, zu denen neben seiner Schwester Anne auch der Herzog und die Herzogin von Gloucester zählen. Der Mechanismus gilt aber auch für die beiden Töchter Andrews und für Prinz Michael von Kent und dessen Ehefrau. Fast alle von ihnen bewohnen Appartements im Gebäudekomplex des Kensington Palace, Prinzessin Beatrice hat ihre Wohnung im St. James’s Palace.
